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Kirche

Neunburg erwartet bis zu 800 Sternsinger

Die Pfarrei hat den Zuschlag für die Eröffnung des Dreikönigssingens der Diözese erhalten. Der Stargast kommt aus Regensburg.
Von Bettina Mehltretter

Der Ansturm der Könige: Aus der gesamten Diözese folgen die Sternsinger ihrem Stern in diesem Jahr nach Neunburg vorm Wald. Archivfoto: Philipp Seitz
Der Ansturm der Könige: Aus der gesamten Diözese folgen die Sternsinger ihrem Stern in diesem Jahr nach Neunburg vorm Wald. Archivfoto: Philipp Seitz

Neunburg.Am 30. Dezember wird Neunburgs Stadtpfarrkirche so voll werden wie nur selten im Jahr. Jugendgruppen aus dem kompletten Bistum, das von Wunsiedel bis Wolnzach reicht, werden dorthin pilgern. Denn Neunburg hat den Zuschlag für die diözesane Eröffnungsfeier des Dreikönigssingens 2020 erhalten.

Neunburgs Pfarrer Stefan Wagner und sein Team haben noch viel zu organisieren, bevor die Sternsinger-Schar nach Neunburg kommt. Archivfoto: Ralf Gohlke
Neunburgs Pfarrer Stefan Wagner und sein Team haben noch viel zu organisieren, bevor die Sternsinger-Schar nach Neunburg kommt. Archivfoto: Ralf Gohlke

Pfarrer Stefan Wagner ist schon ein bisschen stolz. „Eigentlich wollten wir die Eröffnungsfeier schon 2017 nach Neunburg holen. Das hätte gut zum 1000-jährigen Stadtjubiläum gepasst“, erzählt der Priester. Doch über die Zusage für dieses Jahr habe er sich genauso gefreut. Er rechnet mit 500 bis 700 Sternsingern. Laut Diözesanjugendpfarrer Christian Kalis, dem Leiter des bischöflichen Jugendamts, könnten es sogar 800 werden. Neunburg liege strategisch gut, quasi in der Mitte des Bistums. „Und in der nördlichen und mittleren Oberpfalz ist das Engagement auch noch größer.“

Bischof trifft Könige: Rudolf Voderholzer ist der Stargast bei der Eröffnung der Sternsingeraktion in Neunburg. Archivfoto: Jochen Dannenberg
Bischof trifft Könige: Rudolf Voderholzer ist der Stargast bei der Eröffnung der Sternsingeraktion in Neunburg. Archivfoto: Jochen Dannenberg

Die Sternsinger ziehen durch die Stadt

Das Treffen der Sternsinger dürfte für Aufsehen in der Stadt sorgen. Ab 11.30 Uhr kommen die Kinder und Jugendlichen in der Schwarzachtalhalle an, wo sie sich umziehen und schminken können. Ist ihre Verwandlung zu Caspar, Melchior, Balthasar und dem Sternträger perfekt, bewegt sich ab 13.30 Uhr ein langer Sternsinger-Zug durch die Hauptstraße zur Pfarrkirche. Dort begrüßt Bischof Voderholzer jeden Einzelnen per Handschlag. Erst wenn alle Könige und Sternträger einen Platz in der Kirche gefunden haben, bekommen auch die weiteren Besucher Zutritt.

„Spendensammeln wird kritisiert, die Kirche auch – und dass Kinder Spenden für die Kirche sammeln, wird sowieso kritisiert.“

Diözesanjugendpfarrer Christian Kalis

Die Organisatoren der Eröffnungsfeier – der Diözesanverband des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend, die Fachstelle Ministrantenpastoral, die Arbeitsstelle Weltkirche und die Pfarrei St. Josef – verfolgen mit diesem Tag aber auch eine Mission. „Die Sternsinger sollen das Gefühl erleben, dass sie nicht alleine sind“, sagt Jugendpfarrer Christian Kalis.

Üblicherweise statten sich Neunburgs Sternsinger im Pfarrheim aus. Diesmal treffen sie sich in der Schwarzachtalhalle. Dort reicht der Platz für die bis zu 800 Könige. Foto: Stefan Wagner
Üblicherweise statten sich Neunburgs Sternsinger im Pfarrheim aus. Diesmal treffen sie sich in der Schwarzachtalhalle. Dort reicht der Platz für die bis zu 800 Könige. Foto: Stefan Wagner

Allein im Bereich der Pfarrei St. Josef in Neunburg sind jedes Jahr mindestens 15 Sternsingergruppen mit jeweils drei bis vier Ministranten unterwegs. Doch ihr Job ist schwerer geworden. „Spendensammeln wird kritisiert, die Kirche auch – und dass Kinder Spenden für die Kirche sammeln, wird sowieso kritisiert“, sagt Kalis. Dabei seien alle Sternsinger gerne dabei. Niemand werde gezwungen, zugunsten der Friedensprojekte an den Haustüren zu klingeln. Annika Seebauer aus Pettendorf zum Beispiel engagiert sich seit rund zehn Jahren als Ministrantin. Ebenso lange gehört sie zum Team der Sternsinger-Aktion: Anfangs war die heute 19-Jährige noch auf der Straße unterwegs, zuletzt unterstützte sie das Projekt hinter den Kulissen: zum Beispiel im Schmink- oder im Einkleidungsteam oder als Chauffeurin. „Ich finde es schön, in der Gruppe etwas für den guten Zweck, für das Kindermissionswerk, zu machen“, sagt sie. Und am Ende springt für die Sternsinger ja auch ein Honorar heraus: Die Katholiken, die sie an den Haustüren besuchen, bezahlen teils fürstlich – mit Süßigkeiten.

Bei der Eröffnungsfeier des Dreikönigssingens in Neunburg sollen die Kinder auf ihren eigentlichen Auftrag, den Segen in die Häuser zu bringen, vorbereitet werden. Während des Wortgottesdienstes segnet der Bischof die Sternsinger-Utensilien, die Kreide und den Weihrauch. Auch das Motto der diesjährigen Aktion, „Frieden! Im Libanon und weltweit“, macht er zum Thema. Nach der Andacht gibt es für die Sternsinger schließlich ein exklusives Meet & Greet mit dem Bischof in der Schwarzachtalhalle. Und die Ministranten basteln Friedenstauben.

Aktion Dreikönigssingen 2020

  • Das Motto:

    „Frieden! Im Libanon und weltweit“ lautet im kommenden Jahr das Motto der Sternsingeraktion. Auch 30 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs im Libanon ist der Frieden dort zerbrechlich. Die katholische Kirche hilft vor Ort. In der Hauptstadt Beirut etwa besuchen rund 100 Kinder jeden Nachmittag ein Programm der Caritas. Dort machen die Mädchen und Buben Hausaufgaben, spielen gemeinsam und lernen ein friedliches Miteinander.

  • Die Mission:

    Bischof Rudolf Voderholzer schreibt in seinem Grußwort zur Aktion an die Sternsinger: „Ihr habt die ehrenvolle Aufgabe übernommen, den weihnachtlichen Segen, der von dem Kind in der Krippe ausgeht, in die Häuser und Wohnungen der Menschen zu bringen. (...) Im Namen der Kinder im Libanon und weltweit und stellvertretend für alle Menschen, denen Ihr als Segenbringer (...) begegnet, sage ich (...) ein herzliches ,Vergelt‘s Gott‘!“.

Neunburgs Bürgermeister Martin Birner ist schon gespannt auf den Tag mit den Sternsingern. „Schön, dass es klappt, alle aus dem Bistum nach Neunburg zu entsenden“, sagt er. Birner war selbst etliche Jahre lang als einer der Heiligen drei Könige von Haus zu Haus unterwegs. Noch gut erinnert er sich zum Beispiel an ein Erlebnis an einem eisig kalten Tag in Kleinwinklarn. „Da haben wir mit unserem Weihrauchfass das Bushäuschen ganz schön eingeheizt“, erzählt er. „Zurück in der Pfarrkirche wurden wir dann gefragt, warum unser Fass eine andere Farbe hat.“ Vielleicht wird er am 30. Dezember also ein wenig fachsimpeln, wenn er auf die vielen anderen Könige trifft.

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