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Kanalisation

Pumpen in zehn Meter Tiefe fielen aus

Eine Verkettung unglücklicher Umstände sorgte dafür, dass in Bodenwöhr Pumpen unter Wasser standen und ausfielen.
Von Randolf Alesch

Uli Woeckel vom Zweckverband Sulzbachtal und seine Helfer von Feuerwehr und THW legten die Motoren des Hebewerkes in fast zehn Metern Tiefe trocken. Foto: Randolf Alesch
Uli Woeckel vom Zweckverband Sulzbachtal und seine Helfer von Feuerwehr und THW legten die Motoren des Hebewerkes in fast zehn Metern Tiefe trocken. Foto: Randolf Alesch

Bodenwöhr.Am Donnerstagmittag wurde der Verkehr auf der Neunburger Straße gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus plötzlich einseitig für mehrere Stunden gesperrt. Einsatzfahrzeuge des THW Nabburg, der Wehren aus Bodenwöhr und Bergham sowie der Bauhöfe der Gemeinde Bodenwöhr und des Abwasserzweckverbandes Sulzbachtal waren vor Ort.

Mehr als 30 Männer und Frauen waren im Einsatz. Auch die Bürgermeister Hoffmann aus Bodenwöhr und Bley aus Nittenau, Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes, fanden sich ein.

Eine Pumpe ist wegen Überspülung ausgefallen

Kurz nach 14 Uhr informierte die Gemeinde Bodenwöhr auf ihrer Facebook-Seite, dass beim Hebewerk gegenüber der Feuerwehr eine Pumpe wegen Überspülung ausgefallen und dadurch ein Rückstau verursacht worden sei. Gleichzeitig bat sie die Bürger, vor allem in den Bereichen „Alte Heide – Seewinkl“ und Campingplätze, ihre Abwasserentsorgung zu beobachten, da nicht auszuschließen sei, dass es zu Rückstauungen komme.

Was war passiert? Vor kurzem berichtete die Gemeinde Bodenwöhr in der Mittelbayerischen, dass im Bereich Neuenschwand eine Abwasserpumpe durch Fremdstoffe wie Feuchttücher, Damenhygieneartikel, Putzlumpen, Küchenabfälle und andere Artikel verstopft worden sei. Das führte zum Rückstau im Kanalsystem und zog Reparaturarbeiten und erhebliche Folgekosten nach sich. Letztendlich brachten auch in diesem Fall Fremdstoffe im Kanal das „Fass im wahrsten Sinne des Wortes zum Überlaufen“.

Rückstauklappe wurde durch Fremdkörper verstopft

Im Hammersee verläuft aus Richtung Blechhammer und Weihersiedlung eine Kanalleitung, die in das Hebewerk beim Ablauf des Hammersees gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus mündet. Dort wird das Abwasser aus diesem Kanal über den Weiherdamm in das gegenüberliegende rund acht Meter höhere Abwassersystem gepumpt, von wo aus es im „Freispiegelverfahren“ in Richtung Kläranlage des Zweckverbandes Sulzbachtal in Nittenau läuft.

Sogar eine Pumpe des THW wurde durch Fremdkörper im Abwasser verstopft und verzögerte damit die Reparaturarbeiten. Foto: Randolf Alesch
Sogar eine Pumpe des THW wurde durch Fremdkörper im Abwasser verstopft und verzögerte damit die Reparaturarbeiten. Foto: Randolf Alesch

Zwischen Pumpe und höherliegendem Kanal ist eine Rückstauklappe eingebaut, die bei Störungen den Rückfluss des Abwassers verhindern soll. Genau diese Rückstauklappe wurde nun durch Fremdstoffe verstopft, so dass das Abwasser nicht mehr weggepumpt werden konnte.

Da die Pumpen zunächst trotzdem weiterarbeiteten, das Abwasser aber nicht wegfließen konnte und sich staute, erhöhte sich der Druck in der Leitung, bis sie zerbarst. Das Abwasser floss zurück und setzte das fast zehn Meter tiefe Hebewerk vollends unter Wasser, worauf die elektrischen Pumpen ihren Geist aufgaben.

Ein Unglück kommt selten allein. Der Schaden ereignete sich wohl schon in der Nacht auf Donnerstag. Da aber das Vodafone-Netz zeitweise gestört war, ging die Meldung erst am Donnerstagmorgen beim Zweckverband ein. Der Störtrupp stand vor einem völlig überfluteten Hebewerk und konnte selbst nichts mehr ausrichten. Die Arbeiter setzten sofort den Notfallplan in Kraft und informierten die Leitstelle.

Die Feuerwehr und das THW wurden alarmiert

Die Feuerwehr mit Einsatzleiter Peter Ziegler und das THW Nabburg wurden alarmiert. Kurz nach 13.30 Uhr traf der THW-Einsatztrupp mit 15 Mann unter Leitung von Christian Grasser ein und versuchte, das mit Abwasser vollgelaufene Hebewerk leerzupumpen. Aber auch hier verhinderten die eingeschwemmten Fremdkörper ein schnelleres Vorgehen und verstopften sogar eine THW-Pumpe. Wenn nicht die Wicklungen durchgebrannt sind, dürfte das Hebewerk über das Wochenende wieder funktionieren, teilte Bürgermeister Hoffmann mit.

Zu allem Überfluss gab es einen Fremdwassereinbruch aus dem Hammersee in das Kanalnetz. Hoffmann versicherte, dass kein Abwasser in den See gelangen konnte.

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