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Ortskern

„Schandfleck“ soll verschwinden

Mit zwei Gegenstimmen sprach sich der Bauausschuss für den Abbruch des Schreinerhauses aus. Nun prüft das Landratsamt diese Möglichkeit.
von Simone Grebler

Das Schreinerhaus in Fischbach: Nicht gerade hübsch, aber vielleicht ein Garant für Fördergelder. Foto: Archiv

Fischbach.Soll man das Schreinerhaus abreißen, oder es umfassend sanieren? Diese Frage wird seit fast zehn Jahren in Fischbach diskutiert. Nun hat der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Nittenau beschlossen, von den Fachstellen überprüfen zu lassen, ob das Gebäude, das der Kommune gehört, abgerissen werden kann.

Den Antrag auf Abbruch hatte der SPD-Ortsverein Fischbach eingereicht. Das Haus stelle durch den jahrelangen Leerstand einen „optischen Schandfleck“ dar. Zudem fürchte man aufgrund des schlechten baulichen Zustands um die Sicherheit der Kinder. Bürgermeister Karl Bley gab jedoch zu bedenken, dass das Landesamt für Denkmalpflege das Ensemble „Schloss“ im Ortskern unter Denkmalschutz gestellt habe, dazu zähle auch das Schreinerhaus. Dadurch könnte ein Abriss problematisch sein, da man auf Fördergelder für die Ortskernsanierung von Fischbach angewiesen sei. Diese wiederum würden eventuell nur zugeteilt, wenn das Ensemble komplett vorhanden sei.

Johann Frimberger, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Fischbach, machte darauf aufmerksam, dass man nun endlich wissen wolle, was Sache sei. Die Bürger beklagten seit langem, dass dieser Anblick nicht der schönste sei und forderten: „Weg mit dem Ganzen.“ Bürgermeister Karl Bley informierte, dass es schon vielfach Vorschläge dafür gegeben habe, wie man das Haus mit Fördermitteln sanieren könnte, aber es sei nichts passiert. „Das Schreinerhaus ist dem Verfall preisgegeben und nicht gerade einladend für den Ort. Ich möchte aber davor warnen, es einfach plattzumachen. Dem kann ich nicht zustimmen“, sagte Bley.

Vor drei Jahren habe ein Sanierungsentwurf vorgelegen, sagte Olaf Götzer (FW). Das Ergebnis sei gewesen, dass man viel Geld ins Gebäude hätte stecken müssen, ohne es nachhaltig nutzbar zu machen. „Ich glaube, dass das Gebäude weder energetisch noch von der Bauphysik her rentabel ist.“ Willi Sturm (CSU) wunderte sich über den plötzlichen Aktionismus: „Sind das Wahlströmungen? Ich verstehe diesen Antrag nicht, damit hintergehen Sie den Bürgermeister.“ Jürgen Kuprat (SPD) entgegnete, dass er diesen Antrag durchaus verstehe. Man wolle erst einmal die Fachstellen zu dem Abbruchsvorhaben hören, um eine Lösung zu finden.

Der Meinung schloss sich Franz Probst (Die Grünen) an: „Ich will keine Fördergelder riskieren, aber das Haus kann so nicht stehenbleiben.“ Zumal es kein Barockbau sei und mit dem Schloss in dem Sinne nichts zu tun habe. Bürgermeister Bley wies dennoch darauf hin, dass das Gebäude seit 200 Jahren ortsprägend sei. Am Ende beschloss der Bauausschuss, einen Abbruchantrag beim Landratsamt zu stellen; dagegen stimmten Karl Bley und Bruno Wagner.

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