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Empfang

Ohne Ehrenamtliche wäre Gesellschaft arm

Die SPD-Landtagsfraktion bedankte sich bei Engagierten im Landkreis Schwandorf. Auch über Probleme wurde diskutiert.
Von Renate Ahrens

Günther Kloske, Vorstand des Anglervereins Nabburg, sprach das Thema Versicherungen für Vorstände an. Foto: Ahrens
Günther Kloske, Vorstand des Anglervereins Nabburg, sprach das Thema Versicherungen für Vorstände an. Foto: Ahrens

SCHWARZENFELD.„Ohne Ehrenamtliche ist kein Staat zu machen.“ Diese Feststellung traf MdL Franz Schindler bei einem Ehrenamtsempfang in Schwarzenfeld auf Einladung der SPD-Landtagsfraktion zusammen mit der Münchener SPD-Abgeordneten Ruth Waldmann. Eine „kleine Geste des Dankes und der Anerkennung“ sollte dieser Abend sein, aber auch dem Austausch dienen. Spätestens nach der Wiedervereinigung, so Schindler, sei die Bedeutung des Ehrenamts erst deutlich geworden, denn in der ehemaligen DDR hätte es gar kein Ehrenamt gegeben – und man habe gesehen, wie „arm“ eine Gesellschaft ohne dieses freiwillige Engagement sei.

Franz Schindler meinte, dass Ehrenamtliche nicht durch Profis ersetzt werden können.
Franz Schindler meinte, dass Ehrenamtliche nicht durch Profis ersetzt werden können.

Mühsam habe man Ehrenämter in den neuen Bundesländern aufbauen müssen, noch heute herrsche ein Nachholbedarf. In Bayern sei dagegen fast jeder zweite Bürger in allen Altersgruppen in einem oder oft mehreren Vereinen tätig. „Was wären unsere Feste im Sommer ohne die Musik unserer Vereine?“, gibt Schindler ein Beispiel für den kulturellen Wert der Aktiven. Doch auch in der Politik sind unzählige Freiwillige tätig – und sie bekämen nicht immer nur Lob, sondern hin und wieder auch viel Ärger, so beschönigte Schindler diese Aufgabe keineswegs. Jedoch seien es die Ehrenamtlichen, die die Gesellschaft zusammenhalten, denn der Staat könne das nicht leisten, sagte Schindler und bedankte sich bei den vielen geladenen Gästen als Vertreter aller ehrenamtlich Tätigen. Unter ihnen war auch Altlandrat Hans Schuierer, der seit 23 Jahren in Pension ist und sich immer noch engagiere.

Nach den Reden blieb Zeit, sich untereinander auszutauschen.
Nach den Reden blieb Zeit, sich untereinander auszutauschen.

Das Ehrenamt trage maßgeblich zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft bei, lobten die SPD-Politiker – eine „große Stütze“ wären die Freiwilligen, und ihr Engagement könne man nie genug würdigen. Allein in der der Politik, so erklärte MdL Franz Schindler, werde 98 Prozent der Arbeit von Ehrenamtlichen gemacht. Im Landkreis gäbe es über 1000 Gemeinderäte und außerdem 60 Kreisräte.

Neben dem Beruf sei das allerdings nicht so ohne weiteres möglich, betonte Ruth Waldmann, die auch Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt ist. Etwa die Hälfte aller über 14-Jährigen würde sich engagieren – und alle seien Experten auf ihrem Gebiet, lobte Waldmann. Ein wichtiger Schritt wäre der Volksentscheid gewesen, der sich für die Förderung des Gemeinwohls und des Ehrenamts sowie für die Aufnahme in die Bayerische Verfassung einsetze – doch danach sei nicht viel passiert, um dieses neue Staatsziel umzusetzen. „Die Ehrenamtlichen wollen stärker mit einbezogen werden“, ist die Erfahrung von Waldmann.

SPD-Abgeordnete Ruth Waldmann sagte, dass eine Gesellschaft ohne Ehrenamt nicht funktionieren könne.
SPD-Abgeordnete Ruth Waldmann sagte, dass eine Gesellschaft ohne Ehrenamt nicht funktionieren könne.

Die Politik sei gut beraten, die Kompetenzen der Aktiven zu berücksichtigen und mit ihnen einen lebendigen Austausch auf Augenhöhe zu führen. Man müsse überlegen, so Waldmann, wie man Ehrenamtlichen mehr Freiräume bieten könne. Insgesamt würden die Bürger in Deutschland rund 710 Millionen Arbeitsstunden einbringen, was sechs Milliarden Euro Lohn entsprechen würde. Aber das Ehrenamt dürfe nicht monetarisiert werden, mahnte Ruth Waldmann.

Ein „heikles Thema“, sagte Günther Kloske, Vorstand des Anglervereins Nabburg, seien die Versicherungen für die Vorstände. Er müsse selbst eine Rechtschutzversicherung für sich abschließen und bezahlen, erklärte er verärgert. Mehr Unterstützung wünschte sich auch Hermann Erl vom Imkerverein Nabburg. Zwar habe sein Verein keine Nachwuchssorgen, doch an ihm als Vorstand bleibe zu viel Organisatorisches hängen, ob es um Zuschüsse, Ausbildung oder Medikamente für die Bienen ginge.

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