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Landtagswahl

Pleite für Dr. Plank und Frauen-Union

Die Bürgermeisterin von Maxhütte-Haidhof zieht im CSU-Kreisverband gegen Manfred Wendl den Kürzeren – und Konsequenzen.
Von Thomas Rieke

Dr. Susanne Plank, Bürgermeisterin in Maxhütte-Haidhof und Mitglied des CSU-Parteivorstands auf Landesebene Foto: MZ-Archiv

Schwandorf.Das hatte sich Dr. Susanne Plank wahrlich anders vorgestellt. Fast zeitgleich mit ihrem 50. Geburtstag musste die Bürgermeisterin von Maxhütte-Haidhof eine herbe politische Niederlage hinnehmen. Ihr Traum, im Herbst ins Maximilianeum einziehen zu können, ist geplatzt, noch ehe sie sich ernsthafte Hoffnungen darauf machen durfte.

Als sich nämlich der Vorstand der Landkreis-CSU am 12. März in Wernberg traf, um abzustimmen, wer dem Bezirksparteitag am 28. April als Kandidat für die Liste zur Landtagswahl empfohlen werden sollte, entschied sich die Mehrheit nicht für die Rechtsanwältin, die diverse politische Ämter bekleidet und seit acht Jahren immerhin auch dem Parteivorstand angehört. Das Rennen machte mit 12:8 Stimmen der einzige Gegenkandidat – Manfred Wendl, der trotz seiner Zugehörigkeit im Kreisvorstand für viele ein noch unbeschriebenes Blatt sein dürfte. „Man wird mich schon noch kennenlernen“, sagt der 49-jährige Industriemeister aus Schwandorf dazu scherzhaft, aber durchaus angriffslustig. Sobald der Bezirkstag Ende April die Plätze vergeben haben wird, werde er voll in den Wahlkampf einsteigen.

Parallele zu Emilia Müller

Zwei Bewerber für einen Platz – da muss es einen Verlierer geben. Trotzdem verdient die CSU-interne Entscheidung mehr Beachtung. Schließlich erinnert der Dämpfer für Dr. Plank sehr an die Kampfabstimmung, die sich 2012 Kreisvorsitzender Alexander Flierl aus Oberviechtach und Staatsministerin Emilia Müller, Bruck, um das Direktmandat für den Landtag lieferten. Müller glaubte damals ebenfalls, genügend Unterstützer hinter sich zu haben, zog dann aber relativ klar den Kürzeren. Nun, da der Kreisverband der Frauen-Union (FU), deren Galionsfigur Müller lange gewesen ist, gerne wieder eine Kandidatin auf den Schild gehoben hätte, musste Dr. Plank erkennen, dass auch sie die Lage falsch eingeschätzt hatte.

Landrat als Vermittler

Dr. Plank war sich vor dem 12. März sehr sicher, dass sie von der Mehrheit des Kreisvorstands das Vertrauen geschenkt bekommen würde, zumal sich auch Landrat Thomas Ebeling hinter den Kulissen für sie starkgemacht haben soll. Umso größer ist der Frust, denn in einer Nachricht an die FU-WhatsApp-Gruppe die der MZ übermittelt wurde, spricht Dr. Plank von einem „schwarzen Tag“ für die weibliche Unterorganisation der CSU. Und sie greift den Kreisverband der Jungen Union an, von dem es nicht den nötigen Beistand gegeben habe. Nicht einmal auf Vorsitzende Christina Bauer sei Verlass gewesen, konstatiert Dr. Plank, und selbst in der FU-Sitzung (die der Tagung des Kreisvorstands vorausgegangen war) sei „nicht mit offenen Karten gespielt“ worden. Denn da war nach MZ-Informationen mit keinem Wort die Rede davon gewesen, dass es überhaupt einen Gegenkandidaten geben würde.

Bauer will das so nicht stehenlassen – und spricht in einer Mail von „haltlosen Anschuldigungen“. Dr. Plank inszeniere sich als „Opfer einer großen Verschwörung“ und mache dafür die „üblichen Schuldigen“ verantwortlich. Dabei sei es unmöglich, dass sie wisse, wer wie abgestimmt habe – schließlich handelte es sich um eine geheime Wahl. „Daher ist es mehr als verleumderisch, den FU-Damen einzureden, ich hätte dich verraten“, wettert Bauer.

Schließlich kann sich Bauer nicht verkneifen, Plank mangelhaften Kontakt zur Basis im Kreisverband zu attestieren. Das sei die wahre Ursache für ihre Schlappe. „Es reicht nicht, in München Kandidaturen auszumachen“, spielt Bauer auf Planks regelmäßige Teilnahmen an Sitzungen des CSU-Präsidiums an.

Der Maxhütter Bürgermeisterin ist es äußerst unangenehm, dass der Konflikt in die Öffentlichkeit getragen wurde. Dadurch entstehe ein völlig falscher Eindruck; sie sei keine schlechte Verliererin und akzeptiere selbstverständlich das Ergebnis der demokratischen Entscheidung im Kreisverband. Der Hauptgrund, weshalb sie sich über WhatsApp an die FU gewandt habe, sei der, dass sie über den Ausgang der Abstimmung habe informieren wollen. Vom Verband habe es bis heute keine offizielle Mitteilung dazu gegeben, und „ich wollte nicht, dass das unter den Tisch gekehrt wird“.

CSU-Kreischef Alexander Flierl hält sich zu dem Konflikt bedeckt; er habe die erwähnte Sitzung nur moderiert, verstehe aber die Enttäuschung Dr. Planks. Dass dadurch alte Gräben wieder aufgerissen würden, fürchtet der Abgeordnete nicht; denn eine „Lagerbildung“ hat es nach seiner Auffassung auf Kreiseebene nie gegeben; jedenfalls nicht als Folge seines Sieges 2012 gegen Müller. „Ich habe fünf Jahre bestens mit ihr kooperiert.“

Abgesehen davon wird die Bedeutung des Listenplatzes, um den Dr. Plank und Wendel gerungen haben (und über den am 28. 4. der Bezirksparteitag entscheidet), möglicherweise überbewertet. Die politische Großwetterlage lässt darauf schließen, dass auch ein sehr guter Rang auf der Oberpfalz-Liste nicht für ein Mandat reicht. Nur wer es schafft, wie Emilia Müller 2013 ungewöhnlich viele Stimmen auf sich zu vereinigen, hat eine Chance.

Unterdessen hat Dr. Plank Konsequenzen gezogen. „Für mich war das die letzte Aktion für den Kreisverband. Meine Dienste werden offenbar nicht benötigt.“ Das ändere nichts daran, dass ihr Herz weiter für die CSU schlage. Für die Partei und dafür, dass sie die stärkste im Freistaat bleibe, wolle sie mit unverändertem Elan kämpfen – „denn diese Partei tut Bayern gut“.

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