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Wirtschaft

Neuer „Schottergaul“ für den Steinbruch

Der Muldenkipper des Zementwerks Burglengenfeld hat rund eine Million Euro gekostet. Jetzt wurde er „Taurus“ getauft.
Von Thomas Rieke

HC-Werkleiter Henrik Wesseling (Mitte) mit 3. Bürgermeister Josef Gruber (rechts), Pfarrer Franz Baumgartner (Zweiter von rechts), Jürgen Rasche von Baumaschinen Schlüter (Dritter von links) sowie Fahrer Silvio Schneider (links), Steinbruchmeister Werner Hofrichter und Markus Rauseo (ebenfalls Fa. Schlüter) vor dem neuen Muldenkipper. Foto: Rieke
HC-Werkleiter Henrik Wesseling (Mitte) mit 3. Bürgermeister Josef Gruber (rechts), Pfarrer Franz Baumgartner (Zweiter von rechts), Jürgen Rasche von Baumaschinen Schlüter (Dritter von links) sowie Fahrer Silvio Schneider (links), Steinbruchmeister Werner Hofrichter und Markus Rauseo (ebenfalls Fa. Schlüter) vor dem neuen Muldenkipper. Foto: Rieke

Burglengenfeld.1217 Pferdestärken aus dreißig Litern Hubraum, Nutzlast 91 Tonnen, Muldenkapazität 60 Kubikmeter – das sind einige der äußerst beeindruckenden Parameter, die den neuen Schwerlastkraftwagen (SKW) im Burglengenfelder Steinbruch von HeidelbergCement auszeichnen. Am Montagvormittag wurde der Koloss präsentiert und offiziell in Dienst gestellt. Doch vorher erhielt er den kirchlichen Segen und wurde auf den Namen „Taurus“ getauft.

Werkleiter Henrik Wesseling, der schon die 100 Millionen Euro teure Modernisierung des Zementwerks 2016 bis 2018 gemanagt hat, durfte sich nun erneut über eine Großinvestition freuen. Zuletzt war vor zwanzig Jahren ein neuer SKW ins Dienst gestellt worden.

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Neue Grube für Zementwerk in Mühlberg

Im Burglengenfelder Steinbruch wird Ton langsam knapp. Glücklicherweise wurden schon 1960 die Weichen für Nachschub gestellt.

Die Konzernspitze von der Notwendigkeit einer Ersatzbeschaffung zu überzeugen, soll nicht ganz einfach gewesen sein, hieß es. Theoretisch wäre es zwar noch möglich gewesen, den alten CAT-Muldenkipper, der rund elf Millionen Tonnen Kalkstein befördert hat und den Spitznamen „Schottergaul“ trägt, für ein paar weitere Jahre fit zu machen. Wesseling ließ aber durchblicken, dass ihm die Neuanschaffung im Wert von rund einer Million Euro deutlich lieber war.

Von Japan über Rotterdam nach Burglengenfeld

Bei dem neuen SKW handelt es sich um ein Produkt der japanischen Firma Komatsu. Seine Teile wurden per Schiff nach Rotterdam geliefert; dort erfolgte ein Teilzusammenbau. Drei Tieflader mit Überbreite brachten die Komponenten dann am vergangenen Samstag nach Burglengenfeld, wo die Endmontage stattfand.

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Burglengenfeld: Einweihung Millionen-Anschaffung Z

Wesseling betonte in seiner Ansprache die vielen technischen Verbesserungen, die der neue SKW gegenüber seinem Vorgänger aufzuweisen hat. Die Motorleistung sei höher, doch der CO2- und NOx-Ausstoß geringer. Gleichwohl ist die Maschine von den europäischen Abgasnormen ausgeklammert. Man spricht auch nicht von „Verbrauch auf hundert Kilometer“, sondern von Verbrauch pro Stunde. Das Fassungsvermögen des Tanks beträgt 1300 Liter Diesel. Wichtig für die Sicherheit ist eine Kamera, die dem Fahrer eine 360-Grad-Umsicht beschert. Erstaunlich ist ferner der Wendekreis von nur 10,10 Meter – viele Pkw haben einen größeren.

Ehrfurcht vor Gott – und den Ingenieuren

3. Bürgermeister Josef Gruber, der Rathauschef Thomas Gesche vertrat, sagte, die Stadt freue sich über die Investition, sei sie doch ein weiterer Garant für die Standorttreue des Unternehmens. Burglengenfeld habe sich mit dem Zementwerk nicht nur „arrangiert“, sondern sei dankbar für die Arbeitsplätze und den dadurch erreichten Wohlstand. Ferner hob Gruber die große persönliche Leistung Henrik Wesselings seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren hervor.

Der Komatsu 785

  • Bauart:

    Muldenkipper

  • Motor:

    Diesel, zwölf Zylinder, 30 Liter Hubraum

  • Leistung:

    1217 PS bei 1900 Umdrehungen pro Minute

  • Tankvolumen:

    1300 Liter

  • Nenn-Nutzlast:

    91 Tonnen

  • Muldenkapazität:

    60 Kubikmeter (gehäuft)

  • Ladefläche:

    7 auf 5,2 Meter

  • Sonstiges:

    Lastenabhängiges Federungssystem, 360-Grad-Kamera

Pfarrer Franz Baumgartner äußerte sich ähnlich und konnte seine Begeisterung über den Muldenkipper kaum verbergen. Normalerweise, so sagte er, habe er nur Ehrfurcht vor Gott. Wenn er aber auf dieses „Monstrum“ schaue, habe er auch Ehrfurcht vor den Ingenieuren und Monteuren, die es erschaffen haben. Kaum war der symbolische Akt der Taufe mit einer Flasche Sekt vollzogen, nutzte Baumgartner die Gelegenheit, die Leiter zum Führerhaus hochzuklettern. Und so nahm er als einer der Ersten überhaupt am Steuer des Komatsu 785 Platz. „Wenn Sie mal einen Ersatzfahrer benötigen, bin ich zur Stelle“, ließ er Wesseling wissen.

Mit der Zementindustrie verbunden

Jürgen Rasche, Verkaufsleiter von der Firma Schlüter, dem größten Komatsu-Vertragshändler in Deutschland, wünschte unfallfreie Einsätze und betonte darüber hinaus, dass sein Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Erwitte mit großer Leidenschaft bei der Sache sei. Die Firma existiert seit 55 Jahren und liegt in einer Region, in der nicht weniger als vier Zementwerke angesiedelt sind. Rasche: „Wir sind also alle mit dieser Industrie aufgewachsen und fühlen uns eng mit ihr verbunden.“

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