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Musik

Mit Straßenmusik bis nach Berlin

Die Schwandorfer Band „ROJAL“ tourt von Regensburg in die Bundeshauptstadt und finanziert sich die Reise mit ihren Konzerten.
von Nina Brolich

Roland Kerschner, Julian Kerschner und Alexander Roidl (von links nach rechts) sind „ROJAL“. Die Band spielte in Nürnberg.
Roland Kerschner, Julian Kerschner und Alexander Roidl (von links nach rechts) sind „ROJAL“. Die Band spielte in Nürnberg. Foto: ROJAL

SCHWANDORF.„ROJAL“ hat sich für die Woche vom 22. bis zum 26. August Einiges vorgenommen: Die aus Schwandorf stammende Band will nach Berlin reisen. Das Besondere dabei: Sie finanzieren sich den Trip nur mit auf der Straße erspieltem Geld.

„ROJAL“ gibt es seit dem 1. September 2009, die Band trat bis 2015 allerdings unter dem Namen „Scrunch“ auf. Der neue Name spielt auf die Vornamen der drei Mitglieder an: Roland Kerschner, Julian Kerschner und Alexander Roidl.

In keine Schublade einzuordnen

Einem einzigen Genre lässt sich ihre Musik nicht zuordnen. Sie geht „in Richtung Indie-Rock und -Pop“, es fallen aber auch Schlagwörter wie „Alternative“, „Acoustic“ und „Folk“. Im Repertoire haben sie eigene Songs sowie vielseitig interpretierte Covers, deren Bandbreite von Ed Sheeran über Alligatoah bis zu The Strumbellas reicht. Als musikalischen Einfluss nennen die drei außerdem Bastille. Sowohl bei ihren Covers als auch bei ihren eigenen Songs legen sie sich nicht auf eine Sprache fest – das Trio singt auf Englisch und auf Deutsch. Seit dem 22. Februar 2016 kann man auf der Webseite von „ROJAL“ ihr aktuelles Album „Seven Songs Unplugged“ kostenlos herunterladen und sich so selbst eine Meinung zu ihrer Musik bilden.

Bislang hat noch kein Plattenlabel „ROJAL“ entdeckt. Bis das passiert, „haben sie einfach Spaß an der Musik“, schreiben die drei auf ihrer Facebook-Seite. Spaß wollen sie auch bei ihrer Straßentour haben.

200 Euro zum Auftakt erspielt

Ihr Startort war Regensburg. Dort haben sie bereits 200 Euro verdient und konnten damit sowohl die Übernachtung in einer Jugendherberge als auch die Zugtickets zur Weiterreise bezahlen. Auf die Frage, wie lange sie dafür gebraucht haben, antworteten sie nur scherzhaft: „So lange, bis die Beine wehgetan haben.“

Am Dienstagmorgen hieß es dann: Koffer packen und den Zug nach Nürnberg nehmen. Nachdem sie allerdings verschlafen hatten, gerieten sie in Zeitnot. Dazu kam, dass sie einen Bus zum Bahnhof nehmen wollten, die Busse aber wegen Umleitungen nicht fahrplangemäß fuhren. „In unserem jugendlichen Leichtsinn haben wir dann auf den Bus gewartet“, erzählten die drei. Erst, als sie eine andere Bushaltestelle gefunden hatten, konnte es weitergehen.

Am Mittwoch ging es nach Leipzig. Heute heißt das Ziel Berlin. Die Hauptstadt ist der Abschluss und damit das zweitägige Finale der „rojalen“ Straßentour.

„Auf die Idee gekommen sind wir, nachdem wir schon ein paar Mal in Regensburg auf der Straße gespielt hatten und das Ganze noch etwas ausweiten wollten.“

Die Band „ROJAL“

„Überraschend positiv“, seien die Jungs bis jetzt überall aufgenommen worden. Vor allem in Regensburg zeigten sich die Passanten sehr interessiert. Dort haben sie bis jetzt auch am meisten eingenommen. Doch auch in Nürnberg blieben viele Leute stehen und Trauben bildeten sich vor dem Schwandorfer Trio. „Je größer die Stadt, desto schwieriger wird es“, stellte „ROJAL“ fest. „Hier in Leipzig gibt es schon fast eine Mafia“, scherzten die Jungs. In großen Städten ist viel Konkurrenz da: In der Leipziger Innenstadt messen sich die Schwandorfer mit sechs weiteren Künstlern. Trotzdem haben sie mittlerweile 400 Euro erspielt.

Eigentlich studiert Alexander Mediendesign in Hof, Roland macht eine Ausbildung zum technischen Produktdesigner und Julian ist Elektroniker für Geräte und Systeme. Seit 2009 sind sie in der ganzen Region unterwegs: in Schwandorf traten sie unter anderem mehrmals beim Bürgerfest und beim Wendelinfest auf. Zuletzt spielten sie beim Weinfest in Vohenstrauß. Auch einen Abstecher ins Kulturcafé der Uni Mainz haben sie im November vergangenen Jahres unternommen. Und jetzt gehen sie auf Mini-Deutschland-Tournee.

„Wir haben uns schon lange mal vorgenommen, eine kleine Straßentour zu machen“, erzählte das Trio. „Auf die Idee gekommen sind wir, nachdem wir schon ein paar Mal in Regensburg auf der Straße gespielt hatten und das Ganze noch etwas ausweiten wollten.“ Eigentlich wollten sie nach Hamburg, der Weg war ihnen aber dann doch zu weit und sie bestimmten die deutsche Hauptstadt als ihr Ziel. Die Wahl auf Nürnberg und Leipzig fiel, weil sie auf dem Weg von Regensburg nach Berlin liegen.

Respekt vor Berlin

Vor den letzten zwei Tagen hat „ROJAL“ Respekt: „Berlin wird wahrscheinlich am schwierigsten, weil es dort sehr viele Straßenmusiker gibt.“ Deswegen hätten sie sich nichts Spezielles vorgenommen, sondern hoffen einfach, ein paar gute Plätze zu finden.

Obwohl in jeder Stadt neue Eindrücke auf die Musiker warten, haben sie schon einen gewissen Rhythmus gefunden: vormittags steht die Reise zur nächsten Stadt an, während der sie sich auch um die Unterkunft kümmern. Von mittags bis abends macht das Trio dann Musik. Dabei haben sie eine Auswahl aus eigenen und Coversongs, die sie abwechselnd spielen. Auch ihren Standort in der jeweiligen Innenstadt wechseln sie mehrmals täglich. So seien sie „nachmittags schon kaputt“.

Trotz der Anstrengung, die die Straßentour sicherlich darstellt, genießen die drei sie in vollen Zügen. „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, finden Julian Kerschner, Roland Kerschner und Alexander Roidl.

Die Band

  • Besetzung:

    Die Zwillingsbrüder Roland und Julian Kerschner (beide 20) spielen Gitarre und Cajón. Ihr 21-jähriger Cousin Alexander komplettiert das Trio als weiterer Gitarrist. Alle drei steuern ihren Gesang bei.

  • Kontakt:

    Die Band stammt aus Schwandorf und ist natürlich auch online präsent. Facebook: ROJAL; Youtube: Rojal Band; Webseite: www.rojal-band.de ; Instagram: rojalband; E-Mail: rojal-band@gmx.de:

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