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Neunburgerin fürchtet einen Hundehasser

Ein Tierarzt stellt bei Schäferhund Odin eine Vergiftung fest. Die Polizei hat derweil keine Erkenntnisse zu solchen Fällen.
Von Roland Thäder

Sieglinde Roth mit ihrem zehn Monate alten Schäferhund Odin Foto: Thäder
Sieglinde Roth mit ihrem zehn Monate alten Schäferhund Odin Foto: Thäder

Neunburg.Odin ist ein aufgeweckter zehn Monate alter Schäferhund. Zu Hause in der Neukirchner Straße in Neunburg lebt er bei Familie Roth friedlich mit drei Hauskatzen unter einem Dach. Täglich geht Sieglinde Roth mit ihrem Hund spazieren. Doch vor gut einer Woche erlebte sie eine böse Überraschung.

Roth spazierte mit Odin über den Wanderweg in Richtung ehemaliges Krankenhaus. Weiter ging es zur BayWa, in die Austraße und zurück über den Stadtpark. Irgendwo muss der Hund dann einen Giftköder gefressen haben, sagt Roth. Wo genau das auf dem Rundweg war, hat die Besitzerin aber nicht gemerkt.

Fest steht: Es handelte sich um Rattengift. Das hat bei Odin ein Tierarzt diagnostiziert. Wegen der verzögerten Wirkungsweise – die Vergiftungserscheinungen können erst mehrere Tage, nachdem das Tier das Gift gefressen hat, auftreten – gilt dieses Gift als besonders „tückisch“. So schreibt es zum Beispiel die Tierklinik Ismaning auf ihrer Website.

Der Giftköder scheint gezielt ausgelegt worden zu sein

Sieglinde Roth ist sich sicher, dass das Gift gezielt ausgelegt wurde, um Hunde zu vergiften. Die Hundebesitzerin achtet ohnehin auf ihren Vierbeiner. Beim Gassi gehen sei der 40 Kilogramm schwere Odin immer angeleint.

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Roth erinnert sich an den Tag, als Odin den Giftköder gefressen haben muss. Bereits wenige Stunden nach dem Spaziergang ging es dem Hund offenkundig schlecht. Er zeigte Vergiftungserscheinungen. Das Tier spie und bekam blutenden Durchfall. Sieglinde Roth packte das Tier ins Auto und fuhr mit Odin sofort zum Tierarzt.

Dieser habe Odins Schleimhäute, sein Zahnfleisch und die Pupillen untersucht und schnell festgestellt, dass es sich um Rattengift handelt, berichtet Roth. Der Tierarzt habe Odin dann ein Gegenmittel gegeben. „Odin wäre sonst an der Vergiftung gestorben. Da zählt jede Stunde“, sagt die Neunburgerin. Sie erklärt: „Das Fiese an Rattengift ist die Wirkungsweise. Die Tiere verbluten innerlich.“

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Roth hat ihren Hund danach ein paar Tage mit Geflügel und Reis gefüttert und wieder aufgepäppelt. Sie merkte an Odins Verhalten, dass er noch tagelang geschwächt war. Mittlerweile hat sich Odin von der Vergiftung aber wieder erholt.

Hundehalter sollen beim Gassi gehen gut aufpassen

Eine Strafanzeige gegen Unbekannt hat die Neunburger Hundehalterin bei der Polizei bisher nicht erstattet. Weil die Aufklärungsquote derartiger Gift-Attacken gering sein soll, versprach sich Roth nicht viel davon. Aber sie möchte andere Hundehalter dafür sensibilisieren, gut aufzupassen, wenn sie mit ihren Vierbeinern in Neunburg unterwegs sind. Daher hat sie sich bei der Mittelbayerischen gemeldet.

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Die Neunburger Polizei hat unterdessen keine Erkenntnisse über einen möglichen Hundehasser, der in der Stadt Neunburg sein Unwesen treiben soll. In den vergangenen zwei Monaten sei laut Inspektionsleiter Markus Schmitt kein Fall aufgetreten. Der Polizeihauptkommissar empfiehlt Hundehaltern generell, ihre Tiere anzuleinen. Frisst ein Hund dennoch einen möglichen Giftköder, sollten sich die Besitzer unbedingt bei der Polizei melden und Anzeige erstatten. „Nur wenn wir davon wissen, können wir auch nachprüfen, ob sich das häuft“, sagt Schmitt. Dann könnten Streifenbeamte auch gezielt kontrollieren. Außerdem würde die Polizei Proben im Labor testen lassen, damit Halter und Polizei wissen, welches Gift konkret verwendet worden sei, fügt Schmitt hinzu.

Schon im vergangenen Juni hatte ein Jagdhund aus der Nachbarschaft von Sieglinde Roth einen Giftköder gefressen. Der Hund wurde in der Tierklinik Amberg behandelt und gerettet. Darüber hatte die Mittelbayerische berichtet. Auch damals war es Rattengift.

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