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Ausstellung

Moderner Sakralbau

Die Burglengenfelder Kirche St. Josef wird im Museum Obermünster in Regensburg als außergewöhnlicher Kirchenbau der Moderne vorgestellt.

Der Innenraum der Kirche St. Josef in Burglengenfeld.

Burglengenfeld/Regensburg.Fotografische Blicke auf zeitgenössische Kirchenbauten eröffnet die Architekturausstellung „Baukunst aus Raum und Licht – Sakrale Räume in der Architektur der Moderne“ im Museum Obermünster in Regensburg. Unter den Beispielen für zeitgenössische Neugestaltungen von Kirchenräumen aus dem Bistum Regensburg ist eine große Ausstellungseinheit der Kirche St. Josef in Burglengenfeld gewidmet.

Es ist eine Wanderausstellung mit besonderen Beispielen architektonisch außergewöhnlicher Kirchenbauten des 20. Jahrhunderts aus Europa (u.a. die Bruder-Klaus-Kapelle von Peter Zumthor und das Trappistenkloster Nový Dvur von John Pawson). Sie wurde gemeinsam mit dem MMK Passau konzipiert und vom Museum Obermünster mit zeitgenössischen Neugestaltungen von Kirchenräumen im Bistum Regensburg – unter anderem Speinshart und Burglengenfeld – ergänzt, sagte Museumspädagogin Dr. Maria Baumann der MZ. Die Ausstellung ist im Frühjahr in Köln zu sehen.

Die Schau zeigt, dass der Sakralbau zu einem der herausforderndsten Themen der Baugeschichte gehört: Orte der Stille und der Sammlung zu gestalten, stellte zu allen Zeiten eine große Aufgabe für die Architekten dar. Die St. Josef-Kirche Burglengenfeld wird auf einer Ausstellungstafel dokumentiert. Sie wurde von Dr. Friedrich Fuchs gemeinsam mit Architekt Franz Kießling erarbeitet. Den Wettbewerb für ein neues Pfarrzentrum im Viertel „Am Sand“ gewann 1975 der Münchener Architekt Franz Kießling. Bei Baubeginn 1976 stieß man auf instabil durchmischten Grund und unterließ deswegen den Südtrakt (Kindergarten). 1979 war die restliche Anlage vollendet.

Rasch folgte überregionale Anerkennung für den Kirchenbau: 1982 Jahrespreis Bund Deutscher Architekten und Deutscher Holzbaupreis, 1983 Deutscher Architekturpreis, als Höhepunkt 1984 der Mies van der Rohe Preis. Der Tenor des Preisgerichts war: Hier entstand eine Architektur für Gefühl und Ratio in selten gelungener Eintracht und Dichte.

Die Mitte ist ein großer Hof mit Bäumen und Sitzgruppe, gesäumt von offenen Loggien. Im Norden steht die Kirche mit exponiertem Turm zur Straße, östlich folgen Pfarrheim mit Außenforum und Pfarrhaus mit Privatgarten, heißt es in der Baubeschreibung des Kirchenbaus in der Obermünster-Ausstellung.

„Alles Holz ist natürliches Redwood, altersgrau patiniert und damit bestens konserviert. Pfosten mit zierlichen Schuhen und Kopfverspannungen aus Eisen tragen die Dächer. Der Turm hebt als filigranes Eisenstäbewerk das hölzerne Glockengehäuse steil in den Himmel.“

Die Kirche erschließe sich erst nach dem Durchschreiten der niedrigen Vorhalle: Äußerlich folgt man einigen Abwärtsstufen, innerlich jedoch geht es empor. Ein Liniengespinst aus Stahl unterfängt die Decke und nimmt ihr alle Schwere. „Die hohe Stirnwand ertrinkt im irisierenden Gegenlicht. Die Welt draußen verliert sich zwischen tausend Lamellenstäbchen“. St. Josef sei ein schlichter moderner Kirchenraum – aus Grundbausteinen der gotischen Kathedrale. (ku)

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