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Soziales

Neunburger Tafel ab sofort geschlossen

Die Corona-Krise macht auch vor der Tafel nicht halt. Die Ausgabestelle in der Hauptstraße bleibt mindestens bis Ostern zu.
Von Karl-Heinz Probst

Die Tafel hat die Ausgabe von Lebensmitteln bis mindestens Ostern eingestellt. Foto: Helga Probst
Die Tafel hat die Ausgabe von Lebensmitteln bis mindestens Ostern eingestellt. Foto: Helga Probst

Neunburg.Die Ausbreitung des Coronavirus wird auch für die Tafeln in der Region zur Herausforderung und führt jetzt auch zu ersten Tafel-Schließungen. „Die Oberviechtacher Tafel mit den beiden Ausgabestellen in Oberviechtach und Neunburg pausiert ab sofort zunächst bis nach Ostern.“ Dies teilte Dr. Friedrich Keller, 1. Vorsitzender der Oberviechtacher Tafel, am Montag im Gespräch mit der Mittelbayerischen mit.

Viele der Helferinnen und Helfer gehören altersbedingt der von der Medizin beschriebenen Risikogruppe an. Die Tafel sei deshalb vor der schweren Herausforderung gestanden, wie sie Ehrenamtliche sowie Kundinnen und Kunden vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen und zugleich die Tafel-Nutzerinnen und -Nutzer weiter unterstützen könne. „Wir sind mehrheitlich über 65 Jahre alt. Das Risiko für unsere Helfer, sich mit dem Coronavirus anzustecken, ist einfach zu groß“, betonte Dr. Keller. Durch die Arbeit sowohl beim Einsammeln der Lebensmittel als auch bei der Ausgabe kämen die Helfer mit sehr vielen Menschen in Kontakt.

Die Räumlichkeiten sind zu beengt, um Abstände einzuhalten

Vorsitzender Dr. Friedrich Keller Foto: Gohlke
Vorsitzender Dr. Friedrich Keller Foto: Gohlke

Die räumlichen Verhältnisse in der Neunburger Ausgabestelle seien zudem sehr beengt. Den geforderten notwendigen Abstand der Personen einzuhalten, sei kaum möglich. Ein großer Andrang bei der Lebensmittelverteilung sei somit nicht zu vermeiden. Das erhöhte Infektionsrisiko ist laut dem Vorsitzenden der Tafel der Hauptgrund für die vorübergehende Schließung. Der zweite Grund für die Schließung sei, dass die Lebensmittelspenden infolge der Hamsterkäufe augenblicklich immer weniger geworden seien. Bei den Neunburger Supermärkten blieben weniger Waren übrig, die an Bedürftige verschenkt werden können. Die Engpässe betreffen alle Warengruppen, auch frische Lebensmittel wie Brot, Obst und Gemüse sowie Molkereiprodukte, die bei den Tafeln einen Großteil des Angebots ausmachten.

Engagement

Erleichterung für Schwandorfs Tafel-Team

Die Tafel ist ins Kirndorfer-Anwesen umgezogen. Gab es am alten Standort Probleme, läuft jetzt vieles leichter und besser.

„Dieser Schritt tut uns für unsere Kunden leid, aber es ist wohl der einzige richtige Schritt unter Würdigung der gegebenen Situation“, sagt Dr. Keller. Aktuell deckten sich jeden Freitag 35 bis 40 Bedarfsgemeinschaften aus Neunburg und Umgebung in der Ausgabestelle in der Hauptstraße mit Lebensmitteln ein.

Hoffen auf ein Ende der Krise

Dr. Keller hofft, dass die Krise bald überwunden ist und auch die Tafel zum normalen Leben zurückkehren könne. Momentan glaube er aber nicht daran, dass das schnell gehen wird, wenn man sich die aktuellen Zahlen anschaut. Man werde zu gegebener Zeit die Situation beobachten und sorgfältig prüfen. Man wisse ja nach wie vor um den Auftrag, den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen, so Dr. Keller.

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