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Tradition

Proben für Seebarner Singspiel laufen

Das Aussingen, in dem vor allem „Großkopferte“ auf die Schippe genommen werden, ist der Höhepunkt des Starkbierfests.
Von Tobias Ziereis

Die „Macher“ des Seebarner Bockbierfestes wollen den Zuschauern auch heuer wieder einen unvergesslichen Abend bereiten. Foto: gtz
Die „Macher“ des Seebarner Bockbierfestes wollen den Zuschauern auch heuer wieder einen unvergesslichen Abend bereiten. Foto: gtz

Neunburg.Bald ist es wieder soweit: Am 23. und 24. März steigt in der Neunburger Schwarzachtalhalle der „Seebarner Nockherberg“. Die „Macher“ arbeiten schon seit Monaten daran, dass auch diese Veranstaltung wieder zu einem echten Highlight wird – auch wenn man in den letzten Jahren die Messlatte selbst sehr hochgelegt hat: „Es ist schon eine Herausforderung, bei diesem großen Publikumszuspruch das Niveau des Singspiels hochzuhalten oder eventuell sogar noch zu verbessern“, beschreibt Hans Reichl die anspruchsvollen Anforderungen.

Nach einer Stunde ausverkauft

In diesem Jahr feiert der „Nockherberg“ sein 10-jähriges Bestehen. Begonnen hat alles im kleinen Rahmen – und zwar im Seebarner Sportheim. Der damalige Vorsitzende des Musikvereins, Hans Mehltretter, hatte gemeinsam mit seinen Namensvettern Reichl und Gruber die Idee, ein Starkbierfest auf die Beine zu stellen. Wie sich diese Veranstaltung mittlerweile etabliert hat, zeigt der Zuspruch beim Kartenvorverkauf, denn binnen einer Stunde waren alle Karten weg – obwohl es heuer erstmals zweimal stattfindet.

Stadtrat Walter Drexler von den Freien Wählern bringt es auf den Punkt: „Für mich ist das Bockbierfest fast so wichtig wie die Algenproblematik im Stausee. Und es gibt eine Gemeinsamkeit: Der Kampf mit dem Wasserwirtschaftsamt ist fast genauso hart wie der um die Karten beim Starkbierfest. Schade, dass es für den Stadtrat kein Kontingent gab.“

„Ich freue mich auf lustige Schmankerl und sicherlich deftige Anekdoten, vor allem aber auch auf die Lieder und die Gesangstexte.“

Margit Reichl, Zweite Bürgermeisterin

Bürgermeister Martin Birner zieht seinen Hut vor den Seebarnern: „Alle Akteure verstehen es, auf eine besondere Art und Weise mit selbst geschriebenen Liedern und dem unverwechselbaren Singspiel die Gäste zum Lachen zu bringen. Für mich ist es ein absolutes Highlight im Veranstaltungskalender unserer Stadt.“ Auch Zweite Bürgermeisterin Margit Reichl weiß die Leistung „ihrer“ Seebarner zu schätzen: „Dieses Starkbierfest ist ein absoluter Besuchermagnet, der sich mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Diese Leistung verdient höchste Anerkennung. Ich freue mich auf lustige Schmankerl und sicherlich deftige Anekdoten, vor allem aber auch auf die Lieder und die Gesangstexte.“

„Feier-A-Band“ sorgt für Stimmung

Musikalisch wird wieder die „Feier-A-Band“, die aus Markus Gruber, Thomas Kirchberger, Martin Greber und Roland Mehltretter besteht, für beste Stimmung sorgen. Gesanglich unterstützt werden die Musiker seit Jahren von Matthias Rösch und Sibylle Wollender. Für die Kompositionen und die Liedtexte ist in erster Linie Roland Mehltretter verantwortlich, der sämtliche Lieder umschreibt.

