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Natur

Nittenau: Flutschutz-Planung fast fertig

Bürgermeister Bley sieht die Anstrengungen auf der Zielgeraden. Die Verantwortlichen standen Bürgern Rede und Antwort.
Von Renate Ahrens

Die betroffenen Anwohner stellten an die Verantwortlichen konkrete Fragen. Mathias Rosenmüller konnte die Bürger beruhigen.  Foto: Renate Ahrens
Die betroffenen Anwohner stellten an die Verantwortlichen konkrete Fragen. Mathias Rosenmüller konnte die Bürger beruhigen. Foto: Renate Ahrens

NITTENAU.Die Angst vor einem Hochwasser in Nittenau, so wie es zuletzt dramatisch den Jahren 1954, 1993 und 2002 der Fall war, sitzt tief bei den Bürgern – natürlich vor allem bei jenen, die unmittelbar betroffen sind und nahe am Fluss wohnen. Das war bei einem Treffen im Rathaus deutlich zu spüren, zu dem sie von Bürgermeister Karl Bley eingeladen worden waren, um über die derzeitigen Planungen zum Hochwasserschutz im Detail zu erfahren. Die Verantwortlichen der Fachstellen standen ihnen Rede und Antwort. „Wir haben in unseren Bemühungen nicht nachgelassen und biegen langsam in die Zielgerade ein“, so Bley.

Viele Fachstellen seien beteiligt, schließlich gebe es auch biologisch und naturfachlich viel zu berücksichtigen. Außerdem ginge es nicht ohne Eingriffe in einige Gebäude der Anwohner. Aber nun könne ein Rechtsverfahren eingeleitet werden.

Allerdings seien die Verhandlungen mit den Wasserkraftwerksbesitzern nicht wie gewünscht verlaufen. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, sodass von den insgesamt zwei Bauabschnitten zunächst nur der erste realisiert werde, erklärte Mathias Rosenmüller vom Wasserwirtschaftsamt Amberg den Bürgern.

Viele Faktoren sind berücksichtigt worden

In der Stadt am Regen komme schließlich alles zusammen: Hochwasserschutz, Brückenbau und die Einbindung von drei Kraftwerksanlagen. Die Planer hätten das Kraftwerk am linken Regenufer gerne auf die rechte Seite verlegt, um die Hochwasserschutzlinie durchgehend bauen zu können – aber ohne Erfolg. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts habe man immerhin Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser, allerdings ohne die 15 Prozent „Klimazuschlag“, wie es laut Gesetz Vorgabe sei. „Der Endzustand wird jedoch vorbereitet“, versicherte Rosenmüller.

Häufige Extremfälle

  • Zukunft:

    Experten prognostizieren, dass infolge des Klimawandels extreme Hochwasserereignisse künftig noch häufiger auftreten.

  • Werte:

    Beim hundertjährlichen Hochwasser geht man am Regen von 723 Kubikmeter Durchfluss pro Sekunde aus.

  • Kosten:

    Sie werden in den nächsten Wochen ermittelt und von Stadt und Freistaat getragen.

Die Nittenauer Bürgerinitiative „Aktiver Hochwasserschutz“ war an allen Vorgesprächen beteiligt und hatte die Planungen begleitet, wie Roland Wach vom Ingenieurbüro Schlegel betonte. „Die Häuser werden nach Abschluss der Arbeiten nicht mehr überflutet. Eventuell sind noch Keller betroffen, aber das liegt dann am Untergrund“, sagte Wach und zeigte Beispiele von wasserdichten Kellerlichtschächten und Abdeckungen.

Konkret werden an der unteren Angerinsel entlang des großen Regens drei Meter hohe Deiche sowie ein Schöpfwerk mit drei Pumpen gebaut. An der bisherigen Einmündung in den kleinen Regen ist eine Freianlage zum Wasser geplant, um die Höhendifferenz zu überbrücken und um ans Wasser zu gelangen. In den Deich neben dem Kleinen Regen beim Sportplatz des Gymnasiums werden Sitzflächen angebracht. Entlang der Hochwasserschutzlinie soll das Wasser „erlebbar bleiben“. Hierzu werden Begleitwege und Aufenthaltsflächen geschaffen.

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Der Stadtrat hatte sich gegen ein mobiles Dämmbalkensystem an der Brüstung und für ein aufgesetztes stationäres Glassystem der Schutzmauer ausgesprochen. Der Unterhaltungsaufwand wird für die Stadt dadurch auch geringer ausfallen. Die Höhe der Brüstung einschließlich Glassystem beträgt dann 1,30 Meter.

Zwischen Mauer und Grundstücken ist ein öffentlicher, drei Meter breiter Weg vorgesehen. Der Kleine Regen könne im Hochwasserfall durch Verschlüsse in den Sielbauwerken abgekoppelt werden. Die Bauzeit der einzelnen Objekte werde jeweils mehrere Monate dauern. Beeinträchtigungen werden nicht zu vermeiden sein. An jedem Haus werde eine Beweissicherungsdokumentation durchgeführt.

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