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Kommunalpolitik

Run auf Bürgerversammlung

Die Bevölkerung wächst langsam, der Tourismus expandiert, aber auch die Anzahl der Themen nimmt zu.
Von Max Schmid

Bürgermeister Harald Bemmerl (links am Rednerpult) berichtete bei der Bürgerversammlung ausführlich über das Geschehen in der Gemeinde. Foto: smx
Bürgermeister Harald Bemmerl (links am Rednerpult) berichtete bei der Bürgerversammlung ausführlich über das Geschehen in der Gemeinde. Foto: smx

Steinberg am See.Das Restaurant des Hotel-Gasthofs Fenzl platzte bei der Bürgerversammlung beinahe aus allen Nähten. Weitere Stühle wurden herbeigeschafft, um den rund 100 Zuhörern einen Sitzplan anbieten zu können. Bürgermeister Harald Bemmerl berichtete über eine Stunde lang aus dem Gemeindeleben, genauso lang wurde im Anschluss diskutiert. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Kommune wieder einige Schritte auf dem Weg von der ehemaligen Bergbaugemeinde hin zur attraktiven Wohn- und Tourismusgemeinde gemacht habe.

Bemmerl sprach von einem arbeitsintensiven Jahr, dennoch sei er nach wie vor gerne Bürgermeister. Im Berichtszeitraum habe er 40 Trauungen vorgenommen und Bürgern bei 60 runden Geburtstagen gratuliert. Bürgermeister Bemmerl erläuterte den Zuhörern den gemeindlichen Haushalt und die Schwerpunkte der Arbeit des Gemeinderates.

Hochwasserschutz im Blick

Der Fokus habe heuer auf den Hochwasserschutz, der Abwasseranlage und der Ortsentwicklung gelegen. Man habe Maßnahmen getroffen, um bei Unwettern die Schäden gering zu halten. Als Beispiele nannte er die Beschaffung eines Notstromaggregats, das Ausbaggern des Schreckerbachs sowie die Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens im Baugebiet Hirmerleiten III. Weitere Maßnahmen seien geplant und würden demnächst angegangen.

Zahlenmaterial

  • Gemeinderat:

    In 14 Sitzungen wurden 350 Beschlüsse gefasst. Dabei wurde der Etat für 2019 mit einer Summe von 7,7 Millionen Euro beschlossen, die Gemeinde hat rund 447000 Euro Schulden und ein „Polster“ von 1,3 Millionen auf dem Konto.

  • Einwohnerentwicklung:

    Derzeit sind 1934 Menschen mit Erstwohnsitz gemeldet; 2018 gab es neun Geburten und 17 Sterbefälle.

Erheblichen Investitionsstau gebe es bei der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung und bei den örtlichen Straßen. Die Gemeinde versuche, nach Prioritäten und den vorhandenen Finanzmitteln die wichtigsten Dinge abzuarbeiten; Schwerpunkt sei die Wasserversorgung, denn Wasser sei das wichtigste Lebensmittel. Die Versorgung funktioniere zu 100 Prozent, Investitionen seien jedoch erforderlich. Beim Abwasser habe man neue Pumpen installiert, eine grobe Konzeptplanung für die Kanalleitungen liege vor; verbessert werden müsse aber die Fremdwasserproblematik.

Bemmerl verwies auf ausgewiesene 30-er Zonen in den Baugebieten; demnächst würden Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Das Neubaugebiet Hirmerleiten III bezeichnete er als Erfolgsprojekt, der im Privatbesitz befindliche Bereich „Retzer Schübl“ werde voraussichtlich ab 2020 bebaut. Derzeit sei man auf der Suche nach Flächen für ein kleines Wohngebiet und für einen Handwerkerhof. Bemmerl berichtete von der Fertigstellung der neuen Kindertagesstätte; am 24. November können die Bürger beim Tag der offenen Tür den Neubau besichtigen. Weitere Themen waren ein Glasfaseranschluss für Schule und Rathaus, die Sanierung der Sporthalle und die Lösung des „Wildsau-Problems“.

Rege Diskussionsrunde

Auf die Frage, wie es beim Campingplatz weitergehe, sagte Bemmerl, dass man einen Bewerber habe, der ein gutes Konzept vorgelegt habe. Kritisiert wurde die Beschilderung Richtung Holzkugel, viele Besucher würden durch den Ort geleitet. Ein Bürger forderte sofortige Geschwindigkeitskontrollen in Waldheim und eine Lösung für die Kreuzung an der B 85 bei Heselbach. Beantragt wurde der Ausbau der Waldheimer Straße (Kreisstraße), wozu Bemmerl informierte, dass mit dem Landratsamt bereits eine Grobplanung vorgenommen wurde. Mit der Umsetzung reche er in drei bis fünf Jahren.

Eine Bürgerin beschwerte sich über freilaufende Hunde am Steinberger See. Kritik gab wegen des Gelände des Bootsverleihs; hier sei ein „Bootsfriedhof“ mit alten, verdreckten Booten, deshalb müsse man dem Besitzer Grenzen aufzeigen. Unzufrieden äußerte man sich auch über schlechte Internet- und Handyverbindungen.

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