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Gedenken

„Ponypfarrer“ in Steinberg unvergessen

30 Jahre wirkte Seelsorger Michael Gschwendtner in Steinberg am See. Zeitzeugen erinnerten mit diversen Anekdoten an ihn.
Von Jakob Scharf

Der „Ponypfarrer“ Michael Gschwendtner war in der ganzen Oberpfalz bekannt. Als die Fußballer 1974 mit Trainer Jakob Scharf Meisterschaft und Aufstieg feierten, „kutschierte“ er die Mannschaft persönlich durch Steinberg. Foto: Jakob Scharf
Der „Ponypfarrer“ Michael Gschwendtner war in der ganzen Oberpfalz bekannt. Als die Fußballer 1974 mit Trainer Jakob Scharf Meisterschaft und Aufstieg feierten, „kutschierte“ er die Mannschaft persönlich durch Steinberg. Foto: Jakob Scharf

Steinberg.Auf großes Interesse stieß der Gedenkabend anlässlich des 100. Geburtstages des 1985 verstorbenen Pfarrers Michael Gschwendtner. Im Mittelpunkt der von Christian Scharf moderierten Veranstaltung im Pfarrheim stand ein Vortrag des HAK-Vorsitzenden Jakob Scharf über den Geistlichen, der als „Ponypfarrer“ in der ganzen Oberpfalz bekannt war. Christian Scharf begrüßte besonders Pater Stefan und Bürgermeister Harald Bemmerl, dankte allen, die zum gelungenen Abend in Vorbereitung und Durchführung beitrugen, wobei Stefan Royer die Feier mit seinem Akkordeon musikalisch umrahmte.

Michael Gschwendtner wurde1919 in Döfering geboren

Die Zeitzeugen Anton Zizler, Jakob Scharf und Hilde Ernst (v. l. n. r.) gaben so manche Anekdote des „Ponypfarrers" zum Besten.  Foto: J. Scharf
Die Zeitzeugen Anton Zizler, Jakob Scharf und Hilde Ernst (v. l. n. r.) gaben so manche Anekdote des „Ponypfarrers" zum Besten. Foto: J. Scharf

Jakob Scharf zeichnete dann ausführlich in seinem Vortrag mit rund 250 Fotos das Leben des 1919 in Döfering bei Waldmünchen geborenen Michael Gschwendtner nach, der nach dem Abitur 1939 in Obermünster sofort zur Wehrmacht „eingezogen“ wurde und erst 1948 aus polnischer Gefangenschaft entlassen wurde. Er sei als „ein anderer Mensch“ aus dem Krieg zurückgekommen, studierte Theologie und wurde 1953 zum Priester geweiht. Nach zwei Jahren als Kaplan in Wackersdorf kam er 1955 als Benefiziat nach Steinberg und wurde 1963 Pfarrer, ehe er 1985 unerwartet, aber vorbereitet, einer heimtückischen Krankheit erlag. In diesen 30 Jahren, so Scharf, habe dieser sich große Verdienste um die kirchliche und politische Gemeinde Steinberg erworben, weswegen er auch zum Ehrenbürger ernannt wurde.

Tradition

Endgültig Schluss am Ponyhof Steinberg

Die beliebte Freizeiteinrichtung in Steinberg am See bleibt zu. Die meisten Ponys haben schon den Besitzer gewechselt.

Gschwendtner habe in Steinberg zunächst die alte Kirche und den Pfarrhof renoviert, eine neue Kirche und den ersten Kindergarten gebaut, war Motor der Ortsverschönerung und Gründer des Fremdenverkehrsvereins. Auch „die DJK ist ein Kind dieses Pfarrers“, so der Referent. Er sei „kein klerikaler Stubenhocker“ gewesen, sondern er war ständig unterwegs, suchte den Kontakt zu den Menschen. Dies erklärte auch die Gründung des Ponyhofes, der dieses Jahr 50 Jahre alt geworden wäre und heuer seinen Betrieb einstellte. Dadurch sei Steinberg erst bekanntgeworden.

„Damit mache ich genau so viel Seelsorge wie mit einer Predigt am Sonntag.“

Michael Gschwendtner, Pfarrer und Gründer des Ponyhofs

Die anfangs von kirchlicher Seite kritisch gesehene Gründung kommentierte der engagierte Ortsgeistliche damit, dass er überzeugt war, „dass ich damit genau so viel Seelsorge mache wie mit einer Predigt am Sonntag“. Scharf nannte den Steinberger Ehrenbürger, der als einziger Priester auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin auch in Steinberg begraben ist, „einen leider selten gewordenen Typ von Pfarrer, der rund um die Uhr für seine Mitbürger im Einsatz war“. Für ihn persönlich, so der Altbürgermeister, sei er in vielen Bereichen zum Vorbild geworden.

Nach dem Vortrag las Lea Scharf zwei „Rasselbandegeschichten“ des Pfarrers vor, die stets Bestandteil seines Religionsunterrichts waren. Zum Abschluss „interviewte“ Christian Scharf noch die Zeitzeugen und Wegbegleiter Hilde Ernst, Anton Zizler und Jakob Scharf, die so manche Erlebnisse und Anekdoten vortrugen.

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