MyMz
Anzeige

Gesundheit

Neubau des Krankenhauses ist eröffnet

Mit dem 50 Millionen Euro Erweiterungsbau steigt die Zahl der Beschäftigten im Krankenhaus St. Barbara Schwandorf auf 840.

Unter dem Leitspruch „Das Herz befehle“ des Ordensgründers segnete Pater Thomas den Neu- und Erweiterungsbau im kleinen Kreis: v. l. Stellvertretende Ärztliche Direktorin Dr. Elisabeth Bösl, Ärztlicher Direktor Dr. Detlef Schoenen, Pflegedirektor Frank Hederer, Referentin Melanie Schüle, Stellvertretender Geschäftsführer Michael Enzmann, Architekt Joachim Peithner, Träger-Geschäftsführer Christian Kuhl und Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (v. l.).  Foto: Claudia Seitz
Unter dem Leitspruch „Das Herz befehle“ des Ordensgründers segnete Pater Thomas den Neu- und Erweiterungsbau im kleinen Kreis: v. l. Stellvertretende Ärztliche Direktorin Dr. Elisabeth Bösl, Ärztlicher Direktor Dr. Detlef Schoenen, Pflegedirektor Frank Hederer, Referentin Melanie Schüle, Stellvertretender Geschäftsführer Michael Enzmann, Architekt Joachim Peithner, Träger-Geschäftsführer Christian Kuhl und Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (v. l.). Foto: Claudia Seitz

Schwandorf.Ungewohnt ruhig war es am Mittwochvormittag in der neuen Eingangshalle des Schwandorfer Krankenhauses St. Barbara. Der hohe Raum mit schräger Decke, großflächig verglaster Front, frisch gestrichenen Wänden und Lounge-Möbeln im Hotel-Stil gegenüber der künftigen Klinik-Information hat sich herausgeputzt. Artig stehen 120 weiß-graue Stühle in Reih und Glied gen Südosten gerichtet, einen überdimensionalen Bildschirm an der weißen Wand fest im Blick. Es ist eigenartig ruhig, denn der Baulärm ist Vergangenheit, keine Stimmen ertönen im Raum, keine Menschen nehmen Platz, keine Vorfreude erfüllt die Halle.

Die Eingangshalle wartete vergeblich auf die 120 Gäste des Festakts zur Eröffnung.  Foto: Claudia Seitz
Die Eingangshalle wartete vergeblich auf die 120 Gäste des Festakts zur Eröffnung. Foto: Claudia Seitz

Dann versammelt sich doch eine kleine Gruppe von Menschen hinter der Glastür, durch die helles Sonnenlicht fällt. Der Blick richtet sich nach oben. „Das Herz befehle“ steht in silbrig glänzenden Lettern aus Edelstahl an der Decke – dort, wo sich die neue Eingangshalle nach hinten öffnet und den Blick aufs und den Weg ins Innere freigibt. „Das Herz befehle“ ist das Leitmotiv des Hl. Johannes von Gott. Er ist der Ordensgründer der Barmherzigen Brüder, in deren Trägerschaft sich das Krankenhaus St. Barbara befindet. Seine Botschaft verdient diesen besonderen Platz im 50 Millionen Euro teuren Neu- und Erweiterungsbau, der in diesem Moment mit einem großen Festakt hätte eingeweiht werden sollen.

Der Festakt zur Eröffnung wurde abgesagt

Rund 150 geladene Gäste und allen voran die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml, hätte Geschäftsführer Dr. Martin Baumann in diesen Minuten erwartet, begrüßt und mit einem stolzen Lächeln in Empfang genommen. Nun stand er da inmitten von nur acht Menschen – Trägergeschäftsführer Christian Kuhl, Architekt Joachim Peithner, Krankenhausseelsorger Pater Thomas, den Mitgliedern des Direktoriums und seiner Referentin Melanie Schüle, heißt es in einer Pressemitteilung des Krankenhauses anlässlich der Einweihung. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt wurde in Zeiten der Corona-Pandemie der Festakt schweren Herzens abgesagt.

Gesundheit

Exklusive Einblicke ins neue Krankenhaus

Für 50 Millionen Euro ist in Schwandorf ein modernes Klinikgebäude entstanden. Wer zahlt, kommt auf die Komfortstation.

„Verantwortungsbewusstsein zeigt sich auch im Verzicht“ war der Satz der Stunde. Die Krankenhausleitung war der Meinung, dass das Krankenhaus St. Barbara eine besondere Verantwortung trägt und wollte durch den Verzicht auf die Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten, dass sich das Virus nicht unnötig weiterverbreitet. Dennoch geht das Leben weiter – mehr denn je in Zeiten wie diesen in einem Krankenhaus, dessen neue Patientenzimmer sowie Untersuchungs- und Behandlungsräume für eine hochmoderne und zukunftsweisende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Landkreis Schwandorf geschaffen wurden.

Zahlen und Fakten

  • Rückblende:

    Der Spatenstich für den Neu- und Erweiterungsbau fand am 17. September 2017 statt.

