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Schwandorf.

Quarkbällchen für die Künstlerin aus New York

Ruhe – das ist es, was Joan Reutershan an Schwandorf liebt. Die New Yorker Malerin ist für neun Wochen zu Gast im Oberpfälzer Künstlerhaus.

Joan Reutershan, Heiner Riepl und Monika Kalischek vom Förderverein Künstlerhaus vor einem noch nicht vollendeten WerkFoto: Huber

Von Sabine Huber

New York – das steht für Wolkenkratzer, Ground Zero, den Central Park und die Wall Street. Doch genau das ignoriert Joan Reutershan. Die Malerin aus New York verbringt neun Wochen im Oberpfälzer Künstlerhaus. „Ich interessiere mich weniger für das Extravagante als für das Normale. Das Auge soll nicht an einem einzelnen Objekt haften bleiben“, sagt sie. Und so zeichnet die Künstlerin nicht den Wolkenkratzer in „Big Apple“. Nein – sie konzentriert sich auf Straßenschilder, Autos und Ampeln um ihn herum.

„New Yorks Stadtlandschaften sind mein Sujet“, sagt die perfekt Deutsch sprechende Joan. Sie will die Spannungen zwischen Natur und Architektur, natürlichem und künstlichem Licht und statischen und bewegenden Elementen einfangen. „Manchmal fahre ich durch die Straßen, und mir kommen so viele Ideen! Das ist richtig anstrengend!“

Durch die Straßen kann sie in Schwandorf auch fahren. Sie hat sich in ihr rosa Fahrrad verliebt, das sie entlang dem Schokoladenwegerl in die Stadt bringt. „Als ich angekommen bin, musste ich sofort sehen, was es in der Bäckerei gibt. Ich habe diese Quarkbällchen gefunden – mein Limit sind sechs am Tag.“

Den typischen Weg des Künstlers ist Joan Reutershan nicht gegangen. Sie studierte vergleichende Sprachwissenschaft und lernte Deutsch. Im Gespräch mit der MZ kam es zu keinerlei Missverständnissen. Nur die Unterscheidung der Wörtchen farbig und bunt stellen Joan manchmal ein Bein. Doch die Malerin nimmt es mit Humor: „Bitte lachen Sie laut, wenn ich einen Fehler mache!“

Wie viele Bilder sie in Schwandorf malt, weiß sie noch nicht. „Meine Bilder sagen mir immer, wann ich fertig bin – manchmal werden sie es nie!“ Mit kleinen Formaten will Joan hauptsächlich malen. „Ich habe eine graue Phase hinter mir. Jetzt wird alles wieder bunter. Schwandorf inspiriert mich dazu!“ Auf Karton, Aquarellpapier und mit wasserlöslichen Farben arbeitet die Künstlerin zur Zeit.

Die New Yorkerin ist zum ersten Mal in Schwandorf. Das Oberpfälzer Künstlerhaus, der Förderverein und das Virginia Center for Creative Arts organisierten ihren Aufenthalt. „Ich bin Künstlerhausleiter Heiner Riepl sehr dankbar, dass ich hier sein darf! Ich musste einfach raus aus der Großstadt!“ Und nochmal kommen muss sie auch, wenn sie all ihre Ideen auf Leinwand bannen will. „Ich mache so viele Fotos wie möglich, um nichts zu vergessen. In New York male ich dann wohl die Stadt Schwandorf...“

www.joanreutershan.com

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