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Medizin

NIDA spart St. Barbara wertvolle Zeit

Der Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistent vernetzt Rettungswagen und Krankenhaus, das den Patienten aufnimmt.

Das Arrival Board in der Zentralen Notaufnahme verrät den beiden Oberärzten Dr. Thomas Scherl (l.) und Dr. Florin Bodea sowie Johanna Rieppel, Fachkrankenschwester für Notfallpflege, wann Patienten mit welcher Verdachtsdiagnose von den Rettungsdiensten ins Krankenhaus St. Barbara gebracht werden. Foto: Marion Hausmann
Das Arrival Board in der Zentralen Notaufnahme verrät den beiden Oberärzten Dr. Thomas Scherl (l.) und Dr. Florin Bodea sowie Johanna Rieppel, Fachkrankenschwester für Notfallpflege, wann Patienten mit welcher Verdachtsdiagnose von den Rettungsdiensten ins Krankenhaus St. Barbara gebracht werden. Foto: Marion Hausmann

Schwandorf.Das Krankenhaus St. Barbara ist Vorreiter im Landkreis Schwandorf: Weil Zeit wertvoll ist, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, hat der medizinische Zentralversorger in den Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistenten „NIDA“ investiert.

Menschen

Der Landarzt mit dem Brillentick

Georg Dirrigl arbeitet als Allgemeinarzt in Bruck. Er lebt für die Medizin – und hat ein ganz besonderes Faible.

„NIDA“ ist eine IT-Lösung, die Rettungswagen und Krankenhäuser miteinander vernetzt. Medizinisch relevante Daten, die Notarzt oder Sanitäter am Einsatzort oder auf der Fahrt ins Krankenhaus erheben, stehen in der Zentralen Notaufnahme (ZNA) schon zur Verfügung, bevor der Patient eintrifft. Das spart Zeit, erleichtert die Planung und hilft, Menschenleben zu retten. Deshalb hat das Krankenhaus St. Barbara eine mittlere fünfstellige Summe in „NIDA“ investiert. Mitte Oktober fiel der Startschuss.

Kick-off-Schulung für die Nahtstelle

Eine Kick-off-Schulung zur digitalen Nahtstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik durch das Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen (ZTM) brachte den Fortschritt für die optimierte Patientenversorgung in den Landkreis Schwandorf. Der ZTM-Servicebeauftragte Thomas Schreiner schulte einen Vormittag lang Ärzte und Pflegefachkräfte im Beisein von Dr. Jochen Spieß, dem Ärztlichen Leiter der Zentralen Notaufnahme, IT-Standortleiter Markus Roithmeier und den Vertretern der Malteser Rötz, der Schwandorfer Johanniter sowie des BRK-Ortsverbandes.

So hilft NiDA

  • Daten:

    Wie man sich den praktischen Einsatz und den Nutzen von „NIDA“ für den Alltag der Lebensretter vorstellen muss, erklärt Dr. Jochen Spieß so: „Im Krankenwagen sieht NIDA wie ein Tablet aus. In das geben Rettungsassistenten alle verfügbaren Notfalldaten sowie die erhobenen Vitalwerte ein. EKG, Puls oder auch Sauerstoffkonzentration im Blut können sie direkt von ihren Messgeräten übernehmen.“ Diese Informationen werden noch während der Fahrt an das korrespondierende IT-System im Krankenhaus St. Barbara geschickt.

  • Arrival Board:

    In der Notaufnahme empfängt einen NIDA in Form eines großen Monitors, der an der Wand hängt. Auf diesem Arrival Board – ähnlich wie an Flughäfen und Bahnhöfen – ist für alle Beteiligten ersichtlich, welche Patienten mit welchen Verletzungen oder Erkrankungen gerade auf dem Weg sind.

Über das „NIDA“-Pad wird bereits aus dem Rettungswagen heraus eine Verdachtsdiagnose mitgeteilt. Zudem erhält das Krankenhaus bereits Angaben über den Zustand des Patienten sowie über den Bewusstseinszustand. Übertragen wird auch die voraussichtliche Ankunftszeit im Krankenhaus. Durch die Übermittlung von Name und Versicherungsdaten können sich die ZNA-Mitarbeiter anhand der Krankenakte bereits über Vorerkrankungen oder frühere Klinikaufenthalte informieren. Das Klinikpersonal kann dann bereits vor dem Eintreffen des Patienten die notwendigen Maßnahmen zur Übernahme und weiteren Versorgung vorbereiten. „Das“, erklärt Dr. Spieß, „spielt zum Beispiel bei Herzinfarkten eine große Rolle.“

Jede Minute zählt

Neben den Patienten sowie den Ärzten und Pflegefachkräften profitiert letztlich auch der Rettungsdienst von der „NIDA“-Anbindung: Durch eine getaktete Übergabe in der Notaufnahme steht der Rettungswagen dann schneller wieder für neue Einsätze zur Verfügung. Denn im Kampf um Menschenleben zählt oft jede Minute.

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