  • Baumaßnahme:

    Mit einer Gesamtnutzfläche von 5200 Quadratmetern ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren auf insgesamt sechs Ebenen ein neuer Krankenhausbau entstanden. Weitere 600 Quadratmeter wurden im Altbestand umgebaut. Damit waren insgesamt ca. 5800 Quadratmeter Nutzfläche von der Baumaßnahme betroffen.

  • Kosten:

    Rund 50 Millionen Euro wurden in den Neu- und Erweiterungsbau investiert. 40 Millionen Euro kommen vom Freistaat Bayern, der Rest stammt aus Eigenmitteln des Trägers. In den vergangenen zwölf Monaten stieg die Zahl der Mitarbeiter von 740 auf rund 840. Die Steigerung war nötig, um den Neubau in Betrieb zu nehmen.

„Wir konnten uns nicht vorstellen, das Gebäude ohne Segnung und symbolische Schlüsselübergabe in Betrieb zu nehmen und am Montag gegen Mittag die Pforte zur neuen Eingangshalle für alle zu öffnen“, sagte der Geschäftsführer mit leiser, fester Stimme. Ihm wie auch der kleinen Gästeschar um ihn herum war schon fast schmerzlich klar, dass dieser besondere Moment, auf den so viele Mitarbeiter, Planer, Architekten und Handwerker mit großer Energie und viel Herzblut hingearbeitet haben, zu keinem späteren Zeitpunkt mehr herstellbar wäre. Auch dann nicht, wenn die Eröffnungsfeier in hoffentlich wieder ruhigeren Zeiten in ein paar Monaten nachgeholt wird.

Architekt Joachim Peithner (4. v. r.) übergab einen symbolischen Schlüssel für den Neubau an Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (4. v. l.).  Foto: Claudia Seitz
Architekt Joachim Peithner (4. v. r.) übergab einen symbolischen Schlüssel für den Neubau an Geschäftsführer Dr. Martin Baumann (4. v. l.). Foto: Claudia Seitz

Deshalb stand nun Pater Thomas unter dem Schriftzug „Das Herz befehle“. Er verkündete die Stelle „Der barmherzige Samariter“ aus dem Lukas-Evangelium und zog einen Vergleich zur aktuellen Zeit: „Vom Prinzip her haben wir so eine Art Herberge gebaut, zu der der barmherzige Samariter mit seinem Maultier kommen kann – auch wenn das heutzutage eher das Rote Kreuz oder die Johanniter sind.“ Er segnete die Räume, eine Holzfigur der Hl. Barbara, Namenspatronin des Hauses, sowie eines der vielen Kreuze, die den Mitarbeitern, Patienten und Besuchern die Nähe Gottes zeigen sollen.

Interview

Schwandorfs ausgezeichneter Pfleger

Wolfgang Wack hilft Ex-Komapatienten, ihr Trauma zu überwinden. Das Projekt des Krankenhauses St. Barbara sorgt für Aufsehen.

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe von Architekt Joachim Peith-ner an die Mitglieder des Direktoriums zauberte Dr. Martin Baumann einen großen Frühlingsblumenstrauß hervor. Sein Herz, erklärte der Geschäftsführer, habe ihm noch Dank empfohlen. So überreichte er die Blumen zwar im kleinen Kreis, aber mit großen Worten, an seine Referentin Melanie Schüle, die hausintern die Arbeiten am Neubau koordiniert hatte. „Dieses Gebäude trägt ganz klar Ihre Handschrift“, sagte Dr. Baumann. Und sieben Paar Hände klatschten Beifall. „Ich stehe wirklich in tiefer Demut hier und bin sehr dankbar, dass der Träger soviel Vertrauen in uns als Mannschaft und in den Standort setzt und eine solch hohe Summe investiert hat“, so Dr. Martin Baumann.

Strukturell weiterentwickelt

Aus medizinischer Sicht liegt der wesentliche Effekt des Neubaus in der strukturellen Weiterentwicklung des Krankenhauses St. Barbara, betonten die Verantwortlichen der Klinik. Diese ist ein Meilenstein in der zukunftsfähigen medizinischen Versorgung für die Bevölkerung im Landkreis Schwandorf. Zu den besonderen Neuerungen gehören die Zentrale Elektivaufnahme (ZEA), die Intensivstation mit Intermediate Care-Einheit (22 Behandlungsplätze) und die Akutgeriatrie mit 14 Ein- und acht Zweibettzimmern.

Medizin

Coronavirus: Nur keine Panik

Bei der Lesersprechstunde der MZ beantwortete Dr. Jochen Spieß Fragen zum Virus. Er will die Schwandorfer beruhigen.

Eine moderne interdisziplinäre Komfortstation für bis zu 24 Patienten entspricht zudem vermehrt den Wünschen der Patienten, die auch bei einem Aufenthalt im Krankenhaus nicht auf gewisse Annehmlichkeiten und hotelähnlichen Service verzichten möchten. Im Untergeschoss befindet sich das hochmoderne Zentrallabor, das über die neu implementierter Rohrpost an alle wichtigen Abteilungen angebunden ist.

Der neue Parkplatz an der Steinberger Straße/Ecke Oskar-Köster-Straße für Besucher und Patienten öffnet am 30. März. Er bietet Platz für rund 170 Fahrzeuge. Während der ersten 45 Minuten kann kostenlos geparkt werden.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht