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Region Schwandorf
Sonntag, 23. September 2018 16° 4

Projekt

Neue Strategie an der A 93

Der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet erwirbt Grund für 1,4 Millionen Euro und hofft damit auf einen Durchbruch.
Von Hubert Heinzl

Der Zweckverband erwirbt das „komplette Quartier“ nördlich der OMV-Tankstelle. Foto: Dietmar Zwick
Der Zweckverband erwirbt das „komplette Quartier“ nördlich der OMV-Tankstelle. Foto: Dietmar Zwick

Schwandorf.Bei der Gründung vor zwölf Jahren wurde er mit Vorschusslorbeeren fast überhäuft. Die interkommunale Zusammenarbeit steckte seinerzeit noch in den Kinderschuhen, und der neue Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet, zu dem sich die Stadt Schwandorf und die Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See zusammengeschlossen hatten, um die Filetgrundstücke an der Autobahn A 93 gemeinsam zu entwickeln, war für die Region etwas bahnbrechend Neues.

Bisher ernüchternde Bilanz

Zwölf Jahre danach fällt die Bilanz eher ernüchternd aus: Bis auf die OMV-Tankstelle und zwei Salzsilos sucht man Gewerbe auf den 70 Hektar Bruttobaulandfläche des Zweckverbands bisher vergebens. Auch ein großer Lkw-Parkplatz, der lange im Gespräch war, ist immer noch nicht realisiert. Das Problem der Anfangszeit benennt Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller: „Die Abgabebereitschaft war gleich Null“. Einen der Gründe dafür benennt Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter, der zur Zeit turnusmäßig den Zweckverbandsvorsitz innehat: Mit reinen Optionsverträgen ließen sich die Grundstücksbesitzer nicht abspeisen. Und auch die Unternehmen – Anfragen gab es durchaus – wollten nicht ein oder zwei Jahre warten, um dann vielleicht mit dem Bauen anzufangen.

2014 setzten sich die drei beteiligten Bürgermeister zusammen, um einen Ausweg aus der Misere zu finden. „Wir waren uns einig, dass wir bei der Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes die Strategie ändern müssen“, blickt Bürgermeister Falter zurück. Die Erkenntnis aus den Gesprächen fasst er wie folgt zusammen: „Es hat sich abgezeichnet, dass wir mit den Optionsverträgen nicht weiterkommen und in Vorleistung gehen müssen“, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Bürgermeister der drei am Zweckverband beteiligten Gemeinden (v. li.): Oberbürgermeister Andreas Feller und die Bürgermeister von Steinberg am See, Harald Bemmerl, und Wackersdorf, Thomas Falter Foto: Heinzl
Die Bürgermeister der drei am Zweckverband beteiligten Gemeinden (v. li.): Oberbürgermeister Andreas Feller und die Bürgermeister von Steinberg am See, Harald Bemmerl, und Wackersdorf, Thomas Falter Foto: Heinzl

Nach mehreren Gesprächen mit der Regierung der Oberpfalz war klar, dass auch die bisherigen planerischen Mittel ungeeignet waren. Bisher hatte der Zweckverband nur einen groben Rahmen für die Entwicklung des Verbandsgebiets gesetzt. Jetzt soll für die gesamten 70 Hektar ein eigener Flächennutzungsplan aufgestellt werden – als Grundlage für die Bebauungspläne der Zukunft. „Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2019 Baurecht zu schaffen“, sagt Falter. Erst dann will man mit einer möglichen Erschließung und Vermarktung beginnen.

Wichtiger als der planerische Aufwand, der in den kommenden Monaten betrieben wird, ist aber die Tatsache, dass diese Vorarbeiten nicht mehr in der Luft hängen. Denn zurzeit beschafft der Zweckverband tatsächlich Flächen für Betriebsansiedlungen. Für rund 1,4 Millionen Euro erwirbt man „das komplette Quartier um die OMV-Tankstelle“, wie es Bürgermeister Falter formuliert. Das mehrere Hektar große Grundstück liegt nördlich der Tankstelle und wird im Süden durch die B 85, im Westen durch die Autobahn A 93 begrenzt. Entsprechend dem Umlageschlüssel tragen Wackersdorf und Schwandorf jeweils 45 Prozent der Kosten, die Gemeinde Steinberg am See die restlichen zehn Prozent. Der Wackersdorfer Gemeinderat hat die Investition im Haushalt 2018 bereits beschlossen – in Schwandorf und Steinberg am See wird das Ausgabenpaket noch Gegenstand der Haushaltsberatungen sein.

Nägel mit Köpfen machen

Die beteiligten Bürgermeister hoffen dank ihrem Strategiewechsel, dass bei der Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebiets endlich der Knoten platzt. „Jetzt können wir Nägel mit Köpfen machen“, sagt etwa Oberbürgermeister Andreas Feller. An der Zusammenarbeit der drei Kommunen führt nach ihrer übereinstimmenden Auffassung ohnehin kein Weg vorbei; „das ist alternativlos“, wie Bürgermeister Falter es formuliert.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Weitere Gewerbeflächen im IKG

  • Fläche:

    Das Interkommunale Gewerbegebiet an der A 93 (IKG) umfasst insgesamt eine Fläche von 70 Hektar und wird vom gleichnamigen Zweckverband aus der Stadt Schwandorf und den Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See entwickelt.

  • Planung:

    Ein erstes Gewerbegebiet im IKG soll rund um die OMV-Tankstelle entstehen. Das mehrere Hektar große Areal erwirbt der Zweckverband für 1,4 Millionen Euro. Schwandorf und Wackersdorf tragen je 45 Prozent, Steinberg am See zehn Prozent.

Dass sich auch künftig Gewerbebetriebe für den Standort zwischen B 85 und A 93 interessieren, steht für die Beteiligten außer Frage. Nach den Worten Falters gab und gibt es „grundsätzlich immer Interesse, aus den verschiedensten Branchen“. Und Oberbürgermeister Andreas Feller ergänzt: „Es gibt einfach Firmen, die ausdrücklich die Autobahnnähe suchen. Die können wir weder in Schwandorf noch in Wackersdorf ansiedeln, sondern nur an dieser Stelle“.

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