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Wirtschaft

Präzision im Auftrag der Kunden

Die Stahl Lasertechnik GmbH in Wackersdorf ist seit Jahren auf Wachstumskurs. Jetzt wird noch einmal kräftig investiert.
Von Hubert Heinzl

  • Betriebsleiter Wilhelm Probst-Wagner, Geschäftsführerin Petra Betz und Fertigungsleiter Josef Wagner (v. li.) vor der neuen Fiber-LaseranlageFoto: Heinzl
  • Arbeit an der Abkanntpresse
  • Auch an der Drehbank wird noch gearbeitet, um Einzelteile für komplette Baugruppen selbst herzustellen.
  • Einer der Roboter in der Lackiererei

Wackersdorf.Die Entwicklung der Stahl Lasertechnik GmbH in Wackersdorf kennt seit Jahren nur eine Richtung – nach oben. Die Umsätze stiegen kontinuierlich auf zuletzt 16 Millionen Euro im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte von wenig mehr als einer Handvoll bei der Firmengründung 1990 auf etwa 150 Beschäftigte. Erst vor ein paar Jahren wurde auf dem 2,7 Hektar großen Unternehmensgelände im Wackersdorfer Industriegebiet Nord eine neue Werkshalle errichtet – doch schon wieder „platzt der Betrieb aus allen Nähten“, wie es Geschäftsführerin Petra Betz formuliert.

Gefragt: Raum zum Wachsen

Eine neue Produktionshalle soll dem Unternehmen deshalb Raum zum Wachsen geben. Am Mittwoch genehmigte der Wackersdorfer Gemeinderat den etwa 30 mal 70 Meter großen Bau, der für rund zwei Millionen Euro im südlichen Abschnitt des Firmengeländes errichtet werden soll. Ein direkter Job-Effekt ist mit dem Investment vorerst nicht verbunden. Zunächst gehe es darum, Betriebsabläufe zu optimieren, erklären Geschäftsführerin Betz und Wilhelm Probst-Wagner, Betriebsleiter seit 1992. In die neue Halle soll nach ihren Worten der Sektor „mechanische Bearbeitung“ verlegt werden, also alles, was mit Fräsen und Drehen zu tun hat, und möglicherweise auch die Schweißerei. So will man mehr Platz schaffen für Montage und Versand.

Präzisionsschweißen per Hand
Präzisionsschweißen per Hand

Das hat auch mit der Veränderung des Geschäftsmodells in den vergangenen 28 Jahren zu tun. „Anfangs war mein Vater Reinhold Stahl der erste Mittelständler, der die Lasertechnologie zum Bearbeiten von Metall angewendet hat“, erzählt Geschäftsführerin Petra Betz. Darin bestanden nach ihren Worten Kernkompetenz und Geschäftsmodell. Inzwischen sind noch etliche andere Hightech-Maschinen dazugekommen – eine Wasserstrahlschneideanlage beispielsweise, die bei einem Druck von 6000 bar Werkstücke aus Metall so einfach portioniert wie Butter. Die Lackieranlage, Baujahr 2016, mit den beiden Robotern. Oder die allerneueste Errungenschaft, ein hypermoderner Fiber-Laser, mit dem sich Bauteile in bisher nie gekannter Präzision und Geschwindigkeit bearbeiten lassen.

Qualitätskontrolle wird großgeschrieben
Qualitätskontrolle wird großgeschrieben

Geändert hat sich auch der Umfang der Arbeiten, die die Stahl Lasertechnik im Auftrag namhafter Unternehmen erledigt. Früher wurden vor allem einzelne Komponenten hergestellt, in Kleinserien von bis zu 100 Stück. „Inzwischen fertigen wir immer mehr komplexe Baugruppen“, erläutert Betriebsleiter Probst-Wagner. Das hängt nach seinen Worten damit zusammen, dass viele Hersteller sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und gerade Metallbauarbeiten in kleineren Stückzahlen zunehmend vergeben.

Bei der Stahl Lasertechnik nimmt man die Einladung dankend an – und geht den umgekehrten Weg. „Wir haben die Fertigungstiefe sogar noch erhöht“, sagt der Betriebsleiter. Bei der Firma Stahl, heißt das, gibt es inzwischen so gut wie alle Arbeiten aus einer Hand. Da wird geschweißt und gebogen, gefräst und geschnitten; die einzelnen Komponenten können grundiert, gestrahlt, von Robotern oder auch per Hand lackiert und am Ende auch in Wackersdorf montiert werden.

Qualität in einem Höllen-Tempo

Und bei den Werkstoffen ist das Unternehmen längst nicht mehr allein auf Blech oder Stahlblech fokussiert, sondern verarbeitet auch andere Metalle, Kunststoff und sogar Glas. Und das in bester Qualität und mitunter auch in einem Höllen-Tempo. „Wenn bei einem Anlagenbauer etwas kaputtgeht, haben wir das Ersatzteil oft schon am nächsten Tag produziert und ausgeliefert“, erzählt Petra Betz.

Betriebsleiterin Petra Betz war früher 3. Bürgermeisterin von Regensburg. Foto: Heinzl
Betriebsleiterin Petra Betz war früher 3. Bürgermeisterin von Regensburg. Foto: Heinzl

Soviel Flexibilität ist gefragt, zumal wenn sie mit einer schwarz auf weiß dokumentierten Qualität einhergeht. „Auf Akquise müssen wir inzwischen nicht mehr gehen“, sagt die Geschäftsführerin, „wir haben einfach einen gewissen Ruf bei unseren Kunden“. Die Wackersdorfer liefern nach ihren Worten „in fast jede Branche“. Bahntechnik bildet einen Schwerpunkt; zu den Auftraggebern gehören Mittelständler ebenso wie Global Player. Bis Ende des Jahres wird die neue Halle bezugsfertig sein, hofft man bei Stahl Lasertechnik. Und ist schon wieder auf der Suche nach Erweiterungsflächen.

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Der Familienbetrieb

  • Stahl Maschinenbau GmbH:

    Dipl.-Ing. Reinhold Stahl gründete 1980 in Penting/Großberg bei Regensburg die Stahl Maschinenbau GmbH mit etwa einem Dutzend Beschäftigten. Im Jahr 1997 übernahm Sohn Christian das Unternehmen, das sich auf den Sondermaschinenbau spezialisiert hat und aktuell über 100 Mitarbeiter beschäftigt.

  • Stahl Lasertechnik GmbH:

    Die zweite Firmengründung erfolgte 1990 in Wackersdorf. Im Jahr 2011 wurde das Unternehmen an Tochter Petra Betz übergeben, die von 2002 bis 2008 als 3. Bürgermeisterin der Stadt Regensburg amtierte. Die Stahl Lasertechnik wächst seit Jahren und hat am Standort Wackersdorf inzwischen rund 150 Mitarbeiter. (hh)

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