Hans Reichl schreibt größtenteils den Text und versucht erfolgreich, die vielen Ideen seiner Mitstreiter zu „einem Ganzen“ zusammen zu tragen. Foto: gtz
Hans Reichl schreibt größtenteils den Text und versucht erfolgreich, die vielen Ideen seiner Mitstreiter zu „einem Ganzen“ zusammen zu tragen. Foto: gtz

Hans Reichl zeigt sich hauptsächlich für den Text und die Themen im Singspiel verantwortlich. Koordiniert wird das Ganze von Hans Gruber, der darüber hinaus auch viele andere Dinge organisiert und letztlich alles in die richtigen Bahnen lenkt. „Das Seebarner Bockbierfest ist eine riesige Gemeinschaftsleistung. In den letzten zehn Jahren hat sich da ein Team gebildet, das seinesgleichen sucht“, schwärmt Gruber.

Lesen Sie auch ein Interview mit Hans Gruber über das Seebarner Starkbierfest.

Thomas Albang, CSU-Ortsvorsitzender, hofft deshalb, dass es die Veranstaltung noch viele Jahre geben wird: „Der echte Nockherberg kann sich von den Seebarnern eine große Scheibe abschneiden. Was dort in vollkommener Eigenleistung vollbracht wird, ist bemerkenswert. Das Derblecken dürfen wir Lokalpolitiker dabei nicht zu ernst nehmen – das gehört einfach zur Fastenzeit dazu.“ An dieser Stelle ist sich die CSU mit der Neunburger SPD einig, denn für deren Ortsvorsitzender Herbert Wartha finden die Singspieler „immer die richtigen Worte, Dinge mit dem nötigen Pfiff anzusprechen“.

Raimund Ferstl ist zweifelsohne ein Seebarner Original, der nicht nur beim Bockbierfest mit seinem Improvisationstalent glänzt. Foto: gtz
Raimund Ferstl ist zweifelsohne ein Seebarner Original, der nicht nur beim Bockbierfest mit seinem Improvisationstalent glänzt. Foto: gtz

Dem geht jedoch einiges an Arbeit voraus. „Welche Themen greifen wir auf? Wie weit gehen wir ins Detail? Versteifen wir uns zu sehr auf ein oder zwei Sachverhalte?“ Dies sind die Fragen, mit denen sich vor allem die unvergleichlichen Singspieler Raimund Ferstl, August Schießl, Hans Reichl und Christian Ferstl lange auseinandersetzen. „Doch nach den ersten Proben von Spielern und Feier-A-Band sind meist alle Mühen vergessen und man freut sich, wenn es endlich losgeht“, hört man die Vorfreude von Hans Reichl förmlich heraus.

Alle ziehen an einem Strang

Christian Ferstl steht den „Männern der ersten Stunde“ in nichts nach und sorgt mit flotten Sprüchen für eine besondere Note. Foto: gtz
Christian Ferstl steht den „Männern der ersten Stunde“ in nichts nach und sorgt mit flotten Sprüchen für eine besondere Note. Foto: gtz

Auch beim jüngsten Akteur Christian Ferstl ist von Aufregung nichts zu hören: „Es ist schon toll, wie oft man positiv auf das Bockbierfest angesprochen wird – vor allem, wenn man bedenkt, dass wir alle keine Schauspieler sind. Wir können wirklich stolz sein.“ Seinem Vater gefällt vor allem der Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn: „Für mich als ältesten Mitwirkenden ist das immer wieder ein Highlight, weil Alt und Jung an einem Strang ziehen. Das macht einem wirklich eine Freude.“

August Schießl bereichert das Singspiel mit seiner „trockenen Art“ und ist seit Jahren für das Bühnenbild verantwortlich. Foto: gtz
August Schießl bereichert das Singspiel mit seiner „trockenen Art“ und ist seit Jahren für das Bühnenbild verantwortlich. Foto: gtz

Und auch das vierte „Original“, August Schießl, freut sich enorm aufs kommende Wochenende: „Ich freue mich, auch heuer wieder mitwirken zu können. Es macht mir wirklich großen Spaß, mit Freunden einen tollen Abend zu gestalten, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen.“ Eines ist also klar: Neben den Kommunalpolitikern und den Veranstaltern, dem Musikverein und Sportverein, dürfen sich auch alle Gäste auf eine Veranstaltung freuen, die ihresgleichen sucht.

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