MyMz
Anzeige

Geschichte

Neue Einblicke in Fronbergs Geschichte

Andreas Hottner übergab die Sammlung seines Vaters an das Schwandorfer Stadtarchiv. Davon profitieren jetzt die Bürger.
Von Marina Wudy

Andreas Hottner jun., Stadtarchivar Josef Fischer und Oberbürgermeister Andreas Feller (von links) freuten sich gemeinsam über den Neuzugang im Schwandorfer Archiv. Foto: Wudy
Andreas Hottner jun., Stadtarchivar Josef Fischer und Oberbürgermeister Andreas Feller (von links) freuten sich gemeinsam über den Neuzugang im Schwandorfer Archiv. Foto: Wudy

Fronberg.Über Jahrzehnte hatte der alteingesessene Fronberger und Hobby-Sammler Andreas Hottner sen. die Geschichte der ehemaligen Gemeinde mit Fotos, Protokollen und handgemalten Zeichnungen ausführlich dokumentiert. 54 Kisten mit historischen Schätzen sind dabei herausgekommen. Nach seinem Tod 1990 ruhten diese allerdings im Verborgenen. Seinem Sohn Andreas Hottner jun. ist es zu verdanken, dass die Sammlung nun entsprechend gewürdigt und erschlossen wird: Er übergab sie an Stadtarchivar Josef Fischer, der die Dokumente als „wunderbare Ergänzung“ zu den bereits vorhandenen Beständen im Stadtarchiv bezeichnete.

Bilanz

Vom Fallschirmspringer zum Stadtarchivar

Josef Fischer hütet viele historische Schätze. Er hat das Schwandorfer Archiv in 20 Jahren zur Forschungsstätte ausgebaut.

Dass es die Sammlung überhaupt in dieser Form gibt, ist laut Andreas Hottner dem lebensbejahenden Gemüt seines Vaters geschuldet. Dieser sei nach dem Zweiten Weltkrieg dreieinhalb Jahre in Kriegsgefangenschaft in Sibirien gewesen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen seiner Mitgefangenen sei er immer positiv geblieben und habe an die Rückkehr in seine Heimat Fronberg geglaubt. „‘Wenn ich wieder heimkomme, will ich alles über meinen Ort wissen‘, hat er sich damals gesagt“, erzählte Sohn Andreas Hottner.

500 neue Sterbebilder fürs Archiv

Stadtarchivar Fischer freut sich besonders darüber, dass Hottner sich dafür entschieden hat, die Unterlagen nicht nur der Stadt, sondern auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. So können interessierte Bürger die Sammlung einsehen und bei Bedarf sogar Kopien von bestimmten Dokumenten erstellen. Laut Josef Fischer seien viele spannende Fundstücke darunter, beispielsweise ein Ordner mit über 500 Sterbebildern. Die würden auf den Laien erst einmal nicht besonders interessant wirken, aber ein Archivar könne daraus viele aussagekräftige Dinge erfahren, wie etwa alte Berufsbezeichnungen.

Auch Postkartensammlungen (links) und ein Ordner mit über 500 Sterbebildern (oben) gehören zu der Sammlung von Andreas Hottner. Foto: Wudy
Auch Postkartensammlungen (links) und ein Ordner mit über 500 Sterbebildern (oben) gehören zu der Sammlung von Andreas Hottner. Foto: Wudy

Ein weiteres Highlight der Sammlung sind eine Reihe von Hand erstellter Zeichnungen von Straßenzügen, in denen Hottner akribisch dessen Bewohner zur jeweiligen Zeit vermerkt hat. Aber auch zur Kirchengeschichte, zu Fronbergs Kriegsgefallenen und -denkmälern, sowie zum Fronberger Schlossgeist können umfangreiche Dokumente entdeckt werden. Oberbürgermeister Andreas Feller zeigte sich begeistert. „Ich bin total beeindruckt - so eine Sammlung ist wirklich eine Lebensleistung“, sagte er.

Historie

Ein Blick in die Schwandorfer Geschichte

Stadtarchivar Josef Fischer hat für uns historische Bilder von markanten Gebäuden ausgegraben. So sehen sie heute aus.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht