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Bildung

Realschüler glänzen in Robotik

Zwei kluge Jungs aus dem Städtedreieck holen bei landesweitem Wettbewerb Rang 3. Sogar der Minister zieht den Hut.
Von Thomas Rieke

Jonas Fronhöfer (links) und Thomas Engl (rechts), beide 9a, haben beim Robotik-Wettbewerb, den das Kultusministerium zusammen mit Wirtschaftsverbänden ausgelobt hat, auf Landesebene unter den Fortgeschrittenen den 3. Platz erzielt. Gerhard Metschl, ihr Betreuungslehrer im Wahlunterricht, ist stolz auf seine Jungs. Foto: Rieke
Jonas Fronhöfer (links) und Thomas Engl (rechts), beide 9a, haben beim Robotik-Wettbewerb, den das Kultusministerium zusammen mit Wirtschaftsverbänden ausgelobt hat, auf Landesebene unter den Fortgeschrittenen den 3. Platz erzielt. Gerhard Metschl, ihr Betreuungslehrer im Wahlunterricht, ist stolz auf seine Jungs. Foto: Rieke

Burglengenfeld. 3. Juli 2018 im „Haus der bayerischen Wirtschaft“ in München. Zwölf Realschülerteams haben aus Legosystembaukästen Roboter konstruiert und programmiert. Ihre Aufgabe: das Sammeln bunter Steine und möglichst zügige Durchfahren eines Labyrinths. Das Lampenfieber ist im Vorfeld unter allen Beteiligten groß, und weil, als es ernst wird, bei einigen längst nicht alles klappt, wächst die Nervosität weiter.

Nach zwei Durchgängen, die mehrere Stunden dauern, steht das Ergebnis aber fest. Unter den Bestplatzierten ist am Ende auch ein Duo aus dem Städtedreieck. Jonas Fronhöfer und Thomas Engl aus der 9a der Realschule am Kreuzberg belegen in der Kategorie der Fortgeschrittenen Rang drei. Kultusminister Bernd Sibler lobt sie in den höchsten Tönen, es werden Urkunden und Sachpreise verteilt. Die Jungs strahlen um die Wette, die ganze Schule ist nun mächtig stolz auf sie.

Wie gut sind die anderen?

Die 15-Jährigen, die seit der siebten Klasse das Wahlfach Robotik belegt haben, haben der Schule zu einem bemerkenswerten Erfolg verholfen. Zwar gibt es das Angebot, so berichtet Rektor Klaus Biersack, schon über zehn Jahre, doch mit einer so positiven Entwicklung hatte er nicht gerechnet.

Jonas zeigt uns am Laptop, wie das Programmieren des Roboters funktioniert. Gelbe Symbole sind Sensoren, grüne Motoren. Foto: Rieke
Jonas zeigt uns am Laptop, wie das Programmieren des Roboters funktioniert. Gelbe Symbole sind Sensoren, grüne Motoren. Foto: Rieke

2017 war für Realschüler erstmals ein Wettbewerb ausgerufen worden, im Dezember wurden die Aufgaben bekannt gegeben. Im Mai siegten Jonas und Thomas mit ihrem „Lego Mindstorms EV3“ auf Bezirksebene, nun ging es in München um die Bayerische Meisterschaft. Nach anfänglichen Problemen und dem etwas enttäuschenden Rang 6 in der Zwischenwertung kämpften sich die Burglengenfelder auf Platz 3 vor. Riesenfreude, Heiterkeit. „Wir wussten, was wir können. Aber wir hatten keine Ahnung, wie gut die anderen sind“, schildert Thomas. Eine Prognose, ob es für eine Medaille reichen würde, war schwierig.

Fachlehrer Gerhard Metschl hat die Jungs nach München begleitet und ihnen kräftig die Daumen gedrückt. Auch er verspürte vor dem Wettbewerb eine gewisse Anspannung und war am Ende nur noch glücklich. Metschl ist Mitglied der erweiterten Schulleitung und kann sich noch zu gut an die Anfänge des Robotik-Unterrichts an „seiner“ Schule erinnern. Der entscheidende Impuls sei damals von einem Schüler ausgegangen. Florian Fischer, siebte Jahrgangsstufe, regte an, eine Neigungsgruppe zu gründen, die sich mit Robotik beschäftigen sollte, jener Technik also, deren Ziel es ist, Geräte zu entwerfen, zu gestalten und vor allem zu steuern.

Metschl, der sich schon mit ähnlichen Gedanken getragen hatte, war sofort dabei. Florian fädelte den Kontakt zu Fischertechnik ein, jener Firma also, die seit Jahrzehnten Konstruktionsbaukästen anbietet. Das Interesse bei den Schülern war vom Start weg da. Nach ein paar Jahren wurde für die ambitionierteren Jugendlichen eine zweite Gruppe gegründet, und zwar mit den Systemen von Lego. Jeder Gruppe gehören rund zwölf Schüler an, darunter auch Mädchen.

Auch in der Freizeit viel geübt

Jonas‘ und Thomas‘ Roboter meisterte den Parcours letztlich problemlos. Foto: Rieke
Jonas‘ und Thomas‘ Roboter meisterte den Parcours letztlich problemlos. Foto: Rieke

Die Aufgabe, die Jonas und Thomas nun in München zu bewältigen hatten, war richtig anspruchsvoll. Um sie zu bewältigen, beschäftigten sich die Jungs seit Monaten auch in ihrer Freizeit stundenlang, wie ihr „Mindstorms EV3“ am besten programmiert werden könnte. Der Roboter ist mit zwei Motoren und drei Sensoren ausgestattet. Diese sollen möglichst exakt erkennen, wie groß der Abstand zu Hindernissen (Fahrbahnrand) ist. Je genauer sie arbeiten, umso besser bleibt der Roboter in der Spur, umso schneller absolviert er einen Parcours. Auch Farbmarkierungen kann er unterscheiden. Bei einer roten Linie macht er kehrt, eine grüne überquert er.

Normalerweise läuft der Robotikkurs mit Ende der neunten Klasse aus. Für Jonas und Thomas aber ist klar, dass sie am Ball bleiben. Das Vertrauen zu Metschl ist so gewachsen, dass sie immer, wann sie Lust haben, den Fachraum nutzen dürfen. Und auch wenn es mit 15 noch gewagt ist, sich auf berufliche Ziele festzulegen, für das Erfolgsduo scheint der Weg in den IT-Bereich, ähnlich wie für Florian Fischer, vorgezeichnet. Vielleicht machen sie noch das Abitur, um zu studieren. Vielleicht verdienen sie in zehn Jahren ihr Brot bei Firmen, die zum Beispiel autonomes Fahren im Land zum Standard treiben wollen.

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