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Tragödie

Rasende Fahrt in den Unfalltod

Auf der Schwandorfer Adenauerbrücke überschlug sich am Montagabend ein Auto. Der Fahrer verstarb noch in der Nacht.

Schwandorf.Ob der 25-jährige Fahrer des VW Passat tatsächlich mit 160 Stundenkilometern unterwegs war, lässt sich wohl nicht mehr klären. Fest steht, dass der Mann aus dem tschechischen Eger (Cheb) am Montagabend mit stark überhöhter Geschwindigkeit auf die Adenauerbrücke auffuhr. Der Passat kam ins Schleudern, prallte mit voller Wucht gegen das rechte Brückengeländer, überschlug sich mehrmals und blieb völlig zerstört auf der Fahrbahn liegen. Die Tachonadel des VW wies auf die Zahl 160.

Beifahrer nur leicht verletzt

Feuerwehr Schwandorf, Notarzt und Sanitäter bargen den schwerstverletzten Fahrer aus dem Wrack seines Autos. Ein Hubschrauber brachte ihn ins Uniklinikum nach Regensburg. Dort starb der 25-Jährige wenig später. Sein 32-jähriger Beifahrer aus Klatovy kam wie ein Wunder mit Kratzern und einer leichten Gehirnerschütterung davon, wie die Polizeiinspektion Schwandorf am Morgen danach mitteilte.

Das Auto krachte zuerst gegen das rechte Brückengeländer. Foto: Alexander Auer
Das Auto krachte zuerst gegen das rechte Brückengeländer. Foto: Alexander Auer

Gegen 22.15 waren die beiden Männer mit dem Passat im Stadtgebiet unterwegs. Wenige Minuten später: Ein Zeuge fährt stadtauswärts auf die Adenauerbrücke auf, als er von einem Auto mit hoher Geschwindigkeit überholt wird. Aus unmittelbarer Nähe muss er dann das verheerende Unglück mit ansehen: Der Passat der beiden Tschechen kommt von der Fahrbahn ab und knallt mit voller Wucht gegen das rechte Brückengeländer.

Nur die Tatsache, dass das Geländer nach dem Umbau in den vergangenen Jahren mit einem Stahlseil abgesichert sei, habe verhindert, dass der ausbrechende Wagen das Geländer durchbrochen hätte und auf die darunter liegende Straße geprallt wäre, sagt Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer, dessen Mannschaft von der Integrierten Leitstelle in Amberg alarmiert und nach wenigen Minuten an der Unfallstelle war. Anschließend prallte der Passat zurück auf die Fahrbahn, wo er sich mehrmals überschlug. Der Aufprall war offenbar so heftig, dass der Motorblock aus dem Auto geschleudert wurde. In weitem Umkreis bedeckten Fahrzeugteile die Fahrbahn. „Es ist ein Trümmerfeld“, beschrieb Helmut Mösbauer den Unfallort.

Während ein Notarzt die Verletzten versorgte, sperrten die Feuerwehrleute die Adenauerbrücke komplett und richteten Umleitungen ein. Sie stellten den Brandschutz sicher und leuchteten einen Hubschrauberlandeplatz auf einem benachbarten Parkplatz aus. Von dort wurde der schwerstverletzte Fahrer in die Regensburger Uniklinik geflogen. Die Ärzte dort konnten sein Leben aber nicht mehr retten. Kurz nach Mitternacht erlag der 25-Jährige seinen Verletzungen.

Feuerwehr vertreibt Gaffer

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg wurde ein Gutachter zur Unfallstelle hinzugezogen. Das Unfallfahrzeug wurde sichergestellt und Blutentnahmen angeordnet. Die Feuerwehrmänner waren anschließend mit der aufwendigen Reinigung der Unfallstelle beschäftigt, so dass sie erst gegen 1.45 Uhr die Brücke wieder freigeben konnten.

In unserem Video berichtet die Feuerwehr von Störungen durch Gaffer:

Massiv gestört wurde die Arbeit der Retter wieder einmal durch Gaffer, die neugierig und mit gezücktem Handy das Geschehen am Unfallort verfolgten und sich sogar ungeniert den auf der Fahrbahn liegenden Verletzten näherten. „Beidseitig war komplett alles voll mit Leuten“, berichtet Helmut Mösbauer. „Wir haben sie davongestöbert, teilweise waren auch mal gröbere Worte nötig“. Bei den Rettern sorgt dieses Verhalten immer wieder für Kopfschütteln. Auf ihrer Facebookseite machen sich die Helfer Luft: „So ein Verhalten zeugt von absoluter Dummheit und sollte endlich empfindlich bestraft werden.“

So sah es an der Unfallstelle in Schwandorf aus:

Unfall SAD Adenauerbrücke

Eine Anwohnerin forderte nach dem Unfall ein Tempolimit. „Ich habe nur den lauten Knall gehört“, sagte die Schwandorferin. Auch ein Nachbar wundert sich nicht über die Raser im Stadtgebiet. „Wie die Blöden“ würden die Autofahrer durch Schwandorf fahren. „Es hat mich gewundert, dass hier noch nichts passiert ist“, meinte er.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag der Feuerwehr:

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