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Nittenauer erlebten Alltag in Uganda

18 Schüler des Regental-Gymnasiums waren im Februar in Afrika. Sie erlebten in Uganda die Slum-Realität von Kampala.

Schülerinnen und Schüler der Q11 machten sich im RHU mit der ugandischen Küche vertraut und schälen Kochbananen. Foto: Barbara Vielberth-Baer
Schülerinnen und Schüler der Q11 machten sich im RHU mit der ugandischen Küche vertraut und schälen Kochbananen. Foto: Barbara Vielberth-Baer

Nittenau.Seit 18 Jahren besteht eine enge Beziehung, ja Freundschaft, des Regental-Gymnasiums Nittenau und dem „Rainbow House of Hope“ in Uganda. Mehrere Konzertreisen der RTG-Big Band durch Uganda intensivierten diese Verbindung. Die Schule unterstützt nach Kräften diese Einrichtung für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus den Slums mit verschiedenen Aktionen wie Pater-Hansen-Tag, Sponsorenlauf, Fußballturnier und „Uganda-Tag“. Mit dem erarbeiteten Geld konnte die Arbeit vor Ort unterstützt werden.

Die Situation vor Ort hat sich verschärft, seit die Stadt Kampala die riesigen gewachsenen Slumgebiete zerstört, um den wertvollen Grund aus finanzieller Sicht besser nutzen zu können. Wie aus der Pressemitteilung des P-Seminars hervorgeht, verlor das RHU somit an diesem Ort seinen Sinn und musste sich umorientieren. Am Stadtrand von Kampala, im Umfeld der Gemeinde Maya, wurde man fündig – wichtig für ein solches Projekt ist ja das passende Umfeld. Mit einer größeren Summe von Seiten des RTG konnte ein großes Grundstück gekauft werden, auf dem etwas Neues entsteht.

Bildung

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Ökologischer Landbau, vorbildliche Schweinezucht und Hühnerhaltung (ca. 150 Hühner!), als Anschauungsprojekt und als „Lernfarm“ konzipiert, ziehen bereits die Aufmerksamkeit der Anwohner umliegender Gemeinden auf sich. Heimatlos gewordenen Slumbewohnern bietet das angrenzende freie Gelände die Möglichkeit einer neuen Heimat und die Nähe zum RHU garantiert dessen Vorzüge und Hilfe für die Kinder der Familien.

Auftrag: Momentaufnahme der Situation

Ein mehrstündiger „Slumwalk“ war durchaus angetan, die verwöhnten Mitteleuropäer zu erden. Foto: Barbara Vielberth-Baer
Ein mehrstündiger „Slumwalk“ war durchaus angetan, die verwöhnten Mitteleuropäer zu erden. Foto: Barbara Vielberth-Baer

Ende Februar 2020 machte sich nun mittlerweile das dritte P-Seminar des RTG mit Arbeitsauftrag auf den Weg in die Slums nach Uganda. Die Aufgabe des diesjährigen Projekt-Seminars bestand nun zunächst in der Momentaufnahme der augenblicklichen Situation, mit Film, Photographie und Interviews. Mit dem Equipment der leitenden Lehrkraft, Barbara Vielberth-Baer, im Spezialrucksack, waren die 18 jungen Leute jederzeit einsatzbereit.

Ein mehrstündiger „Slumwalk“ mit Mike Mwase, dem Gründer und Leiter des RHU, und weiteren ugandischen Freunden, war durchaus angetan, die verwöhnten Mitteleuropäer zu erden und die eigene Sichtweise zurechtzurücken. Ein Toilettenhäuschen und eine Wasserstelle für über hundert Menschen, fehlende Privatsphäre, unvorstellbare Lebensumstände – und doch: überall frisch gewaschene Wäsche, appetitlich angebotene Früchte und Gemüse, Lehmziegel fertigende Männer, fröhliche Kinder und freundliche, selbstbewusste Frauen.

Touristische Besonderheiten

  • Tour:

    Die „Perle Afrikas“ zeigte sich von seiner bezaubernden Seite an der Quelle des Nil, den Itanda Stromschnellen und dem Murchison National Park. Oberhalb der spektakulären Wasserfälle des Nil im Park machte sich die Gruppe nach einer Ananasverkostung auf den Weg 80 Meter abwärts bis zum Nil – und wieder hoch! Am zweiten Tag zeigte die Natur ihre schönsten Seiten während einer Bootssafari auf dem Nil und einer über vierstündigen Safari durch die Savanne.

  • Auswüchse:

    Schockierend waren Natur zerstörende Baumaßnahmen in- und außerhalb des Parks. Eine chinesische Firma baut den alten „Forstweg“ durch den Busch zu einer breiten Autopiste um, und eine riesige Brücke über den Nil soll die alte Fähre zum Safarihotel und Zentrum des Parks unterstützen. Im Gegenzug darf im Norden des Parks durch Briten, Franzosen und Chinesen Öl gefördert werden, das – leider – vor einigen Jahren dort entdeckt worden ist.

Auf dem neuen Land stehen mittlerweile zwei Gebäude, für das erste hatte das P-Seminar 2018 den Grundstein gelegt. Entworfen und gebaut wurden die Häuser von Architekturstudenten aus Oldenburg in der traditionellen Ziegelbauweise, mit einfallsreicher, luftiger Dachkonstruktion und Fensterläden. Für ein erstes ausführliches Interview stand Esther, ein junges Mädchen ungefähr im selben Alter wie die deutschen Jugendlichen, Rede und Antwort. Selbst zu Hause in den Slums, Schülerin der Oberstufe und gefördert durch ein Schulprogramm des RHU, beeindruckte sie alle sehr mit der Schilderung ihrer Lebenssituation und ihrer unglaublichen Eloquenz.

Schulstart

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Mike Mwase informierte aus seiner Sicht über die besonderen Umstände und Schwierigkeiten, aber auch über die Chance eines Neuanfangs mit dem Erfahrungsschatz von über 18 Jahren Arbeit in diesem Metier. Dem nach und nach erweiterten und gewachsenen ersten Projekt in der Stadtmitte steht nun ein einheitliches Konzept gegenüber, allerdings mit anderen Schwierigkeiten wie Verfügbarkeit von Wasser und Strom oder Erreichbarkeit.

Die afrikanische Erzählkunst wurde in einem Kulturgespräch über die Bedeutung von Traditionen, Lebensweise, Musik und Kunst „zelebriert“, aber auch afrikanisches Kochen als „Learning by doing“ mit Chapati und Matoke sowie ein Schulbesuch standen auf dem Programm. St. Peter’s mit seinen über 3500 Schülern war ein Erlebnis besonderer Art. Hunderte von Kindern mit überwältigender Freude über den Besuch, ließen es sich nicht nehmen, jedem „Mzungu“ die Hand zu geben oder abzuklatschen. Und der Schulalltag in Uganda gestaltet sich wie auch in anderen afrikanischen Staaten: Klassen mit 100 bis 120 Schülern und zwei Lehrern in einem Klassenzimmer, alle Kinder dicht gedrängt auf Bänken, keine Klimaanlagen; in den Schlafsälen der Internatsschüler ein Stockbett am anderen, persönliche Sachen liegen in einem Eisenkoffer am Fußende des Bettes.

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