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ÖDP: Kein folgenloses Öko-Gerede

Die ÖDP will mit sechs Kreisräten in den Schwandorfer Kreistag einziehen. Sie setzen sich für den Erhalt der Umwelt ein.
Von Dietmar Zwick

Stadt- und Kreisrat Alfred Damm mit ÖDP-Landesvorsitzendem Klaus Mrasek und stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl (stehend v. r.) Foto: DIETMAR ZWICK
Stadt- und Kreisrat Alfred Damm mit ÖDP-Landesvorsitzendem Klaus Mrasek und stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl (stehend v. r.) Foto: DIETMAR ZWICK

Schwandorf.ÖDP-Kreis- und Stadtrat Alfred Damm begrüßte zum Wahlkampfabschluss für die Kreistagswahlen am Aschermittwoch im Restaurant Ziegelhütte in Ettmannsdorf den ÖDP-Landesvorsitzenden Klaus Mrasek, den Bezirksvorsitzenden Christian Wallmeyer und stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl. Damm betonte eingangs, dass eines ihrer wichtigsten Themen – der Umwelt- und Artenschutz – eine Herzensangelegenheit sei. Er attestierte der städtischen Klimaschutzpolitik „Widersprüchlichkeit“ und monierte, dass für neue Gewerbegebiete an der A 93 rund 40 Hektar Wald gerodet werden sollen.

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Zudem sei die ÖDP der Meinung, dass der Südostlink der falsche Weg sei; er bezeichnete ihn als Gelddruckmaschine. Denn die bestehenden Trassen von Nord nach Süd würden ausreichen. Dieser neue Weg solle vielmehr als Durchleitung für den Export des Stroms nach Südeuropa dienen. Besser wäre es, überschüssigen Strom in Gas umzuwandeln, denn ausreichende Gasspeicher gebe es. Zudem forderte Damm, die Windkraft weiter auszubauen.

Zwei Erden notwendig

ÖDP-Landesvorsitzender Klaus Mrasek aus Amberg ging auf das Motto „Weniger ist mehr“ und die Belastungsgrenzen der Erde ein. Beim Artensterben sei die Menschheit „dramatisch unterwegs“, genauso beim Stickstoffkreislauf, das durch Landwirtschaft und Verkehr eingebracht werde. Der Welterschöpfungstag sei der Tag, an dem die Menschheit global mehr natürliche Ressourcen verwendet hat, als die Erde in diesem Jahr produzieren kann. Am 21. Dezember 1971 kam er erstmals ins laufende Jahr; vorher wurden die Grundlagen nicht gefährdet. 2019 nannte er den 29. Juli. Das heißt nach seinen Worten, dass der Mensch in Kürze zwei Planeten braucht, um seinen Lebensstil aufrechterhalten zu können.

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Ein Grund sei die industrielle Ausbeutung der Erde in den letzten 50 Jahren. Überall gebe es exponentielle Entwicklungen, was normalerweise nicht im menschlichen Denken enthalten sei. Ein lineares Denken sei normal. Ein Problem sei das Wirtschaftswachstum mit seinen Steigerungsraten, die immer auf das Vorjahr aufbaue. Dabei erkläre die Politik dem Bürger, das man wirtschaftliches Wachstum brauche, denn sonst könnte der Staat seine gesellschaftlichen Probleme nicht lösen. Das bleibe nicht ohne Folgen: Der Redner nannte die Rohstoff- und Schadstoffgeschichte, die damit verbunden sei. Die geniale Lösung sei nach Meinung der Grünen Wachstum ohne negative Folgen. „Green new deal“: höchste Effizienz, 100 Prozent erneuerbare Ressourcen, kein Abfall mehr.

Weitere Themen

  • Verkehr:

    Ausbau des ÖPNV-Angebotes, der P & R-Parkplätze und Radwege, Einführung des 365 Euro Tickets, Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg und Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken, wo es Sinn mache.

  • Daseinsvorsorge:

    Internet mit mindestens 50 Mbit/s für jedes Haus, mehr Betreuungsplätze und Schaffung von ambulant betreuten Wohngemeinschaften.

Doch einen Begriff höre man in der politischen Diskussion nicht, bedauerte Klaus Mrasek, nämlich Suffizienz, was Begrenzung, Reduzierung und Verzicht heiße. Nur die ÖDP habe dies im Programm stehen. Die ÖDP wolle nicht in den Chor der Wachstumsbefürworter einstimmen und sie brauche keine „Green new deal“-Werbung. Aufgabe sei es, von diesem folgenlosen Öko-Gerede und dem Verdrängen der Probleme wegzukommen.

Weltprobleme lokal angehen

Die tollste Lösung aller Weltprobleme werde nur funktionieren, so Mrasek, wenn sie vor Ort umgesetzt werde. Zudem müssten der Flächenfraß eingeschränkt und öffentliche Bauten in Holzbauweise errichtet werden, die Versorgung in Richtung 100 Prozent über erneuerbare Energie laufen, PV-Anlagen – wo möglich – auf jedes Gebäude montiert werden und die Verkehrserschließung über den ÖPNV gehen. Denn der „MIV mit dem SUV“, also der Individualverkehr mit dem Sport Utility Vehicles, sei eines der größten Probleme, betonte Mrasek.

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