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Natur

Überfahrenes Tier war ein Wolf

Das Landesamt für Umwelt bestätigt: Im Kreis Schwandorf wurde bei einem Autounfall ein Wolfs-Rüde getötet.
Von Cornelia Lorenz

Eine Geneanalyse soll weitere Erkenntnisse bringen. Foto: Jens Büttner/dpa
Eine Geneanalyse soll weitere Erkenntnisse bringen. Foto: Jens Büttner/dpa

Schwandorf.Das Rätselraten hat ein Ende: Der Verdacht, dass in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn A93 zwischen Nabburg und Schwarzenfeld ein Wolf getötet wurde, hat sich bestätigt. Nach Einschätzung von Experten handelt es sich um einen Wolfs-Rüden. In drei Wochen soll das Ergebnis einer Genanalyse vorliegen, wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt (LfU) am Montag erklärte. Diese soll weitere Erkennntnisse bringen.

Neben Beamten der Autobahnpolizeistation Schwandorf war auch Dr. Thomas Ferstl am Unfallort. Der Tierarzt ist eines von in Bayern rund 150 ehrenamtlichen Mitgliedern des „Netzwerks große Beutegreifer“, die immer dann gerufen werden, wenn es darum geht, Hinweise und Spuren von Wolf, Luchs und Bär zu dokumentieren. Ausgebildet werden die Mitglieder des Netzwerks in einer Kooperation zwischen dem LfU und mehreren Partnerorganisationen.

Ein eindeutiges Urteil war nicht möglich

Als Ferstl an die Unfallstelle kam, nahm er das getötete Tier unter die Lupe. Es hatte schwere Kopfverletzungen erlitten und außerdem einige gebrochene Gliedmaßen. Der Körper des Tieres sei ansonsten zwar noch intakt gewesen, ein eindeutiges Urteil sei zu diesem Zeitpunkt aber nicht möglich gewesen, sagt Ferstl. Er hielt es für möglich, dass es ein junger Wolf gewesen sein könnte, sagte der Tierarzt, der seit 20 Jahren im „Netzwerk große Beutegreifer“ mitarbeitet. Er hat die Erfahrung gemacht, dass häufig wildernde Hunde und nicht Wölfe oder Luchse dahinterstecken, wenn Nutztiere gerissen werden.

Wölfe seien scheue Wildtiere

Ferstl wünscht sich, dass die Bevölkerung auf diese Nachricht gelassen reagiert. Bei Wölfen handle es sich um scheue Wildtiere, die keinesfalls Menschen gezielt nachstellen. Der Wolf sei unglücklich auf die Autobahn geraten, habe aufgrund von Zäunen keine Chance mehr gehabt zu entkommen und sei schließlich unter die Räder gekommen.

Laut dem Wolfmonitoring des Landesamt für Umwelt wurde im September 2015 im nördlichen Landkreis Cham ein Wolf gesichtet. Heuer wurden Wölfe im Nürnberger Land, in Starnberg, im Landkreis Regen und im Landkreis Freyung-Grafenau nachgewiesen.

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