MyMz
Anzeige

Soziales

Schlemmer-Treff für Veganer in Maxhütte

Jeden ersten Sonntag im Monat begegnen sich im Mehrgenerationenhaus Leute, die sich wie Brad Pitt ernähren.
Von Monika Buckenleib

Bananenbrot, Gazpacho, Grießauflauf mit marinierten Erdbeeren, Hirsesalat, Panzanella: Die Veganer schöpfen aus dem Vollen. Foto: Buckenleib
Bananenbrot, Gazpacho, Grießauflauf mit marinierten Erdbeeren, Hirsesalat, Panzanella: Die Veganer schöpfen aus dem Vollen. Foto: Buckenleib

Maxhütte-Haidhof.Veganer – sind das die Grünzeug- und Körndlesser? Die Menschen, die den Tieren das Futter wegessen? So der Volksmund. Mitnichten.

Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte sind zwar ein Hauptbestandteil der veganen Ernährung, die im Gegensatz zur vegetarischen gänzlich ohne tierische Lebensmittel auskommt. Dennoch ist der Speiseplan der Veganer abwechslungsreicher, als man glaubt. Davon konnte man sich beim Veganer-Brunch Anfang des Monats im Mehrgenerationenhaus überzeugen.

Vielfältige, köstlich aussehende Speisen waren auf einem langen Buffet aufgebaut: Bananenbrot, Gazpacho, Grießauflauf mit marinierten Erdbeeren, Hirsesalat, Panzanella, um nur einige zu nennen. Sogar Kaninchen wurde angeboten, allerdings aus Soja.

Immer mehr denken um

Organisiert hat dieses Event die Diplom-Biologin Brigitte Schütze, die der Stadt Maxhütte, vertreten durch Rebecca Federer, für die kostenlose Bereitstellung der Räume im Mehrgenerationenhaus dankte. Sie freute sich über die große Resonanz, da gesunde Ernährung überaus wichtig und ein Umdenken stark im Kommen sei. Schütze betonte: „Auch Fleischesser sind herzlich willkommen und dürfen auch mit Lederschuhen erscheinen.“

Aus zeitlichen Gründen hat Brigitte Schütze die Organisation an Brigitte Ferstl und Fritz Ferstl übergeben. Foto: Buckenleib
Aus zeitlichen Gründen hat Brigitte Schütze die Organisation an Brigitte Ferstl und Fritz Ferstl übergeben. Foto: Buckenleib

Zirka 30 Leute gemischten Alters, darunter viele junge, aber auch eine Dame mit 95 Jahren, genossen in fröhlicher, ungezwungener Atmosphäre (jeder wurde mit Vornamen und „Du“ angesprochen) den Veggie-Sonntag und ließen sich die eigens mitgebrachten, völlig fleischlosen und ohne Milch und Eier hergestellten Speisen schmecken.

Vielen Menschen ist diese Lebensweise (trotz prominenter Vorbilder wie Brad Pitt und Julia Roberts) fremd und fragen sich: „Wie kann ich auf mein geliebtes Schnitzel, meine Leberkässemmel verzichten, auf Joghurt und Käse? Fehlen mir da nicht essenzielle Nährstoffe wie Kalzium, Eisen, B12? Biologin Schütze klärt auf: „In Gemüse, Linsen, Bohnen, Grünkern, Soja usw. sind genügend Proteine und Eisen vorhanden, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Nur das Vitamin B12 muss über Tabletten zugeführt werden oder, das gibt es jetzt auch schon, über angereicherte Zahncreme.“

Jeder bringt eigene Ideen mit

  • Termine:

    Der Veganer Brunch findet jeden 1. Sonntag im Monat (11 – 14 Uhr) im Mehrfamilienhaus in Maxhütte statt. Jeder sollte ein selbstgemachtes Gericht mitbringen. Brigitte Schütze hat die Organisation an Brigitte und Fritz Ferstl übergeben. Für Fragen stehen sie gerne zur Verfügung unter Tel. 0170 819 73 90 oder mittels E-Mail: fritz@die-ferstl.de

  • Rezept:

    Gazpacho ist eine spanische Gemüsesuppe und wird kalt serviert. Hauptzutaten sind Tomaten, grüne Paprika, Salatgurken, Knoblauch, Weißbrot, Olivenöl. Panzanella ist Brotsalat aus Italien. Die Zutaten sind saisonal verschiedene Gemüsesorten und altbackenes Brot. Es schmeckt herrlich frisch und eignet sich vor allem für heiße Sommertage.

Sie ist auch der festen Überzeugung, dass viele Zivilisationskrankheiten durch gesunde vegane Ernährung verhindert werden könnten. Schütze selbst war auch nicht schon immer Veganerin. Aufgewachsen mit Hühnern und Hasen, die zu Hause auf den Tisch kamen, begann sie umzudenken, als ihre Tochter Anna beim Besuch eines Bauernhofs fragte: „Warum dürfen die Kälber nicht bei ihrer Mama bleiben?“ Schütze wusste keine Antwort. Bestürzt erkannte sie, dass den Tieren Milch und Eier einfach weggenommen werden und auch das Leben.

Kritik an Massentierhaltung

„Fleisch wird nicht mehr wertgeschätzt. Für 59 Cent bekommt man 100 Gramm Schnitzelfleisch im Supermarkt. Massentierhaltung unter grausamsten Bedingungen für die Tiere ist dafür an der Tagesordnung“, sagt Schütze.

Sie stellte den Speiseplan zu Hause komplett um, ohne Murren des Ehemanns und der beiden Kindern. Im eigens kreierten Kochbuch stehen nur Gerichte, die auch von der Familie als gut beurteilt wurden. „Noch vor einigen Jahren war das Einkaufen sehr schwierig“, erinnerte sich Schütze. Veganer verzichten ja im Gegensatz zu Vegetarier völlig auf tierische Produkte. Eier, Milch, Butter sind tabu, ebenso Kosmetika, die auf Tierbasis hergestellt werden. Aber nun sei ein Wandel in der Bevölkerung spürbar. Immer mehr junge Menschen begeistern sich für vegane Ernährung.

Viele Restaurants stellen sich auf die neue Esskultur ein. „Früher wurde man schief angeschaut, wenn man eine Pizza ohne Käsebelag wollte, jetzt bekomme ich sie ohne lange Diskussionen“, freut sich Schütze. Auch leckere Gemüsegerichte und Bratkartoffeln stehen auf der Speisekarte.

Für die weiteren Veganer-Brunchs im Mehrgenerationenhaus wünscht sie sich, dass sich die Idee herumspricht und neue Leute sich dafür begeistern können. Neugierig Gewordene oder Menschen, die etwas ausprobieren möchten und an ihre Gesundheit und die Umwelt denken, sollten sich trauen und kommen. „Der Brunch ist offen für alle.“

Hier lesen Sie mehr Nachrichten aus Maxhütte-Haidhof.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht