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Berufe

Orkantief bremst Bildungsmesse aus

Die Bildungsmesse in der Stadthalle von Maxhütte-Haidhof endete vorzeitig. Bei den Infoständen gab es heuer eine Rekordzahl.
Von Norbert Wanner

Bei der 18. Bildungsmesse war eine Rekordzahl an Ausstellern vor Ort.  Foto: Norbert Wanner
Bei der 18. Bildungsmesse war eine Rekordzahl an Ausstellern vor Ort. Foto: Norbert Wanner

Maxhütte-Haidhof.Schnelles Ende für die große Bildungsmesse des Landkreises in der Stadthalle von Maxhütte-Haidhof: Weil am Montag wegen des Orkantiefs „Sabine“ der Schulunterricht im gesamten Landkreis Schwandorf ausfällt, sahen sich die Organisatoren am Sonntagabend gezwungen, auch die Messe in der Stadthalle um einen Tag zu verkürzen. Somit war der Sonntag der einzige Öffnungstag der diesjährigen Bildungsmesse.

Ein kleiner Trost für die Veranstalter: Immerhin nutzten bereits am Sonntag viele Interessierte das Angebot. Die Infostände waren den ganzen Tag über mehr als gut besucht. Insgesamt 95 Firmen und Organisationen sorgten in der Stadthalle für eine gute Mischung und gleichzeitig einen neuen Rekord bei der Zahl der Aussteller. In den Nebenräumen der Halle gab es zudem Vorträge zu verschiedensten Themen.

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Sonntag war ein „Familientag“

Als am Sonntagvormittag Landrat Thomas Ebeling die Messe eröffnete, war es die 18. Auflage des Geschehens. Ein Blick in die Runde zeigte, wie sehr die Bedeutung im Lauf der Jahre gestiegen war. Kaum waren die Eröffnungsworte gesprochen, wurde es auch schon voll zwischen den Gängen. Sucht man eine Überschrift für Tag eins, passt „Familientag“ dazu. Viele Jugendliche waren mit Eltern und Geschwistern unterwegs.

Gäbe es die Bildungsmesse nicht, sie müsste erfunden werden, so lautete dann auch der Tenor der Eröffnungsrede des Landrats. Er stellte die Bedeutung für beide Seiten heraus, für Aussteller wie potentielle Auszubildende.

Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank als Hausherrin, die ihr Amt aufgibt, nutzte ihr letztes Grußwort auf der Veranstaltung, um über die Veränderung des Geschehens im Lauf der Jahre nachzudenken. Die „Intention“ der Messe habe sich gewandelt.

Ging es ursprünglich darum, Schülerinnen und Schüler zu informieren, stehe heute eher das Werben der Unternehmen, um junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen, im Fokus – mit durchaus neuen Herausforderungen für die Betriebe. Zu hören sei, dass es heute Auszubildende gebe, die sagten: „Das mache ich nicht, das steht nicht in meinem Ausbildungsvertrag“. Die Gesellschaft habe sich gewandelt. Immer mehr stehe die Freizeit im Vordergrund. Es wäre laut Dr. Plank Aufgabe von Eltern und Ausbildern, den jungen Menschen zu vermitteln, dass das Glück im Beruf auch zu einem glücklichen Leben gehöre.

Industrie als Konkurrenz

Zweimal Deutsche Meister: Christoph Steinbacher (3. von links )und Bastian Roidl (5. von links)  Foto: Norbert Wanner
Zweimal Deutsche Meister: Christoph Steinbacher (3. von links )und Bastian Roidl (5. von links) Foto: Norbert Wanner

Beim Messerundgang hörte sich die Mittelbayerische an verschiedenen Ständen um, wie es um die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen bestellt ist. Hier gab es durchaus Unterschiede, selbst von Handwerk zu Handwerk. Michael Zinnbauer, Obermeister der Innung Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik, sprach davon, dass es schwierig sei, genügend Azubis zu bekommen. Umschüler und Bewerber aus dem Ausland seien daher gefragt.

Michael Bräu, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Schreiner, sagte, dass die Nachwuchssituation „noch nicht wirklich schwierig“ sei. Bei der Bäckerinnung stellte der stellvertretende Obermeister Kurt Scherl jun. fest, dass der Beruf nach wie vor attraktiv sei. Gemeinsam war allerdings die Feststellung, dass ein Faktor, der die Nachwuchsgewinnung schwierig mache, die Konkurrenz durch die Industrie sei. Viele junge Menschen würden lieber dort eine Ausbildung beginnen.

Erfolgreiche Auszubildende

  • Deutscher Meister 1:

    Christoph Steinbacher aus Schwandorf stellte seinen Beruf, Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik vor. Dazu war er mehr als berufen; er ist der beste Auszubildende Deutschlands in diesem Beruf. Der Weg zum Titel führte über rund 3000 Konkurrenten, wie Steinbacher im Gespräch mit der Mittelbayerischen sagte.

  • Deutscher Meister 2:

    Bastian Roidl ist 24 Jahre alt, kommt aus Katzdorf und ist der Beste in Sachen Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. Er absolviert ein duales Studium, hat bereits seinen Bachelor gemacht. Damit nicht genug: Jetzt folgt der Master. Ihm war es wichtig, nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis kennenzulernen, daher das duale Studium. (bxh)

Das Problem, Ausbildungsplätze nicht besetzen zu können, kannte aber auch Annika Zack, Ausbildungsreferentin bei der Firma Gerresheimer. Drei von 16 Plätzen wären in dem Unternehmen aktuell offen. In den fünf Jahren, die Zach überblicken könne, sei die Zahl der Bewerber, die tatsächlich eine Ausbildung antraten, deutlich zurückgegangen. Von ganz anderen Problemen wiederum sprach Johannes Weinzierl, zuständig für die OP-Pflege in der Asklepios-Klinik Burglengenfeld. In seinem Bereich liege die Abbruchquote in der Ausbildung bei 50 Prozent.

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