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Neunburger Schule wird deutlich teurer

Die Kosten für Baumeisterarbeiten an der Grundschule gehen durch die Decke. Nutzungskonzept der Fronfeste sorgt für Zoff.
Von Roland Thäder

Architekt Michael Steidl weist auf die Wand, die in der Grundschule einer Theaterbühne weichen wird. Kopfzerbrechen bereitete den Stadträten hingegen in der Sitzung am Donnerstagabend die massiven Kostensteigerungen für die Sanierung des Altbaus.Foto: Thäder
Architekt Michael Steidl weist auf die Wand, die in der Grundschule einer Theaterbühne weichen wird. Kopfzerbrechen bereitete den Stadträten hingegen in der Sitzung am Donnerstagabend die massiven Kostensteigerungen für die Sanierung des Altbaus.Foto: Thäder

Neunburg.Keine schöne Bescherung erlebten die Neunburger Stadträte in der letzten Sitzung des Jahres am Donnerstagabend im Rathaus. Die Auftragsvergabe von Baumeisterarbeiten für die Sanierung der Grundschule in der Ledererstraße trieb ihnen die Sorgenfalten auf die Stirn. Das günstigste Angebot der Oberviechtacher Baufirma Baumer lag mit rund 694 000 Euro etwa 150000 Euro über der Kostenberechnung.

Allerdings lagen die beiden anderen Bieter mit über 700 000 Euro und weit über 800 000 Euro nochmals darüber. Sowohl CSU-Fraktionssprecher Klaus Zeiser als auch sein Kollege bei den Freien Wählern, Martin Scharf, konnten sich keinen Reim darauf machen. Schließlich lag die ursprüngliche Kostenberechnung aus dem Jahr 2012 bei rund 350000 Euro. Jedoch wies auch schon die Kalkulation bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses vor der eigentlichen Ausschreibung des Auftrags eine Ausgabenmehrung um rund 200 000 Euro aus.

Neuausschreibung bringt nichts

Bis vor kurzem beherbergte das Perlinger-Gebäude Im Berg 7 noch den Kunstverein Unverdorben. Nun muss das Kunstquartier für den Rathaus-Neubau Platz machen. Den Abbruchauftrag erhielt die Firma Zwick für 66586 Euro. Foto: ro
Bis vor kurzem beherbergte das Perlinger-Gebäude Im Berg 7 noch den Kunstverein Unverdorben. Nun muss das Kunstquartier für den Rathaus-Neubau Platz machen. Den Abbruchauftrag erhielt die Firma Zwick für 66586 Euro. Foto: ro

Das hätte angesichts der boomenden Baukonjunktur schon ein Wink mit dem Zaunpfahl sein können, dass die Schulsanierung noch so richtig teuer zu stehen kommen könnte. Lag es daran, dass es jetzt die Sanierung des Altbaus ansteht, zuvor mit Turnhalle und Mensa Neubauten erstellt wurden? Ist hier die realistische Kalkulation der Kosten schwieriger? Eine Neuausschreibung, wie Margot Weber von der SPD sagte, „wird beim derzeitigen Preisniveau nichts bringen.“ Da waren sich alle einig. „Aber wir möchten schon wissen, warum das so ist“, merkten Scharf und Zeiser an.

Das Petermann-Anwesen am Klosterberg 15 zwischen Polizei, und Stadtpark soll im Dezember noch abgerissen werden. Den Auftrag erteilte der Stadtrat der Firma Seebauer aus Girnitz. Die Kosten dafür betragen 21747 Euro. Hier wie am Kloseterberg entstehen Parkplätze. Foto: ro
Das Petermann-Anwesen am Klosterberg 15 zwischen Polizei, und Stadtpark soll im Dezember noch abgerissen werden. Den Auftrag erteilte der Stadtrat der Firma Seebauer aus Girnitz. Die Kosten dafür betragen 21747 Euro. Hier wie am Kloseterberg entstehen Parkplätze. Foto: ro

Relativ einfach fällt die Antwort aus, die Architekt Michael Steidl auf Nachfrage der MZ parat hatte. Die Baukosten für nächstes Jahr seien heuer um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Es sei schon bemerkenswert, dass sich überhaupt drei Baufirmen um den Auftrag beworben haben, fügt der Architekt hinzu. Schließlich segnete das Gremium die Auftragsvergabe ohne Gegenstimme ab. Die übrige Diskussion zur Schulsanierung drehte sich um die Frage, wie man derartige finanzielle Überraschungen bei der Schulsanierung künftig vermeiden könne. Walter Drexler schlug vor, Bauvorhaben zeitlich zu strecken. Warum sollte die öffentliche Hand bei derart guter Auftragslage die Konjunktur und die Preisspirale auch noch anheizen. Da dies mitten in der Sanierungsphase für dieses Projekt nicht in Frage kam, schlug Dr. Christoph von Wenz vor, ein Gesamtpaket zu schnüren, anstatt häppchenweise auszuschreiben, dann wisse man woran man ist. Noch früher ausschreiben, sei eine Variante, über die man nachdenken müsse, so Bürgermeister Martin Birner abschließend.

Das Baier-Anwesen in der Ledererstraße 3 wird noch im Dezember abgebrochen . Das beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend. Den Auftrag erhält die Firma Dauerer aus Roding. Die Kosten betragen laut Angebot 21384 Euro. Foto: ro
Das Baier-Anwesen in der Ledererstraße 3 wird noch im Dezember abgebrochen . Das beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend. Den Auftrag erhält die Firma Dauerer aus Roding. Die Kosten betragen laut Angebot 21384 Euro. Foto: ro

Nicht durchsetzen konnte sich Margot Weber mit ihrem Antrag, die sanierte Fronfeste als Mehrgenerationentreff zu nutzen und dafür, wie dies in Wackersdorf und Maxhütte-Haidhof bereits erfolgreich geschehe, einen Sozialpädagogen/in einzustellen. Eine sinnvolle Nutzung des für 1,8 Millionen Euro sanierten Gebäudes sei nur mit einer Fachkraft in Vollzeit möglich, sagte die SPD-Stadträtin. „Wir sind gegen eine Light-Lösung eines Fronfeste-Konzepts“, bekräftigte Weber. Sie stellte den Antrag in der öffentlichen Sitzung. Da es sich um eine Personalangelegenheit handelte, wurde darüber nichtöffentlich entschieden. Der Antrag wurde von einer Stadtratsmehrheit abgelehnt.

Gibt es bald mehr „Pickerl“?

Der Einsatz von Walter Drexler gegen die Blaualgenpest am Eixendorfer See hat sich ausgezahlt. Aufgrund der Erfolge an der Bautzener Talsperre (die MZ berichtete) erhielt Bürgermeister Birner das Mandat, deswegen mit dem Umweltministerium zu verhandeln. Foto: ro
Der Einsatz von Walter Drexler gegen die Blaualgenpest am Eixendorfer See hat sich ausgezahlt. Aufgrund der Erfolge an der Bautzener Talsperre (die MZ berichtete) erhielt Bürgermeister Birner das Mandat, deswegen mit dem Umweltministerium zu verhandeln. Foto: ro

Steigt das Risiko, sich in Neunburg bald für Falschparken ein „Pickerl“ einzufangen und als Temposünder geblitzt zu werden? Nach dem Antrag von Pfarrer Gerhard Beck bei der jüngsten Bürgerversammlung befasste sich der Stadtrat mit einem Beitritt zum Zweckverband kommunale Überwachung Oberpfalz. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber Maximilian Köckritz, Geschäftsführer des Zweckverbands, wurde in seiner Präsentation nicht müde, die Vorteile einer Zusammenarbeit zu betonen.

„Ich bin selbst zwei Mal in den Genuss gekommen, Geld überweisen zu dürfen. Es stimmt, man fährt danach wirklich langsamer.“

Stadtrat Erich Schmid über den Erfolg der Tempokontrollen

Keine Gewinnerzielung, sondern die Erhöhung der Verkehrssicherheit sei das Ziel der Arbeit des Zweckverbands. Schließlich sei zu schnelles Fahren nach wie vor die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle. Regelmäßige Tempokontrollen würden diese Zahlen nachweislich senken, erläuterte Köckritz. Die Zahl der Mitgliedsgemeinden ist von elf im Jahr 2015 auf 67 (Oktober/2018) gestiegen, darunter sind auch Nachbargemeinden, wie der Markt Bruck. Zumindest Stadtrat Erich Schmid ist ein Praxisbeispiel für den Erfolg der Tempo-Kontrollen des Zweckverbands. Er outete sich als reuiger Sünder: „Ich bin selbst zwei Mal in den Genuss gekommen, Geld überweisen zu dürfen. Es stimmt, man fährt danach wirklich langsamer.“

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