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Opern-Freunde müssen sich gedulden

Das Opernfestival Oberpfalz kann erst im nächsten Jahr starten. Initiator und Dirigent Michael Konstantin ist jedoch gefasst.
Von Ralf Gohlke

Opernsängerin Eva Summerer zusammen mit dem Initiator und künstlerischen Leiter Michael Konstantin. Foto: Michael Brunner
Opernsängerin Eva Summerer zusammen mit dem Initiator und künstlerischen Leiter Michael Konstantin. Foto: Michael Brunner

Neunburg.Wegen der Corona-Pandemie reißen die Meldungen über Absagen herausragender kultureller Veranstaltungen nicht ab. Jetzt hat es einen weiteren Künstler aus der Region getroffen. Der gebürtige Neunburger Dirigent Michael Konstantin gab nun auf seiner Facebook-Seite und über eine Pressemeldung bekannt, dass der Start für das geplante Opernfestival Oberpfalz auf 2021 verschoben werden muss. Zur Premiere wäre „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber am Freitag, 10. Juli, im Stadttheater Amberg vorgesehen gewesen.

„Wir finden es natürlich unheimlich schade, euch erst im nächsten Jahr in die Magie der Oper zu entführen, unser Konzept macht mit den aktuellen Auflagen allerdings nur wenig Sinn“, schreibt Konstantin an die Fangemeinde, die sein Projekt bereits für sich verbuchen kann.

Keine andere Wahl gehabt

„Unter den derzeitigen Verhältnissen blieb uns überhaupt keine andere Wahl“, bedauert er im Telefon-Gespräch mit der Mittelbayerischen aus seinem derzeitigen Wirkungsort in Plauen. Michael Konstantin ist dort seit Dezember 2018 als Chordirektor und Kapellmeister am Theater Plauen-Zwickau unter Vertrag.

„Dadurch bin ich zumindest etwas besser abgesichert als meine Kollegen, die bei ihrer künstlerischen Tätigkeit ausschließlich freiberuflich unterwegs sind“, erklärt er. Zwar sei auch dort Kurzarbeit angeordnet worden, aber es bestehe nicht der Druck, von heute auf morgen mit 1000 Euro Überbrückungsgeld im Monat aus der Künstlersozialkasse auskommen zu müssen.

Chorprobe ist nicht möglich

Im Normalfall wäre jetzt die Chorprobenarbeit angelaufen. Das Ganze mit Mundschutz und mit Sicherheitsabstand zu bewerkstelligen, wäre schlicht unmöglich. Dafür müsse nun viel Zeit in die Logistik für die Verschiebung aufgewendet werden. „Ich bin der Stadt Amberg und dem Kaolinbahn-Verein sehr dankbar, dass sie der Verschiebung bereits zugestimmt haben“, erklärte er. Für Juli war die Uraufführung der Kammeroper „inSOMNIA“ im alten Ringlokschuppen geplant.

Das Projekt

  • Opernfestival:

    Die gleichnamige, gemeinnützige Kulturinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, den Oberpfälzer Musikliebhabern Opern auch an ungewöhnlichen Spielorten schmackhaft zu machen.

  • Leitung:

    Initiator und künstlerischer Leiter ist der gebürtige Neunburger Dirigent Michael Konstantin. Für Juli 2020 war als Premiere „Der Freischütz“ im Amberger Stadttheater geplant.

Nun müsste gesichert werden, dass auch die Geldmittel für das kommende Jahr zur Verfügung stünden. Konstantin zeigte durchaus Verständnis dafür, wenn jetzt Unternehmen in eine schwierige Situation geraten und daher ihr Sponsoring zurückfahren würden. Allerdings würde durch das Verschieben der Veranstaltung sogar Mehrkosten entstehen. Entwarnung konnte er für all jene geben, die bereits im Besitz von Tickets sind, sie behielten uneingeschränkte Gültigkeit. Wichtig ist ihm noch der Hinweis, dass Kunst und Kultur gerade in schweren Zeiten einen besonderen Stellenwert besitzen.

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