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Kirche

Primiz: Johannes’ allerschönster Tag

Johannes Spindler feiert seine erste Heilige Messe in Seebarn – und drum herum ein Fest. Immer wieder gibt es Freudentränen.
Von Bettina Mehltretter

  • Zum Taufgedächtnis lief Johannes Spindler auch nach draußen, wo viele Gläubige die Messe auf einer Großleinwand verfolgten. Foto: Bettina Mehltretter
  • Spindlers Eltern Christa und Peter und weitere Helfer, die in der Vorbereitung der Primiz wichtige Rollen gespielt hatten, brachten die Hostienschalen und den Kelch zum Altar in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
  • Johannes Spindler blieb bei der Kommunion nicht etwa bei seinen geladenen Gästen in der Kirche und teilte dort die Hostien aus. Er eilte nach draußen auf den Friedhofsparkplatz, wo sich Hunderte zum Primiz-Public-Viewing versammelt hatten. Dort segnete er auch viele Kinder.

Seebarn.Als Johannes Spindler am Ende seiner ersten Heiligen Messe an den Ambo tritt und neben den Helfern der Primiz auch seiner Familie dankt, kullern bei vielen in der Pfarrkirche die Tränen. Spindler erzählt, wie gern er seine Schwester Kerstin hat und wie wichtig seine Eltern Christa und Peter für ihn sind: „Seit den ersten Tagen meines Lebens setzt ihr euch mit selbstloser Liebe und Güte für mich ein“, sagt er. So habe er seinen Weg gehen können: „Ich könnte mir keine besseren Eltern vorstellen.“

Der Kirchenchor und die Blaskapelle umrahmten die Feier musikalisch. Foto: Mehltretter
Der Kirchenchor und die Blaskapelle umrahmten die Feier musikalisch. Foto: Mehltretter

Mit Spindler waren am Sonntag 24 Ministranten, die Kommunionkinder, etliche Priesterkollegen und die Fahnenträger der Vereine in die Kirche eingezogen. Die Blaskapelle und der Kirchenchor umrahmten den Gottesdienst musikalisch. Viel Applaus erhielt auch Primizprediger Daniel Schmid, Kaplan in Furth im Wald. Schmid rückte in seiner Predigt den guten Ton in den Fokus, dessen Bedeutung Spindler als Musikant – er spielt beim Musikverein das Flügelhorn – freilich gut kenne: Als Priester müsse man menschlich bleiben, nicht abheben. Spindler könne aber gut auf Menschen zugehen. Als Primizspruch hat er sich gewählt: „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke.“

„Die Freude am Herrn ist unsere Stärke.“

Johannes Spindlers Primizspruch

Schmid wünschte Johannes Spindler, dass er die Freude dieser Tage als Sprungbrett für die Arbeit mitnehme, die vor ihm liegt. Den Seebarnern riet der Kaplan, sich die Erfahrung der Primiz zu bewahren, und den Zusammenhalt im Dorf, der wegen des „göttlichen Ausnahmezustandes“ entstanden sei.

Leidenschaft fürs Amt

Für den Primiz-Segen läuft man sich ein paar Schuhsohlen durch, heißt es im Volksmund. Bei seiner ersten Heiligen Messe spendete Spindler den Allgemeinen Primizsegen. Bei der Dankandacht am späten Nachmittag erteilte er dann den Einzel-Primizsegen.
Für den Primiz-Segen läuft man sich ein paar Schuhsohlen durch, heißt es im Volksmund. Bei seiner ersten Heiligen Messe spendete Spindler den Allgemeinen Primizsegen. Bei der Dankandacht am späten Nachmittag erteilte er dann den Einzel-Primizsegen.

