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Real und virtuell ins Freilandmuseum

Seit 31. Mai bietet das Museum zum ersten Mal in diesem Jahr interessante Aktionen für bis zu zehn Personen an.

Durch das Stiftlanddorf dürfen wieder Besucher spazieren, bald auch digital. Foto: Walter Wabro
Durch das Stiftlanddorf dürfen wieder Besucher spazieren, bald auch digital. Foto: Walter Wabro Foto: Walter Wabro

Schwandorf.Naturführungen sind seit 31. Mai wieder erlaubt und was bietet sich da mehr an, als die eindrucksvolle Kulturlandschaft und blühende Natur des Freilandmuseums zu erkunden. Zwei neue Formate können am kommenden Wochenende zum ersten Mal durchgeführt werden. Zum einen wird um 10 Uhr am Museumsgarten des Köstlerwenzelhofes im Stiftlanddorf der „Ratsch übern Gartenzaun“ erstmals mit Besuchern vor Ort stattfinden, nachdem er am vergangenen Sonntag schon als Livestream über die Facebookseite des Museums seine digitale Premiere feiern durfte. Bei diesem Format erfahren die Besucher viel Interessantes aus den Themenbereichen Garten, Nachhaltigkeit und Biodiversität. Am kommenden Sonntag ist die Schwandorfer Garten-Enthusiastin Annegret Hottner zu Gast. Sie erzählt über biologischen Pflanzenschutz im Garten.

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen werden die Teilnehmer darum gebeten folgendes zu beachten: Die zehn Teilnehmer dürfen sich dabei rund um den Gartenzaun im Abstand von zwei Metern aufstellen und den Ausführungen der Expertin lauschen und Fragen stellen. Eine Teilnahme vor Ort ist nur nach vorheriger Anmeldung unter (09433) 2442 0 möglich.

Das Museum entdecken

Beim zweiten Angebot, das am Sonntag um 14 Uhr zum ersten Mal durchgeführt wird, gibt es etwas zu entdecken: Das Museumsgelände. Die erste sogenannte „Museumsentdeckung“ wird vom ehemaligen Bauhofleiter des Freilandmuseums durchgeführt. Wie es die Art von Konrad Uschold ist, wird diese Entdeckung in Oberpfälzer Mundart stattfinden.

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Konrad Uschold wird die Teilnehmer an drei Stationen im Museum über spannende Dinge wie die Museumshäuser, die Landwirtschaft im Freilandmuseum oder den Kohlenmeiler und die Sägemühle informieren. An den Stationen wird für den Mindestabstand von zwei Metern gesorgt und wenn Uschold mit seinen launigen und interessanten Ausführungen fertig ist, bleibt den Teilnehmern genug Zeit, die gehörten Dinge selbst zu entdecken, bevor es an der nächsten Station weitergeht. Aufgrund der Hygiene- und Abstandsverordnungen ist die Teilnehmerzahl auf zehn Personen beschränkt. Die Teilnahme ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung unter (09433) 2442 0 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Landwirte bei der Getreideernte im Oberpfälzer Freilandmuseum  Foto: Günter Moser
Landwirte bei der Getreideernte im Oberpfälzer Freilandmuseum Foto: Günter Moser Foto: Günter Moser/Günter Moser

Aufregende und besondere Wochen liegen hinter dem Team um Dr. Tobias Hammerl. „Mir war bewusst, dass die Aufgabe, das Oberpfälzer Freilandmuseum zu leiten, herausfordernd wird, aber nicht, dass es gleich zu Beginn so außergewöhnlich herausfordernd wird“, verdeutlicht der Historiker, der im Oktober seine Stelle beim Bezirk Oberpfalz angetreten hat und Anfang Januar die Geschicke der Einrichtung ganz übernommen hat.

Den ganzen Winter über haben er und die Mannschaft die neue Saison vorbereitet. Überall war Ende Februar die Vorfreude zu spüren: Die Handwerker und landwirtschaftlichen Mitarbeiter haben die historischen Gebäude und das Gelände aus dem Winterschlaf geweckt, das Team in der Verwaltung verteilte 30 000 Flyer mit dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm und die Gäste für die Saisoneröffnung am 21. März waren eingeladen. Dann wurden alle Freizeit- und Kultureinrichtungen im Freistaat geschlossen – so auch das Oberpfälzer Freilandmuseum.

Museumsbesuch

  • Internet:

    Das Team des Oberpfälzer Freilandmuseums wird das digitale Konzept im Laufe der Saison weiter ausbauen: https://www.facebook.com/freilandmuseum.oberpfalz/

  • Vor Ort:

    In den nächsten Wochen wird das Oberpfälzer Freilandmuseum viele weitere Angebote für bis zu zehn Personen durchführen. Besucher können sich auf der Homepage (www.freilandmuseum.org) des Museums informieren.

Doch Dr. Hammerl und seine Leute geben sich nicht geschlagen: „Unser Freilandmuseum lebt durch unsere Besucher. Es ist schon komisch, die Anwesen und die blühende Kulturlandschaft um diese Jahreszeit so leer zu sehen. Aber jede Herausforderung bietet auch Chancen!“ Und diese Chancen sieht das Team des Freilandmuseums zu allererst in der digitalen Weiterentwicklung seines Angebots. „Da unsere Besucher in dieser Zeit nicht zum Freilandmuseum kommen können, muss das Freilandmuseum eben zu den Besuchern kommen – auf digitalem Weg“, so Hammerls Überlegung.

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So wurde beschlossen, die Social-Media-Kanäle des Museums, vor allem die Facebookseite, mit Beiträgen zu befeuern. Neben historischen Gegenständen präsentieren die Mitarbeiter in kleinen Videos auch ihre tägliche Arbeit: Karl Pürzer von der Landwirtschaft zeigt, wie Obstbäume im März richtig zugeschnitten werden. Heuer vermittelt er sein Wissen eben via Facebook. Auch Museums-Schlosser Andreas Hupfer erklärt, wie er sein „Dienstfahrzeug“, ein Fendt-Dieselross aus dem Jahr 1953, repariert hat, und das vor laufender Kamera – und die digitalen Besucher schauen zu.

Museumstiere als Filmstars

Tiere im Freilandmuseum  Foto: Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald
Tiere im Freilandmuseum Foto: Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald Foto: Tourismuszentrum Oberpfälzer Wal

Digital festgehalten und entsprechend aufbereitet wird dies alles von Felix Schäffer, der für die Öffentlichkeitsarbeit im Museum verantwortlich ist und mit Handy, Videokamera und ipad die Kollegen begleitet. So entstehen nach und nach viele interessante Posts. Alle machen mit: Ob Landwirte oder Handwerker, Gartenexperten oder – nicht zu vergessen – die tierischen Bewohner des Museums. Auch sie werden quasi „Filmstars“. So konnte das Freilandmuseum trotz Lockdown viele Menschen digital erreichen und ist begeistert über mehr als 1 000 neue Facebook-Freunde und bis zu 10 000 erreichten Personen pro Post.

Die digitale Strategie bedeutet nicht nur, mehr Beiträge über die sozialen Medien zu teilen. Auch der größte Hof des Museums soll virtuell seine Tore öffnen. Mit hochauflösenden 360 Grad Panoramaaufnahmen wird der Denkenbauernhof im Stiftlanddorf komplett digitalisiert. Damit soll der interessierte User jederzeit durch das imposante Gebäude flanieren können.

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