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Freizeit

Neue Attraktion am Steinberger See

Neben der Wakeboard-Anlage plant Betreiber Steffen Wild einen Adventure-Golf-Platz. Die Bergbau-Geschichte gibt es inklusive.
Von Hubert Heinzl

  • Adventure-Golf ist eine Art Golf im Kleinformat. Gespielt wird auf Kunstrasen-Bahnen und mit echten Golfbällen. Die Plätze (hier eine Anlage der Tour Green GmbH) sind meist sehr naturnah gestaltet und oft auch thematisch besonders ausgerichtet. Foto: Tour Green GmbH & Co. KG
  • Neben der Wakeboard-Anlage am Steinberger See plant Betreiber Steffen Wild eine neue Freizeit-Attraktion. Foto: gl/Archiv

Steinberg am See.Das Freizeitangebot am Steinberger See soll um eine Attraktion reicher werden. Im Schatten der 40 Meter hohen „Holzkugel“ der inMotion Park GmbH plant der Betreiber der Wakeboard-Anlage, Steffen Wild, auf einer Fläche von mehr als 2000 Quadratmetern einen weiteren Tourismus-Magneten. Erst vor ein paar Tagen hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung im Landkreis Schwandorf die Weichen für eine „Adventure-Golf“-Anlage mit 18 Bahnen gestellt. Etwa 300 000 Euro sollen für das Projekt investiert werden, ein Drittel davon nach dem Willen der LAG aus europäischen „Leader“-Mitteln gefördert werden, beschloss das Gremium.

„Golf light“ für die ganze Familie

„Adventure-Golf“ ist eine Art „Golf light“ im Kleinformat. Gespielt wird nicht auf Betonbahnen, sondern auf Kunstrasen, erläutert Stephanie Wischert, Regionalmanagerin am Landratsamt Schwandorf, die das Projekt als „sehr innovativ“ bezeichnet. Das Gelände ist beim Adventure-Golf nach ihren Worten stärker modelliert als bei der herkömmlichen Mini-Golf-Variante, soll aber barrierefrei ausgebaut werden und damit auch für Eltern mit Kinderwagen oder die Oma mit Rollator zugänglich sein.

So sieht die Adventure-Golf-Anlage der Firma Tour Green in Kaiserslautern aus. Foto: Tour Green GmbH & Co. KG
So sieht die Adventure-Golf-Anlage der Firma Tour Green in Kaiserslautern aus. Foto: Tour Green GmbH & Co. KG

Gespielt wird mit Golfbällen, die wahlweise mit dem Golf- oder Mini-Golfschläger abgeschlagen oder geputtet werden, es gibt Sandbunker oder Wasserhindernisse – fast wie bei der professionellen Variante. Bei der Gestaltung der Adventure-Golf-Anlagen – die nächstgelegene wurde am Monte Kaolino in Hirschau errichtet – sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Das kommt auch Investor Steffen Wild entgegen. Denn die geplante Anlage am Steinberger See soll nicht nur Spaß machen, sondern zugleich auch Wissen vermitteln. „Thema der Anlage“, heißt es dazu in einer von der LAG formulierten Pressemitteilung, „soll die innovative Vermittlung des Wandels und der Geschichte des Steinberger Sees vom Braunkohle-Tagebau hin zum Freizeitareal sein“.

„Wir wollen uns von der Holzkugel ja nicht einfach überrollen lassen, sondern es durch weitere Freizeitangebote ergänzen.“

Bürgermeister Harald Bemmerl

Wie die genaue Umsetzung aussehen soll, steht laut Wischert noch nicht fest. Und Investor Steffen Wild, der darüber vielleicht schon Auskunft geben könnte, ist zurzeit im Urlaub und nicht erreichbar. Doch mögliche Ansatzpunkte gibt es viele. Stephanie Wischert kann sich zum Beispiel einen Schaufelradbagger als Hindernis vorstellen. Stellvertretender Landrat Jakob Scharf, der Vorsitzende des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) in Steinberg am See, denkt laut über einen Tunnel auf dem Parcours nach, der daran erinnern könnte, dass in der Region die Braunkohle früher auch unter Tage abgebaut worden ist.

Das Projekt

  • Leader-Förderung:

    Öffentlich bekannt wurde das Projekt bei der jüngsten Sitzung der LAG Regionalentwicklung im Landkreis Schwandorf. Das Gremium beschloss, die Adventure-Golf-Anlage für die Leader-Förderung auszuwählen. Gefördert werden soll ein Drittel der Kosten von 300.000 Euro.

  • Die Adventure-Golf-Anlage:

    Geplant ist eine 18-Loch-Anlage auf einem über 2000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Wakeboard-Anlage und dem inMotion Park („Holzkugel“). Thematisch soll die Anlage an der Geschichte des Braunkohleabbaus in der Region ausgerichtet werden.

Schon vor etwa einem halben Jahr habe Wild mit ihm Kontakt aufgenommen und um fachlichen Beistand gebeten. „Damit hat er bei uns offene Türen eingerannt. Denn auch auf diese Weise lässt sich die Bergbautradition weitergeben“, sagt der HAK-Vorsitzende. Dass das notwendig ist, steht für Jakob Scharf außer Zweifel. „90 Prozent unserer Gäste denken doch, dass der Steinberger See schon immer da war und ein natürliches Gewässer ist“, weiß der Altbürgermeister. Auch der Knappenverein Wackersdorf wurde angesprochen und will das Vorhaben „wohlwollend begleiten“, wie 2. Vorsitzender Fritz Falter versichert. Denkbar ist es für die Traditionsvereine etwa, Objekte aus den Museen in Steinberg am See und Wackersdorf leihweise zur Verfügung zu stellen – oder eben auch Informationen.

Im Gemeinderat schon präsentiert

Bei der Gemeinde Steinberg am See liegt nach Angaben von Bürgermeister Harald Bemmerl noch kein förmlicher Bauantrag vor. Doch in nichtöffentlicher Gemeinderatssitzung habe Steffen Wild das Projekt bereits am 10. Oktober vorgestellt. Bemmerl sieht das Vorhaben ausgesprochen positiv. „Wir wollen uns von der Holzkugel ja nicht einfach überrollen lassen, sondern es durch weitere Freizeitangebote ergänzen. Und natürlich geht es dabei auch um eine vernünftige Infrastruktur“, so Bemmerl.

Auch diese Anlage hat die Tour Green GmbH errichtet. Foto: Tour Green GmbH & Co. KG
Auch diese Anlage hat die Tour Green GmbH errichtet. Foto: Tour Green GmbH & Co. KG

Wilds Zeitplan ist ambitioniert. Eventuell schon im Mai, sagt Regionalmanagerin Wischert aus den Vorgesprächen, soll die Adventure-Golf-Anlage eröffnet werden. Noch im Dezember wolle der Investor den förmlichen Leader-Antrag einreichen. Dann dürfte es noch einmal rund sechs Wochen bis zu einer Entscheidung durch das zuständige Landwirtschaftsamt in Neumarkt dauern. Wer den Adventure-Golf-Platz einmal errichten wird, ist noch nicht offiziell. Die Tour Green GmbH aus dem oberfränkischen Oberhaid, die neben vielen anderen auch die Anlage am Monte Kaolino gebaut hat, hatte nach eigenen Angaben jedenfalls „schon mehrfach Kontakt mit Herrn Wild“.

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Bereits im Mai 2018 könnte die neue Attraktion am Steinberger See fertig sein.

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