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Region Schwandorf
Freitag, 21. September 2018 25° 3

Umgehung

Neue BI: Trasse richtet Schäden an

Bürger befürchten Auswirkungen auf die Natur und die Anwohner. 100 Interessenten kamen zur Gründung.

  • Die BI befürchtet, dass die Trasse nah an der Wohnbebauung Zigelholz vorbeiführt.
  • Gründungsmitglieder der BI „Alex sagt Nein“
  • Die Grafik zeigt den Verlauf der geplanten Umgehungsstraße.

MAXHÜTTE-Haidhof. „Alex sagt Nein“ ist der Name der am Samstag offiziell gegründeten Bürgerinitiative gegen die geplante Umgehungsstraße im Städtedreieck. Initiatoren sind Peter Eberhardt, Evi und Dr. Franz Schmidkunz, Johannes Feicht und Marion Krempl. Fast 100 Bürger füllten den Saal im Maxhütter Schützenhaus zur Gründungsversammlung der BI gegen die vorgestellte Trassenführung einer Umgehung, die vor allem Teublitz, die Burglengenfelder Vorstadt und Saltendorf vom Schwerlastverkehr und der damit einhergehenden Belastungen der Einwohner befreien soll.

Anhand eines – von der Teublitzer Bürgermeisterin Maria Steger überlassenen – Planes (siehe MZ-Grafik, sie weicht im Bereich östlich des Alexanderplatzes etwas von dem bereits veröffentlichen Plan ab) und veranschaulicht durch eigene Fotos entlang dieser Strecke erläuterte Dr. Franz Schmidkunz die Trassenführung und deren von der BI befürchtete Auswirkungen auf Natur und Anwohner: Sollte dieser Plan nach der Machbarkeitsstudie von Dipl.-Ing. (FH) Theo Preihsl tatsächlich maßgeblich sein, würden sich vor allem für die Bewohner von Koppenlohe/Hugo-Geiger-Siedlung, Grottengasse, Ziegelholz und angrenzenden Bebauungen aber auch für die zahlreichen Biotope im Gebiet der Eselweiher/Eselwiese beträchtliche Belastungen ergeben, so das Ergebnis.

Dammbau in der Tongrube?

Zum einen verlaufe die Trasse in unmittelbarer Nähe, nämlich knapp 35 Meter an den schon lange bestehenden Siedlungen Ziegelholz und Koppenlohe/Hugo-Geiger-Siedlung vorbei. Diese müssten dann zusätzlich zu den schon bestehenden Belastungen von Lärm, Abgasen und Feinstäuben, hervorgerufen nicht zuletzt durch die Muldenlage und des schon immer hohen Verkehrsaufkommens, auch noch die Auswirkungen des umgeleiteten Schwerlastverkehrs tragen.

Zum anderen würden im Gebiet der Eselweiher so wertvolle Dinge wie Überflutungswiesen, Erlenbrüche, eine Eichenallee verschwinden, natürliche Kleinode, die gerade für eine Industriestadt sehr wertvoll wären. Nicht zu reden von erhaltenswerten Industriebaudenkmälern im Bereich des alten Eisenwerkes, von denen, wie Schmidkunz sagte, in unverständlicher Weise schon viele zerstört und entfernt worden seien.

Auch das meistgenutzte Freizeitgelände von Maxhütte, das Freibad Teglgrube, sei massiv betroffen, führe doch die Trasse in unmittelbarer Nähe zum Kinderschwimmbecken vorbei. Dies alles erwecke den Eindruck einer sehr oberflächlichen Planung. Ungläubigkeit rief bei den Anwesenden auch die Trassenführung über den tiefsten Punkt der ehemaligen und nun zu verfüllenden Tongrube hervor: die Kosten für einen nötigen, mindestens 30 Meter hohen Damm wären wohl enorm, der Nutzen fragwürdig, denn allein bis zum Baubeginn der Umgehung dürften weit mehr als zehn Jahre vergehen, womit das Argument der Entlastung der Verauer und Teublitzer Bürger von speziell diesem Verkehr zur Auffüllung hinfällig sein dürfte.

Kritik an Informationspolitik

Bedenklich stimme auch die Trassenführung hinsichtlich der Belange des ehemaligen Bergbaus. Schon jetzt seien – so betroffene Anwohner aus Ziegelholz – immer wieder Absenkungen der bestehenden Straße zu beobachten. Bei nötigen massiven Eingriffen in den Maxhütter Nordhang unter dem zahlreiche Stollen verlaufen, fürchten die Anwohner Schäden oder Schlimmeres an ihren Häusern.

Die Besucher waren sichtlich betroffen, aber auch erregt hinsichtlich der Informationspolitik der Bürgermeister des Städtedreiecks. Sie sei eher geeignet, Misstrauen zu wecken denn sachlich aufzuklären. Unverständnis herrschte vor allem bei den Bewohnern von Ziegelholz, die nicht an einer Infoveranstaltung für die zwei Teublitzer BIs in der vergangenen Woche durch Bürgermeisterin Maria Steger teilnehmen durften. Allerdings machten nicht nur sie aus ihrer Ablehnung der Umgehung keinen Hehl. Auch der anwesende Stadtrat aus Maxhütte, Josef Nießl, ergriff das Wort. Laut seiner Aussage wäre auch kein Landwirt aus Roding bereit, freiwillig Grund für die Trasse abzutreten. Ein Durchschneiden zusammenhängender Flurstücke entlang der Trassenführung ab Anschlussstelle B15 bei Burglengenfeld sei für sie völlig inakzeptabel.

Fazit der meisten: Eine Umgehung des Städtedreiecks ist nicht möglich. Diese Trasse stelle keine Umgehung dar sondern eine Führung durch bestehende Wohngebiete, zum Nutzen einiger weniger aber zum Schaden vieler. Das Weihergebiet werde auf jeden Fall zerstört, ebenso die Fluren bei Roding. Als Konsequenz müsste Ursachenforschung betrieben werden, wobei der Schwerlastverkehr das Hauptproblem zu sein scheine. Seine Reduzierung sei zu überlegen, das Stoppen der Verfüllung der Tongrube bei Verau könne ein erster Schritt dazu sein. Zum Schluss erklärten sich bereits viele bereit, aktiv in der BI mitzuwirken.

Im Publikum wurden Stimmen laut, die eine derartige Planung einer Straße in Zeiten großzügiger Einhausungen selbst weniger problematischer Streckenführungen für völlig antiquiert halten.

Zwar plädierte der anwesende Teublitzer Stadtrat Franz Pfeffer dafür, doch wenigstens das Verkehrsgutachten und das Planfeststellungsverfahren abzuwarten, fand allerdings damit wenig Beifall. Natürlich verstehe man die Anliegen der Teublitzer, doch diese Umgehung bedeute doch lediglich eine Verlagerung des Problems auf die Maxhütter Bevölkerung.

Dazu sei der Nutzen völlig fragwürdig. Denn eine derartige Umgehung könne nicht zuletzt auch dazu verführen, die Autobahnmautstellen zu umfahren, was dann nicht zuletzt auch die Anwohner der B 15 nach Schwandorf zu spüren bekämen.

Und am bestehenden privaten Verkehrsaufkommen, das wohl in Teublitz den Hauptanteil ausmache, würde sich sowieso nichts ändern.

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