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Region Schwandorf
Freitag, 20. April 2018 26° 2

Ausstellung

Pförtner wurde zum Volksheiligen

Konrad von Parzham, der Pförtner von Altötting steht im Schwarzenfelder Kirchturm-Museum im Blickpunkt.

Zu der aktuellen Ausstellung im Museum im Kirchturm gehören kunstvolle Wallfahrtsandenken unter Glasstürzen.Foto: Schiessl

Schwarzenfeld.Das Museum im Kirchturm der alten Pfarrkirche eröffnet am Sonntag mit der Sonderausstellung „Der Pförtner von Altötting“ die Saison. Weiter ist eine Sammlung von religiöser Volkskunst unter Glasstürzen zu sehen.

Der 200. Geburtstag des heiligen Bruder Konrad ist für Museumswart Franz Schieder Anlass für diese Sonderausstellung. Als Pförtner des Kapuzinerklosters im Marienwallfahrtsort Altötting ist der Bauernsohn von Parzham in der Pfarrei Weng bei Bad Griesbach zu einem Volksheiligen geworden.

Der Volksheilige Bruder Konrad von Altötting. Foto: Schießl

Er erblickte 1818 als elftes von zwölf Kindern der Bauersfamilie Birndorfer das Licht der Welt. Er zeigte schon als Kind Zeichen echter Frömmigkeit. Er verzichtete auf das reiche väterliche Erbe und trat in den Kapuzinerorden ein. Bald nach seiner Profess wurde ihm das Amt des Pförtners im Konvent in Altötting übertragen. Dort wirkte er 41 Jahre als frommer Ordensmann sowie Gott verbundener Menschen- und Kinderfreund und gelangte in den Ruf der Heiligkeit. Er starb am 21. April 1894 im Alter von 75 Jahren. 1934 wurde Konrad von Parzham heilig gesprochen. Die Familie Schieder hat eine reiche und sehenswerte Sammlung an Exponaten zusammengetragen, die die Erinnerung an diesen Volksheiligen wachhält. Zu sehen sind Figuren des Ordensmannes, Bilder, Wachsstöcke oder Rosenkränze, die als Wallfahrtsandenken in den Familien gesammelt wurden.

Ein zweites Thema der Ausstellung sind durch sogenannte Glasstürze geschützte kunstvolle Wachsarbeiten, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hoch im Kurs standen. Es gab wohl kaum eine Familie im südbayerischen Raum, die nicht ein Stück davon besessen hat – sei es ein Heiliger oder ein Christkindl unter Glas. So kostete zum Beispiel eine Darstellung des „Ecce homo“ zwei Gulden, der Heilige Josef einen Gulden 42 Kreuzer.

Die Ausstellung im Kirchturm der alten Pfarrkirche ist am Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt frei. (sss)

Neues Projekt

  • Museumswart Franz Schieder

    sucht für eine neue Ausstellung noch Sterbeandenken. Bei dieser Ausstellung ist die Pfarrei Schwarzenfeld ein zentrales Thema.

  • Es wäre wünschenswert,

    wenn solche Sterbeandenken als Leihgaben oder Schenkungen zur Verfügung gestellt würden. Franz Schieder steht dabei zu den Öffnungszeiten am Sonntag im Museum gerne zu Gesprächen bereit. Kontakt auch unter Telefon (0 94 35) 98 26 oder mschieder@t-online.de.

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