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Infrastruktur

Müssen Anlieger für Erschließung zahlen?

Der Neunburger Stadtrat befasste sich mit der Verkehrsanbindung für das Roßkopf-Areal an der Neukirchener Straße.
Von Roland Thäder

Auf dem ehemaligen Roßkopf-Areal sollen Wohnungen und Einzelhandelsflächen entstehen. Foto: Thäder
Auf dem ehemaligen Roßkopf-Areal sollen Wohnungen und Einzelhandelsflächen entstehen. Foto: Thäder

Neunburg.Der Neunburger Stadtrat machte den Weg frei für einen Architekten-Wettbewerb zur Überplanung des Roßkopf-Areals „Alte Gärtnerei“ an der Neukirchener Straße. Dort will F.EE dringend benötigte Wohnungen bauen und Einzelhandel ansiedeln. Kopfzerbrechen bereitete den Räten die Verkehrsanbindung. Anlieger könnten unter Umständen für die Erschließung mit Beiträgen zur Kasse gebeten werden.

Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am Donnerstagabend die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und diskutierte Fragen der Verkehrserschließung einstimmig. Zuvor stellte Horst Pressler vom Planungsbüro GEO.VER.S.UM seine verkehrstechnische Untersuchung für den Bereich Neukirchener Straße – Bürgermeister Sarg-Straße – Aschenbrenner Straße – Hofzell vor. Über diese Verkehrsknoten soll das neue Gebiet für Handel und Wohnen erschlossen werden. Die Ergebnisse hatten es in sich und sorgten für eine intensive Diskussion. Schließlich galt es, die Verkehrsanbindung festzulegen.

Dabei gab es zwei Varianten, mit und ohne einen Mini-Kreisverkehr. Letztere Option soll beim Architekten-Wettbewerb mit berücksichtigt werden.

Leistungsfähigkeit der Trasse sicherstellen

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Neukirchener Straße, zwischen der Einmündung der Aschenbrenner Straße und der Bürgermeister-Sarg-Straße, könnte ein Mini-Kreisverkehr angelegt werden. Foto: Thäder
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Neukirchener Straße, zwischen der Einmündung der Aschenbrenner Straße und der Bürgermeister-Sarg-Straße, könnte ein Mini-Kreisverkehr angelegt werden. Foto: Thäder

Voraussetzung war in jedem Fall, dass die Leistungsfähigkeit der Trasse gewährleitstet sein muss. Zum Plangebiet sollen zwei Zufahrten zulässig sein. Dabei soll die Verkehrsanbindung für den Bereich Handel, Lieferverkehr und Kundenparkplätze über die Neukirchener Straße erfolgen. Dies soll die „einzig zulässige Hauptzufahrt“ sein, fordert das Staatliche Bauamt. Der Wohnbereich soll über die Aschenbrenner Straße erschlossen werden. Dafür müsste eine Linksabbiegespur eingerichtet werden. Beide Zufahrten sollen baulich getrennt werden, so dass sich die Verkehrsströme nicht mischen. Damit will der Stadtrat auch Befürchtungen der Anwohner Rechnung tragen, die mehr Verkehrslärm befürchten.

Spätestens an diesem Punkt begann dann auch das Zahlenspiel. Wie viel Verkehr wird erwartet. Unstrittig ist, dass derzeit nach Zählungen des Straßenbauamts 4315 Fahrzeuge die Neukirchener Straße befahren. Wie viele würden hinzu kommen? Das konnte letztendlich schon deshalb nicht geklärt werden, weil wegen der Baustelle Reitschule / Diendorfer Straße derzeit keine regulären Erhebungen möglich seien, wie Pressler erklärte. Die Prognose für das Verkehrsaufkommen für das Wohngebiet liegt bei 360 Fahrzeugen pro Tag. Klaus Zeiser (CSU) ging für den Fall, dass das Projekt „einschlägt, was alle hoffen“, von einem 25-prozentigen Zuwachs aus.

Projekt

F.EE hat große Pläne für Roßkopfgelände

Auf dem Areal in der Neukirchener Straße in Neunburg sollen bis 2022 unter anderem bis zu 60 Wohnungen entstehen.

Dies führte zwangsläufig zu Diskussionen über die Erschließungskosten für die Verkehrsanbindung und wer diese – insbesondere für die Aschenbrenner Straße –zu tragen hat. Der Einwand von Projektmanager Hans Eibauer, dass der Investor F.EE zu keiner Zeit deren Ausbau gefordert habe und die Straße auch im jetzigen Zustand befahrbar sei, sorgte bei den Stadträten für Erheiterung. Das Gremium war sich darin einig, dass ein Ausbau erforderlich sei. Da es sich um eine Ersterschießung handle, wie der Neunburger Geschäftsleiter Georg Keil einräumte, würden Anwohner, auch bei Teilstücken, wohl für Erschließungsbeiträge zur Kasse gebeten werden.

„Wir müssen uns die Rechtslage anschauen und die Folgen.“

Klaus Zeiser über die Möglichkeit, dass Anrainer für die Erschließung zahlen müssen.

„Wir müssen uns die Rechtslage anschauen und die Folgen“, warnte Zeiser. Sollten Anrainer nur wegen des F.EE-Projekts zahlen müssen, wünschte der langjährige CSU-Fraktionssprecher, der Mitte März aus dem Gremium ausscheidet, seinen Stadtratskollegen schon jetzt „viel Spaß“.

Mini-Kreisverkehr als Lösung vorgeschlagen

Vor diesem Hintergrund befürworteten die Stadträte die Variante mit dem Kreisverkehr zu prüfen und nahmen das in alle betreffenden Beschlüsse mit auf. Diese Variante birgt allerdings planerische Fallstricke. So reicht an der Neukirchener / Bürgermeister-Sarg-Straße der Radius für einen regulären Kreisverkehr nicht aus. Ähnlich gelagert war bereits der Fall am Job-Platz, wo sich das Staatliche Bauamt auch lange gegen die Planungen für einen Kreisverkehr gesperrt hat. Allerdings hielt der Planer Pressler in der Stadtratssitzung auch einen Mini-Kreisverkehr an der Neukirchener Straße, bei dem die Insel in der Mitte überfahren werden kann, für leistungsfähig genug.

Schließlich fanden auch Bedenken der Anwohner gegen eine zu hohe Bebauung auf dem Gelände „Alte Gärtnerei“ Berücksichtigung. So werde es eine gestufte Bauweise geben. Die maximale Bauhöhe von vier Geschossen ist nur in einem bestimmten Baufenster im Inneren des Areals zulässig.

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