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Aktion

Mit 1000 Unterschriften Druck ausüben

Die SPD sammelt Stimmen für einen barrierefreien Umbau des Schwandorfer Bahnhofs. Die Deutsche Bahn sieht derzeit keinen Handlungsbedarf.
Von Andrea Rieder

Für Rollstuhlfahrer wie Karl Brunnbauer oder Eltern wie Juliane Listl und Matthias Kuhn sind die Züge ohne Aufzug nur schwer zu erreichen. Für die SPD ist das kein hinnehmbarer Zustand. Foto: Rieder

Schwandorf.. Die SPD will ihrer Forderung nach einem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs mit einer Unterschriftenaktion Nachdruck verleihen. Die dafür zuständige DB Station und Service GmbH hatte mitgeteilt, derzeit keinen Handlungsbedarf in Schwandorf zu sehen. Das wollen MdB Marianne Schieder, zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl und MdL Franz Schindler nicht akzeptieren. Am Montag machten sie den ersten Schritt: Eine Stunde lang sammelten sie vor dem Bahnhof Unterschriften. 51 Passanten trugen sich in die Listen ein.

Das erklärte Ziel liegt freilich deutlich darüber. 1000 Unterschriften sollten es schon sein, um Druck zu erzeugen, sagt Schindler. Für den Anfang sind die SPD-Politiker dennoch zufrieden. „Es war eigentlich ein ungünstiger Zeitpunkt, weil Ferien sind und die Berufstätigen in der Arbeit“, sagt Roidl. Dass mit genügend Druck etwas erreicht werden kann, ist derzeit in Maxhütte-Haidhof zu beobachten. Dort entstehen neue Aufzuganlagen für den Bahnhof – „nachdem wir einen Riesenaufstand gemacht haben“, sagt Bundestagsabgeordnete Schieder. Denn auch dort sah die Bahn zunächst keine Möglichkeit für einen barrierefreien Umbau, selbst als die Außenbahnsteige vor Jahren neugebaut wurden.

Die Fahrgastzahlen standen dem Umbau in Maxhütte-Haidhof anfänglich im Weg. Unter 1000 Reisenden, die pro Tag am Bahnhof ein- und aussteigen, zieht die Deutsche Bahn eine Investition in barrierefreies Reisen nicht in Betracht, so die Information von Schieder. Dieses Kriterium würde der Schwandorfer Bahnhof als Verkehrsknotenpunkt leicht erfüllen. 6000 Personen steigen dort laut Pressemitteilung der SPD täglich ein und aus. In Schwandorf scheitert der Wunsch laut Deutscher Bahn dafür am zufriedenstellenden Zustand der Bahnhofsanlage, die eine Sanierung, in deren Zuge der barrierefreie Umbau stattfinden könnte, nicht nötig macht. Das will Ulrike Roidl nicht gelten lassen: „Das kann kein Kriterium sein. Der Bahnhof kann ja noch 20 Jahre so dastehen.“ Und so lange hätten es dann auch Menschen mit Behinderung, Rollstuhlfahrer, Personen mit Gehilfen oder Kinderwagen weiterhin schwer auf dem Schwandorfer Bahnhof.

Die SPD plant deshalb weitere Unterschriftenaktionen. Wenn möglich, sollen die Listen auch in Bahnhofsnähe ausgelegt werden, damit sich viele Menschen eintragen können.

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