Beim Primizmahl trafen sich nach dem Primizsegen in der Schwarzachtalhalle alle, die Spindler wichtig sind. Für seine ehemaligen Mitschüler vom Ortenburg-Gymnasium in Oberviechtach wurde der Primiztag so zum Klassentreffen. Seinen Abitur-Kollegen hatte Spindler damals lange erzählt, dass er wohl einmal Pastoralreferent werden würde. Erst nach dem Abitur rückte er mit der Sprache raus. Überrascht hat die Entscheidung, dass er Priester werden wolle, aber nicht. „Ich hätte mir auch keinen anderen Beruf für ihn vorstellen können“, erzählt Maria Kulzer, die im selben Lateinkurs war wie Spindler: „Er bringt die Leidenschaft mit.“

Johannes Spindler beklatscht seine Musikerkollegen vom Musikverein Seebarn. Foto: bm
Johannes Spindler beklatscht seine Musikerkollegen vom Musikverein Seebarn. Foto: bm

Auch Franz Kirchberger, Spindlers Nachbar in Seebarn und sein ehemaliger Musiklehrer im Musikverein, ahnte früh, welchen Weg Spindler einmal einschlagen könnte. Schließlich habe er schon im Kindergartenalter gerne „Prozession“ gespielt: „Johannes war immer der Vorbeter. Die anderen haben nachgebetet.“ Sogar eine Art Weihrauchfass soll es gegeben haben.

Spindler hat schon angekündigt, seiner „Seebarner Blech“ als Musikant treu zu bleiben. Erlaube es sein Kaplansamt in Neustadt a. d. Donau, werde er den Verein weiter unterstützen.

Viele weitere Fotos von der Primiz finden Sie hier:

Eindrücke von der Primiz in Seebarn

Humorvolle Einlage des Mentors

Mit einer starken Abordnung war die Amberger Pfarrei St. Georg vertreten, wo Spindler zuletzt als Diakon, zuvor als Praktikant eingesetzt war. Stadtpfarrer Markus Brunner, Spindlers Mentor, trat beim Primizmahl als Suppenprediger auf. Fürchten musste sich der Neupriester vor dessen Ansprache allerdings nicht, beschrieb Brunner ihn doch als äußerst braven, fleißigen Kollegen. Weil Spindler sich gerne um die Schwestern im Priesterseminar kümmerte, verlieh Brunner ihm „aus Anlass der primizlichen Feier offiziell einen Nonnenschleier“: „Ab heut‘ heißt du Schwester Cálamis – weil uns nichts Besseres eingefallen is‘.“

Rührende Worte beim Primizmahl

Seebarns Ministranten, die Vereine und der Primizausschuss überbrachten danach viele gute Wünsche für „ihren“ Johannes. „Nimm’ die Erfahrung deiner Priesterweihe und deiner Primiz als Schatz in deine Jahre als Priester mit“, riet Andrea Kirchberger, Sprecherin des Primiz-Ausschusses. Margit Reichl sagte: „Wir freuen uns von ganzem Herzen für dich.“

Ab vier Uhr morgens haben die Seebarner die Blumenteppiche auf die Straßen des Dorfes gelegt. Wenig später begann es zu regnen. Foto: Mehltretter
Ab vier Uhr morgens haben die Seebarner die Blumenteppiche auf die Straßen des Dorfes gelegt. Wenig später begann es zu regnen. Foto: Mehltretter

Pfarrer Theo Schmucker, Landrat Thomas Ebeling und Bürgermeister Martin Birner würdigten in ihren Grußworten die große Leistung der Seebarner bei der Organisation der Primiz. „Wirklich beeindruckend“, sagte etwa Birner. Die Festgäste und die Familie Spindler feierten außerdem den Primizausschuss und die Leistung der „Teppichmädels“, die die Blumenteppiche im Dorf gelegt hatten.

Sehen Sie hier die Blumenteppiche der Seebarner:

Die Blumenteppiche bei der Primiz in Seebarn

Immer wieder flossen bei den Ansprachen Tränen. Die Seebarner und die Spindlers waren überglücklich. Die Mutter des Neupriesters sagte der Mittelbayerischen: „Das, was in Seebarn stattgefundet hat, ist unbeschreiblich.“

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Schlechte Nachrichten am Primiz-Tag

Hunderte Gäste bejubelten den Einsatz Seebarns für die Primiz. Dabei standen die Vorzeichen erst schlecht.

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