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Kommunalpolitik

Neues Dachgeschoss bietet Potenzial

Ein baldiger Umbau des Rathausdaches in Nittenau scheitert am Geld. Das Landratsamt macht auf die Finanzlage aufmerksam.
Von Renate Ahrens

  • Das Nittenauer Rathaus soll auch einen Aufzug bis ins Dachgeschoss erhalten. Animation: Architekturbüro Götzer
  • Das Dachgeschoss mit Blick auf die Stadt würde sich wunderbar für Veranstaltungen eignen. Foto: Ahrens
  • Die Stadtverwaltung ist seit 1984 in dem zweigeschossigen Neubarockbau und bräuchte mehr Platz. Foto: Ahrens

Nittenau.Noch liegen Staub und Bauschutt auf dem Dachboden des Rathauses, doch beim Blick zum hohen Gebälk kann man sich vorstellen, dass dieser Raum einmal die „gute Stube“ der Stadt werden könnte. Eine wunderbare Aussicht hat man von hier auf die Stadt, auf das Storchennest auf dem Haus des Gastes und auf Hügel und Täler. Die Vögel zwitschern und die Tauben gurren, sonst ist es still. Es wäre tatsächlich der ideale Platz für Veranstaltungen wie die Rathaushauskonzerte, die sich etabliert haben. Das zusätzliche Raumangebot würde auch die Enge in der Verwaltung mildern.

Doch noch steht in den Sternen, was aus dem Dachgeschoss über den Verwaltungsräumen der Stadt passieren soll – denn es ist eine Frage des Geldes. Zurzeit erfolgt eine energetische Sanierung des gesamten Rathauses, so werden Fenster und Dachstuhl ersetzt – und das war längst überfällig. „Wir wollen nicht länger zum Fenster hinausheizen“, erklärte Kämmerer Jakob Rester der Mittelbayerischen. „Das Dachgeschoss soll nun vorbereitet werden, um die Voraussetzungen für eine spätere Nutzung zu schaffen.“

Lesen Sie mehr: Das Nittenauer Rathaus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Die Fenstersanierung läuft momentan.

Die Sanierung bringt auch einige bauliche Veränderungen mit sich, so werden die Toiletten im Rathaus verlegt. Der Stadtrat besichtigte nun vor seiner Sitzung am Dienstag das Dachgeschoss mit der Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern und beriet anschließend darüber – allerdings im nichtöffentlichen Teil.

Ideen bereits vorhanden

Das Rathaus wurde im Jahr 1903 errichtet und diente zunächst bis 1973 als Amtgerichtsgebäude. Foto: Ahrens
Das Rathaus wurde im Jahr 1903 errichtet und diente zunächst bis 1973 als Amtgerichtsgebäude. Foto: Ahrens

Durchaus kulturelle Veranstaltungen könnte man sich hier vorstellen, sagte zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer. „Wir haben bereits Ideen, wie es ausschauen könnte.“ Eine Renovierung des Dachstuhls sei dringend erforderlich, da zwei Kamine abgebrochen und die Balken morsch sind. Außerdem fehlte die Dämmung und es gab undichte Stellen in der Dachhaut.

„Wir haben bereits Ideen, wie es ausschauen könnte.“

Albert Meierhofer, zweiter Bürgermeister Nittenau

Elf Gauben hatte früher das historische Gebäude, das unter Denkmalschutz steht. Diese sollen wieder eingebaut werden. Auch der Denkmalschutzbeauftragte habe dies befürwortet. „Ohne die Gauben würde es zu finster sein“, so Meierhofer, allerdings koste eine Gaube etwa 2500 Euro. Die alten Balken sollen erhalten und gebürstet werden.

Die Balken bröckeln, so morsch sind sie, stellten die Nittenauer Räte fest. Foto: Ahrens
Die Balken bröckeln, so morsch sind sie, stellten die Nittenauer Räte fest. Foto: Ahrens

Verschiedene Räume könnten hier oben einmal entstehen, mit Toiletten, einer Teeküche und einem großen Raum – den man als Sitzungsraum nutzen könne oder für Veranstaltungen. Er könnte Platz für 70 bis 80 Menschen bieten, und auch für den Flügel.

Einen behindertengerechten Zugang wird ein Außenaufzug ermöglichen, das steht bereits fest. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, wie von Johann Frimberger (SPD) angeregt, würde das Denkmalamt nicht genehmigen, erklärte Meierhofer. Die Fertigstellung der energetischen Sanierung soll bis Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Rund 1,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. 654400 Euro davon sind laut Rester als Förderung aus dem kommunalen Investitionsprogramm zugesagt. Doch das macht die Finanzlage der Stadt nicht besser.

Zehn Millionen Euro Schulden

Das Landratsamt hat zwar nun im Juni, wie Meierhofer in der Sitzung informierte, den Haushalt 2018 mit einer Kreditaufnahme von 1,3 Millionen Euro genehmigt, aber auch einen „Hinweis“ gegeben, mit dem man laut Rester bereits gerechnet habe und keine Überraschung sei, da der Haushalt „mit einigen Schwierigkeiten“ aufgestellt wurde.

Bereits jetzt kann man sich gut vorstellen, wie schön das Dachgeschoss einmal aussehen könnte. Foto: Ahrens
Bereits jetzt kann man sich gut vorstellen, wie schön das Dachgeschoss einmal aussehen könnte. Foto: Ahrens

Um die Finanzsituation nachhaltig zu festigen, so schreibt das Landratsamt, habe die Stadt die Haushaltsgrundsätze unbedingt zu beachten. Alle Möglichkeiten müssten ausgeschöpft werden, um weitgehend beständig einen gesicherten, mittelfristigen Finanzierungsrahmen zu gewährleisten.

„Wichtig ist, dass der Haushalt genehmigt wurde, um weitermachen zu können.“ Albert Meierhofer, zweiter Bürgermeister

Rester stellte auch die Jahresrechnung 2017 vor: Der Verwaltungshaushalt schließt mit einer Summe von 17 Millionen. Der Gesamthaushalt lag bei 22 Millionen Euro. Der Schuldenstand stieg im Jahr 2017 um rund 300000 Euro auf knapp zehn Millionen Euro. Die Stadt verweist nun die Jahresrechnung zur Prüfung an den Rechnungsausschuss. Aufgrund der Finanzsituation ist mit einem baldigen Ausbau des Dachgeschosses nicht zu rechnen.

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