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Umwelt

Neue Hochleistungspumpen fürs Westfeld

Die Rekultivierungsarbeiten auf dem Westfeld des ehemaligen südlichen Wackersdorfer Braunkohlereviers schreiten voran.

Mit Hilfe eines 80- bzw. 150-Tonnen-Autokrans wurden vier Saugpumpenschächte neben dem Sickerwassersammelbecken eingesetzt. Foto: Jan Kiver
Mit Hilfe eines 80- bzw. 150-Tonnen-Autokrans wurden vier Saugpumpenschächte neben dem Sickerwassersammelbecken eingesetzt. Foto: Jan Kiver

Wackersdorf.Schwergewichtige Montageaktionen wurden auf dem Wackersdorfer Westfeld im zweiten Bauabschnitt erfolgreich gemeistert. Mit Hilfe eines 80- bzw. 150-Tonnen-Autokrans wurden seit Anfang Oktober in vierzehntägigem Abstand vier großvolumige Saugpumpenschächte neben dem Sickerwassersammelbecken (kurz: Sickerwassersammler) bis in den Felsgrund eingesetzt. In die Schächte werden jeweils moderne Saugpumpen montiert. Jede der Pumpen verfügt bei einer Leistungsaufnahme von 12 250 Watt über eine Förderleistung von 20 000 Liter pro Stunde bei einer Förderhöhe von bis zu 47,5 Metern.

Die Montage der Schächte und Pumpen sind ein wichtiger Schritt zur grundlegenden Modernisierung der Sickerwasseraufbereitung von der „Quelle“ in rund 30 Metern Tiefe bis zur Abgabe des gereinigten Wassers in den Knappensee. Darüber hinaus unterstützt Uniper am Standort Westfeld ein zukunftsweisendes Umweltforschungsprojekt zur Erprobung eines ökologischen Verfahrens zur passiven, d.h. Energie und Ressourcen schonenden Aufbereitung von verunreinigtem Sickerwasser. Das Forschungsvorhaben wird von der BASE TECHNOLOGIES GmbH, einem Umwelttechnologiespezialisten aus München, in Kooperation mit der Universität Bayreuth durchgeführt und vonseiten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Moderne Wasseraufbereitung

Ziel des Projektes ist die Einführung und Weiterentwicklung einer naturnahen und nachhaltigen Technologie zur Wasseraufbereitung unter vollständigem Verzicht auf den Einsatz von Energie und Chemikalien. Zu diesem Zweck wurde am Standort Westfeld bereits 2017 eine innovative mehrstufige Versuchsanlage eingerichtet und mit einem Teil des geförderten Sickerwassers beschickt. Die ersten Ergebnisse des bislang rund zweijährigen Pilotbetriebs sind außerordentlich vielversprechend und belegen den dauerhaften, sicheren Betrieb unter realen Bedingungen. Uniper beabsichtigt die Beantragung einer deutschlandweit ersten passiven Großanlage als nachhaltige Alternative zur bestehenden Sickerwasseraufbereitungsanlage. Mit der vorliegenden Datenbasis konnte durch BASE TECHNOLOGIES in enger Kooperation mit den zuständigen Behörden bereits die Genehmigungsplanung angestoßen werden.

Das Projekt

  • Hintergrund:

    Sieben Jahrzehnte war das Wackersdorfer Braunkohlerevier von bergmännischer Nutzung geprägt. Die Rekultivierung der Westfeld-Flächen lag bei der ehemaligen Bayerischen Braunkohleindustrie (BBI), dem Bayernwerk und E.ON, von der Uniper die Aufgabe übernommen hat.

  • Dauer:

    Das Rekultivierungsprojekt wurde 2002 gestartet. Der Abschluss ist bis Ende 2022 in mehreren Etappen vorgesehen.

Die Einhebeaktionen der Pumpenschächte fanden im Rahmen der Arbeiten zum Gesamtabschluss der Rekultivierung des Westfelds des ehemaligen südlichen Braunkohlereviers statt. Um den Autokran neben dem Sickerwassersammler, der sich an der tiefsten Stelle des Westfelds befindet, standsicher aufstellen zu können, musste je Einhebeaktion eine entsprechende Aufstellplattform (18 x 10 Meter, 0,35 Meter dick) aus tragfähigem Schüttmaterial für die tonnenschweren Kranfahrzeuge konstruiert werden.

Umwelt

Bäume fällen für die Rekultivierung

Der frühere Braunkohle-Tagebau bei Wackersdorf wird der Natur zurückgegeben. Jetzt rücken die Arbeiter am Westfeld-Damm an.

Mit seinem knapp 50 bzw. 60 Meter langen Auslegern hievten die Kräne jeweils zwei Schachtröhren in den Untergrund. Jeder der bis zu knapp sieben Meter tiefen Schächte besteht aus drei 15 Zentimeter dicken Betonringen mit einem Innendurchmesser von zwei Metern sowie einem Betondeckel mit Einstiegsöffnung. Als Gesamtgewicht bringt jeder Schacht 22 000 Kilogramm auf die Waage, wobei das schwerste Einzelteil rund 800 Kilogramm wiegt. Anschließend wurden die Schächte mit Flüssigboden im umgebenden Erdreich dauerhaft fixiert.

Hilfe für Vogelschutzgebiet

Auch für die Regenwassersammlung werden abhängig von der Witterung noch in diesem Herbst drei neue, zwölf Tonnen schwere Oberflächenwasserpumpenschächte in den Rekultivierungskörper gesetzt. Sie sind mit einem Innendurchmesser von 1,5 Meter und einer Bauhöhe von vier Metern etwas kompakter und können ohne zusätzlichen maschinellen Aufwand eingebaut und mit Flüssigboden verfüllt werden. So soll künftig das Regenwasser über ein in der Mitte der Deponie angeordnetes Regenrückhaltebecken gesammelt und über daran angeschlossene Pumpleitungen und Entwässerungsgräben in den Entwässerungsgraben Nord zwischen Industriestraße und Westfeld sowie weiter in den Hirtlohweiher, ein von Verlandung und Austrocknung betroffenes Vogelschutzgebiet, weitergeleitet werden.

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