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Region Schwandorf
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Verein

Schach boomt bei der Jugend

Die Mitglieder des Schwandorfer Schachklubs lieben waghalsige Manöver auf dem Brett – vor allem die jungen Spieler.
Von Ingrid Hirsch

  • Jugendtrainer Bernd Eichinger betreut den Nachwuchs Florian Pöhlmann, Johannes Prietzel und Leopold Bischoff. Fotos: xih
  • Lea Pöhlmann arbeitet gerade an einer schriftlichen Aufgabe.

Schwandorf.Der Schachklub Schwandorf wurde 1925 gegründet und hat aktuell 80 Mitglieder und drei Turniermannschaften. „Die Hälfte der Aktiven sind Kinder und Jugendliche“, freut sich Vorsitzender Günter Jehl über die erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Der Verein unterhalte die zweitgrößte Jugendabteilung in der Oberpfalz.

Jeden Freitag treffen sich die Aktiven zum „Spiel der Könige“ im alten Rathaus in Dachelhofen. Um 17.30 Uhr sind die Kinder und jugendlichen Einsteiger an der Reihe, um 18.30 Uhr der fortgeschrittene Nachwuchs und ab 20 Uhr die Erwachsenen.

Gäste jedes Alters und jeder Spielstärke seien jederzeit willkommen, sagt Spielleiter Stephan Stöckl und ermuntert die Brettspieler, zum Schnuppern einfach einmal vorbeizuschauen.

Um die Kinder und Jugendlichen kümmern sich vier Betreuer: Johannes Paar, Walter Adlhoch, Bernd Eichinger und Stephan Stöckl. Sie teilen den Nachwuchs nach Spielstärke ein, bieten ein abwechslungsreiches Training an und erklären am Computer oder am Demobrett die Spielvariationen. Auch „Aufgabenblätter mit klaren Ansagen“ müssen die Kinder bearbeiten.

Jugendleiter Stephan Stöckl am Schachbrett mit Nachwuchsspieler Paul Schickram Foto: xih
Jugendleiter Stephan Stöckl am Schachbrett mit Nachwuchsspieler Paul Schickram Foto: xih

Ziel sei es, den Nachwuchs möglichst schnell an das Turnierspiel heranzuführen. Jugendleiter Stephan Stöckl beobachtet einen regelrechten Schachboom an den Schulen. Immer mehr Einrichtungen bieten Arbeitsgruppen an. Für ihn ist Schach ein Einzelsport im Mannschaftsspiel. Dadurch entstehe ein gutes Gemeinschaftsgefühl.

Eltern lernen von den Kindern

Leopold Bischoff freut sich, „dass er im Verein Schach lernen kann und schon so weit fortgeschritten ist. „Das Verschieben der Figuren auf dem Schachbrett“ mache großen Spaß. Lea Pöhlmann hat zuerst mit ihrem Onkel Johannes Paar gespielt und sich dann dem Verein angeschlossen. „Meinen Eltern habe ich das Schachspielen inzwischen auch schon beigebracht“, erklärt das Mädchen stolz.

Vor zwei Jahren hat Paul Schickrams Vater damit angefangen, mit ihm Schach zu spielen. Und seit einem Jahr ist er nun im Verein. Er habe auch gleich Freunde gefunden, „die genauso gerne Schach spielen wie ich“.

Der Schachklub Schwandorf hat sich auch längst einen Namen als Turnierausrichter gemacht. Zum 90. Jubiläum richtete der Verein 2015 in der Oberpfalzhalle die Oberpfalzmeisterschaften aus, an denen sich insgesamt 118 Spieler beteiligten. Der jüngste Teilnehmer war damals neun, der älteste 73 Jahre alt. Der Ausrichter schickte 13 Denksportler ins Rennen.

Vor zwei Jahren richtete der Schachklub Schwandorf zum 90-jährigen Bestehen die Oberpfalzmeisterschaften aus, an denen sich in der Oberpfalzhalle 118 Denksportler beteiligten. Foto: xih
Vor zwei Jahren richtete der Schachklub Schwandorf zum 90-jährigen Bestehen die Oberpfalzmeisterschaften aus, an denen sich in der Oberpfalzhalle 118 Denksportler beteiligten. Foto: xih

Die Leitung des viertägigen Turniers lag in den Händen von Stephan Stöckl, der als Anerkennung für die gute Organisation der Veranstaltung die silberne Ehrennadel des Dachverbandes erhielt.

Das Spiel Schach hat sich seit seiner Erfindung in Asien in den ersten Jahrhunderten nach Christus rasant auf der ganzen Welt ausgebreitet und ist eines der wenigen alten Brettspiele, das bis in die heutige Zeit erhalten blieb. Grund dafür ist neben der hohen Komplexität des Spiels wohl auch der Charakter einer Schachpartie: Zwei Kontrahenten „mit gleicher Truppenstärke“ versuchen, in teilweise waghalsigen Manövern jeweils den König des anderen zu erbeuten und greifen auf Fallen und Tricks zurück. Am Ende entscheidet, fast wie im richtigen Leben, oftmals die Dame.

Herkunft des Spiels ist unklar

Über die Entstehung und frühe Geschichte des Schachspiels gibt es unterschiedliche Auffassungen. Vor allem Indien, aber auch Persien und bisweilen China werden als Ursprungsländer genannt. Der Zeitraum der vermuteten Entstehung schwankt zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert.

Schachspieler lassen sich heute genauso gut vermarkten wie andere Spitzensportler auch. Das sieht man am Beispiel des amtierenden Weltmeisters Magnus Carlsen. Der 27-jährige Norweger bekam ein Angebot eines niederländischen Jeans-Herstellers und nahm es sofort an. Seitdem ist der Profi-Schachspieler auch ein erfolgreicher Werbeträger.

Die Vorstandschaft

  • 1. Vorsitzender:

    Günter Jehl

  • 2. Vorsitzender:

    Bernd Eichinger

  • Spielleiter:

    Stephan Stöckl

  • Jugendleiter:

    Stephan Stöckl

  • Kassier:

    Karlheinz Obermeier

  • Schriftführer:

    Johannes Paar

  • Pressearbeit:

    Stephan Stöckl

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