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Neuer Radweg auf der Bahntrasse

Der Radweg von Nittenau nach Bruck wird voraussichtlich mehr als 1,1 Millionen Euro kosten.

Auf dem Bahngleis soll künftig der Radweg nach Nittenau führen. Foto: be

NITTENAU. Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag von den ersten Planungen für den 2870 Meter langen Radweg zwischen Nittenau und Bruck Kenntnis genommen. Gleichzeitig hat der Ausschuss die Verwaltung beauftragt, umgehend einen Zuwendungsantrag bei der Regierung der Oberpfalz zu stellen, um sich die staatliche Förderung zu sichern. Bei geschätzten Gesamtkosten von 1130000 Euro und einem möglichen Fördersatz von 80 Prozent hofft die Stadt Nittenau darauf, mit einem Eigenanteil von rund 230000 Euro davon zu kommen.

Nachdem der Markt Bruck in seinen Planungen die Straßenseite für den Radweg wechseln musste, sieht das Plankonzept nun folgende Lösung vor: Um eine Straßenquerung bei Sulzmühl auf freier Strecke zu vermeiden, soll der Radweg nun im Stadtbereich Nittenau ab Sulzmühl auf der linken, der Bahnlinie abgewandten Straßenseite bis zur Querung der neuen Umgehungsspange geführt werden. Bei der Anbindung der Nordost- bzw. Nordwestumgehung an die Staatsstraße 2150 mit einem Kreisverkehr soll dann die Straßenseite für den kombinierten Geh- und Radweg gewechselt und auf der frei gewordenen, ehemaligen Bahntrasse bis nach Nittenau weiter gehen.

Ein Knackpunkt an diesem Konzept ist die Querung der Brucker Straße, die notwendig wird, damit eine Verbindung zwischen dem jetzigen Krones-Betriebsgelände und der geplanten Erweiterungsfläche auf dem ehemaligen Schlingmann-Areal entsteht.

Wie Bürgermeister Karl Bley am Dienstag dazu ausführte, ist dabei an ein Brückenbauwerk gedacht, unter dem die Straße und somit auch der Geh- und Radweg hindurch geführt werden soll. Weil die Brückenkonstruktion durch den zusätzlichen Weg breiter ausfallen muss, sind die Kosten dafür laut Bley bereits anteilig in die Gesamtkosten für den Radweg mit eingerechnet worden.

Franz Probst (Grüne) wollte sich in der anschließenden Diskussion zum Thema allerdings nicht mit der Thematik anfreunden. Zwar begrüßte er grundsätzlich den Bau eines Radweges, jedoch hielt er das konkrete Projekt für viel zu teuer und für nicht sinnvoll. „Wer soll denn da fahren?“, fragte er etwa. Probst hielt einen Ausbau des Weges entlang des Sulzbachtales für viel sinnvoller und letztlich auch kostengünstiger.

Bürgermeister Bley räumte zwar ein, dass „uns der Radweg finanziell bis an die Leistungsgrenze fordert“, doch verwies er ebenso darauf, dass ein Ausbau des Weges im Sulzbachtal nicht von der öffentlichen Hand gefördert werden würde. Außerdem machte er deutlich, dass es hier ja um eine „schnelle Radwegverbindung“ zwischen Bodenwöhr, Bruck und Nittenau gehe und nicht um die landschaftlich schönste Variante.

Berthold Schreiner (CSU) brachte schließlich die vorhandenen Gleisanlagen und deren notwendigen Rückbau ins Spiel. Die Kosten dafür müssten eh von der Stadt aufgebracht werden. Da sei es in seinen Augen allemal sinnvoller, diesen Rückbau mit einem Projekt zu kombinieren, für das man eine Förderung von bis zu 80 Prozent bekommen könne.

Franz Probst wollte sich von diesen Ausführungen freilich nicht überzeugen lassen. Am Ende war er der einzige Stadtrat im Ausschuss, der gegen die abgeänderte Trassenwahl und den Förderantrag an die Regierung votierte.

Den Antrag hatte die Verwaltung freilich schon im Vorfeld vorbereitet und an die Regierung weiter geleitet, wie am Dienstag zu erfahren – um auch ganz sicher die Chance auf eine Förderung nicht verstreichen zu lassen. (ttg)

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