MyMz
Anzeige

Neunburg: Der beliebte Pfarrvikar geht

Benny Joseph wird nun Pfarrer in Freihung. In der Pfarrei St. Josef hat er viele Freunde gewonnen – und Schafkopfen gelernt.
Von Roland Thäder

Der Neunburger Stadtpark gehört zu Benny Josephs Lieblingsplätzen, um einen Spaziergang zu machen. Manchmal geht er von dort auf dem Wanderweg bis nach Katzdorf und zurück. Foto: Thäder
Der Neunburger Stadtpark gehört zu Benny Josephs Lieblingsplätzen, um einen Spaziergang zu machen. Manchmal geht er von dort auf dem Wanderweg bis nach Katzdorf und zurück. Foto: Thäder

Neunburg.Fünf Jahre war Benny Joseph in der Neunburger Pfarrei St. Josef Pfarrvikar. Damals kam er aus Eslarn, wo er seine erste Kaplanstelle in Deutschland angetreten hatte, in die Pfalzgrafenstadt. Noch heute erinnert sich der 47-Jährige gerne an den guten Zoigl aus dem Eslarner Kommunbrauhaus. Aber auch in Neunburg hat er Wurzeln geschlagen – und das, obwohl seine Freizeitbeschäftigung mit denen, die in seiner Heimat Indien so populär sind, nichts zu tun haben.

Die Mutter-Gottes-Kirche aus Benny Josephs Heimatpfarrei im indischen Bundesstaat Kerala von innen. Foto: Benny Joseph
Die Mutter-Gottes-Kirche aus Benny Josephs Heimatpfarrei im indischen Bundesstaat Kerala von innen. Foto: Benny Joseph

Benny Joseph, der mit bürgerlichem Nachnamen Kochumundammalayi heißt, stammt aus einem christlich geprägten Elternhaus. „Schon als Ministrant fühlte ich mich zum Pfarrer berufen“, erinnert sich der Kaplan. Von der Familie sei er ermutigt worden, Priester zu werden. Schon mehrere Frauen aus der Nachbarschaft waren ins Kloster eingetreten, sagt der Pfarrvikar über das Milieu, in dem er aufgewachsen ist. Er besuchte dann nach der 10. Klasse ein Priesterseminar. 2001 wurde er zum Priester gewählt. Bis 2011 war er schließlich Seelsorger in Indien, bevor er in die Diözese Regensburg wechselte.

Rückblickend urteilt der Pfarrvikar über seine Zeit in Neunburg: „Pfarrer Stefan Wagner, Sekretärin Gabi Reiml, Pastoralreferentin Susanne Albang, Kirchenpfleger Rudi Schmid, Pfarrgemeinderats-Sprecher Michael Hellmuth und Haushälterin Erika Schwendner – wir sind ein sehr gutes Pfarrhaus-Team.“ Und die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. „Es hat alles super gepasst. Schade für uns, dass er geht“, erklärt Hellmuth. Benny Joseph habe sich gut eingebracht, sogar bei den Schafkopf-Turnieren. Pfarrsekretärin Reiml schätzt seine nette und offene Art. „Das kommt bei den Leuten gut an“, weiß sie. Als Präses der Neunburger Kolpingsfamilie hat er sich sehr engagiert.

Glaube

Coronakrise frustet die Kommunionkinder

Im Frühjahr finden viele Erstkommunionfeiern statt – auch rund um Neunburg. Doch das Virus bricht mit der Tradition.

Auch Stadtpfarrer Stefan Wagner lässt Benny Joseph nur ungern ziehen. „Wir sind bestens miteinander ausgekommen. Und Benny hat es wirklich geschafft, mit der Oberpfälzer Mentalität klar zu kommen und ist auf die Leute zu gegangen“, würdigt ihn Wagner.

Heimat im Land der Kokospalmen

  • Diözese:

    Pfarrvikar Benny Joseph stammt aus der Diözese Thamarassery im indischen Bundesstaat Kerala. Von den sieben Millionen Einwohnern dort ist nur ein kleiner Teil katholisch. Die 122 Pfarreien der Diözese werden von 200 Priestern und 20 Ordenspriestern aus zehn verschiedenen Klöstern versorgt.

  • Bundesstaat:

    Kerala liegt im Südwesten Indiens mit etwa 33,4 Millionen Einwohnern. Hinsichtlich der sozialen Entwicklung (Alphabetisierung, gesellschaftliche Stellung der Frau, wirtschaftliche Entwicklung, Kontrolle des Bevölkerungswachstums) belegt Kerala einen der Spitzenplätze in Indien. Kerala bedeutet wörtlich „Land der Kokospalmen“.

Ein Video zeigt die Neunburger Pfarrkirche St. Josef von innen und außen. Auch das Glockengeläut ist zu hören.

In Neunburg hat es Benny Joseph sehr gut gefallen. Er erinnere sich gern an die Wanderungen in der Natur. Dabei hat er Lieblingsorte gefunden wie den Neunburger Stadtpark, den Hammersee in Bodenwöhr oder die Wallfahrtskapelle Schönbuchen bei Dautersdorf. Dorthin sei er immer gerne hingewandert, erzählt der Pfarrer in spe.

Die Kapelle Schönbuchen liegt unmittelbar am Goldsteig. Für Pfarrvikar Benny Joseph ist sie ein beliebtes Wanderziel. Archivfoto: Markus Schauer
Die Kapelle Schönbuchen liegt unmittelbar am Goldsteig. Für Pfarrvikar Benny Joseph ist sie ein beliebtes Wanderziel. Archivfoto: Markus Schauer

Auch seine vielen Freunde wird er vermissen, zum Beispiel die, mit denen er die Spitzenspiele der Bundesliga oder der Champions-League angeschaut hat. Oder die, die ihm Stockschießen, Kegeln oder Schafkopfen beigebracht haben. In seiner südindischen Heimat Kerala werde viel Fußball gespielt, obwohl in Indien englische Sportarten wie Cricket oder Hockey generell viel beliebter sind. „Ich habe es als Kind geliebt, Fußball zu spielen“, erinnert sich Benny Joseph lächelnd.

Religion

Die ersten Male des Neupriesters

Seit Ende Juni ist der Seebarner Johannes Spindler Geistlicher. Als Kaplan hat er in Niederbayern bereits viel erlebt.

Ab September steht Benny Joseph als Pfarrer der Pfarrei Freihung-Großschönbrunn (Kreis Amberg-Sulzbach) vor einer neuen Herausforderung. Die Pfarrei sei bislang von einem Pfarrer und einem Kaplan betreut worden, weiß er schon. Diese Aufgabe müsse er künftig alleine stemmen. Das schreckt Benny Joseph aber nicht. Jeder Anfang sei schwierig. Und man brauche ein bis zwei Jahre, um Land und Leute kennen zu lernen. „Mit Gottes Hilfe kann ich alles schaffen“, sagt Benny Joseph.

Mehr Nachrichten aus Neunburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht