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Region Schwandorf
Freitag, 21. September 2018 25° 3

Verkehr

Nittenau: Keine Chance für Brummis

Neue Maßnahme für die große Regenbrücke: Eine Einbahnstraßenregelung soll Rückstaus verhindern und die Laster stoppen.
von Cornelia Lorenz

An der großen Regenbrücke ist aus Richtung Bergham künftig Schluss: Ab 29. Juni wird hier eine Einbahnregelung mit Fahrtrichtung stadtauswärts installiert. Foto: scl
An der großen Regenbrücke ist aus Richtung Bergham künftig Schluss: Ab 29. Juni wird hier eine Einbahnregelung mit Fahrtrichtung stadtauswärts installiert. Foto: scl

Nittenau.An der großen Regenbrücke soll so schnell wie möglich Ordnung ins Verkehrschaos einkehren – und das staatliche Bauamt greift nun zu einer drastischen Maßnahme: Die Fahrspur über die Brücke wird mit Hilfe von Baken so stark verengt, dass Sattelschlepper künftig keinesfalls mehr den Weg über das marode Bauwerk nehmen können. Gleichzeitig wird eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet, die ohne Ampel auskommt und dafür sorgt, dass der Verkehr über die Brücke nur noch in Richtung Bergham, also stadtauswärts, fließen kann.


Damit reagiert das staatliche Bauamt auf die zahlreichen Lastwägen, die trotz der Anfang Mai angeordneten Tonnage-Beschränkung auf 3,5 Tonnen immer noch den Weg über die große Regenbrücke nehmen. „Das ist ein Riesenproblem, das uns tagtäglich beschäftigt“, sagt Bauoberrat Hannes Neudam. Viele Nittenauer beobachten regelmäßig Schwerverkehr, der die Beschilderung ignoriert. Sogar ein Bundeswehrfahrzeug soll sich kürzlich nicht an die Regeln gehalten und, beladen mit einem Panzer, die Brücke überquert haben.Woran es liegt, dass immer wieder Sattelschlepper über die Brücke fahren, lässt sich schwer sagen. Neudam betont, das Staatliche Bauamt habe die Sperrung sofort an die relevanten Stellen wie das Portal „Bayern Info“ des bayerischen Verkehrsministeriums weitergegeben – was eigentlich dafür sorgen müsste, dass die Lkw-Fahrer von ihren Navis nicht mehr über die Brücke geleitet werden.

Einbahnstraße ab 29. Juni

So mancher Brummi-Fahrer lässt sich – bei der Brücke angekommen – auch von der Beschilderung nicht abhalten und donnert trotz Verbots über das Bauwerk. Doch damit soll ab 29. Juni Schluss sein, wie das Staatliche Bauamt jetzt bekannt gegeben hat. Mit Hilfe von Schikanen und Baken wird auf der Brücke eine Fahrspur geschaffen, die maximal noch 2,5 bis 2,75 Meter breit sein wird. So werde es für den Schwerverkehr rein physikalisch nicht mehr möglich sein, hier weiterzukommen, ohne das eigene Fahrzeug zu beschädigen, sagt Neudam.

Eine zweite, damit verbundene Maßnahme sorgt derweil bei vielen Nittenauern für Reaktionen von Verwunderung bis Verärgerung: Die neue schmale Fahrspur über die Brücke ist als Einbahnstraße nur stadtauswärts in Richtung Bergham nutzbar. Für Neudam ist diese Variante aber die „einzige Lösung“, die sich sinnvoll umsetzen lässt. Das liege daran, dass man für Brummi-Piloten, die sich trotz aller Warnschilder in die Nähe der Brücke verirren, einen Wendeplatz einrichten will – und das sei nur auf der Angerinsel auf städtischem Grund möglich und nicht am anderen Regenufer. Mit der gewählten Einbahnregelung Richtung Bergham könne der Verkehr, der sich an der Ampel derzeit immer wieder staue, künftig gleichmäßig abfließen, sagt Neudam. So könne man außerdem die Anwohner der großen Regenbrücke entlasten.

Bevor sich das staatliche Bauamt und das Landratsamt auf die Einbahnstraßenregelung festlegten, gab es Gespräche mit der Stadt. „Am einfachsten ist es, den Verkehr auswärts zu leiten – da sind auch Falschfahrer leichter zu handeln“, sagt Jakob Rester, geschäftsleitender Beamter im Rathaus. Auch er empfindet die Brückensperrung als Ärgernis und ist genervt von Wartezeiten an der Ampel. Mit der Einbahnregelung werde der Verkehr nun wieder flüssiger laufen, ist er überzeugt. „Die Warterei an der Ampel nervt“, sagt Rester.

Sorge bei Geschäftsleuten

Die Nachricht, dass die Innenstadt von Bergham aus künftig nur noch über weitläufige Umleitungen erreichbar ist, sorgt derweil bei so manchen Geschäftsleuten im Zentrum für Kopfschütteln. Mit der aktuellen Ampellösung könne man leben, die Situation habe sich eingependelt, sagt Stefan Zwicknagl, Vorsitzender der Nittenauer Werbegemeinschaft. Die neue Einbahnstraßenregelung macht ihm dagegen Sorgen, schließlich werde das Zentrum so zu einer Seite hin praktisch abgeriegelt – dabei sei die Innenstadt sowieso schon ein gebranntes Kind, denn der Einzelhandel habe hier, wie in vielen anderen Ortschaften auch, zu kämpfen.

Dass die Nittenauer Kaufleute vorab nicht über die Pläne informiert worden sind, ärgert Zwicknagl am meisten. „Die Verantwortlichen müssten doch die Leute informieren, die in der Innenstadt ihr Brot verdienen“, sagt er. Bald soll die Einbahnstraßenregelung bei einer Arbeitskreis-Sitzung der Werbegemeinschaft Thema sein. Zwicknagls Prognose fällt aber düster aus. „Wir besprechen, was wir machen können – aber das wird wahrscheinlich nicht viel sein.“

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Nadelöhr Regenbrücke

  • Vorfahrt

    : Wer von der Brücke kommt, muss künftig ein Stoppschild beachten.

  • Verstöße:

    Immer noch fahren vereinzelt Brummis über die Brücke.

  • Werbegemeinschaft:

    Stefan Zwicknagl sieht die Einbahnregelung kritisch.

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