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Stadtentwicklung

Schmidtbräu: Dornröschenschlaf soll enden

Am Donnerstag berät der Schwandorfer Planungsausschuss erstmals über die Zukunft des 4000 Quadratmeter großen Geländes am Rande des Marktplatzes.
Von Hubert Heinzl

Das ehemalige Schmidtbräu-Gelände soll städtebaulich ansprechend entwickelt werden. Am Donnerstag wird eine erste Studie vorgestellt. Foto: Heinzl

Schwandorf. Der Dornröschenschlaf des ehemaligen Schmidtbräu-Geländes am Rande des Schwandorfer Marktplatzes soll ein Ende finden. Das will die Eigentümerfamilie Geiß, und das wollen die Verantwortlichen der Stadt Schwandorf; beide Seiten streben eine möglichst attraktive Nachfolgenutzung des rund 4000 Quadratmeter großen Areals in zentraler Lage an. Nach einer jahrelangen Überlegungsphase soll nun am Donnerstag bei der Sitzung des städtischen Planungsausschusses eine externe Machbarkeitsstudie für die Entwicklung des Areals präsentiert werden. Der Anlass für diese Bemühungen war eher betrüblich: Im Oktober 2009 kam nach über 150-jähriger Tradition beim Schmidtbräu der letzte Sud aus den Kesseln. Seither ist die gute Frage, was mit dem Areal im Herzen der Innenstadt passieren soll.

Die Schwandorfer Eigentümerfamilie Geiß ließ den Markt sondieren und hatte vorübergehend auch einen Investor an der Hand, der eine Art Einkaufszentrum auf dem Gelände errichten wollte. Doch die Stadt stellte sich quer – aus städtebaulichen Gründen. Wie hätte auch großflächiger Einzelhandel zu einer Häuserzeile gepasst, bei der schon Goethe auf der Durchreise die Pferde wechselte?

Seither arbeiten Eigentümer und Stadt Hand in Hand, um das Areal innenstadtverträglich und attraktiv zu entwickeln. „Wir setzen uns mit der Stadt in ein Boot und versuchen, das Beste zu finden“, formuliert es Hans Geiß. Der Eigentümerfamilie geht es um einen Kompromiss: Auf der einen Seite will man „nicht, dass das ewig eine Brache bleibt“, „nicht bis zum St. Nimmerleinstag“ mit einer Nutzung warten. Bei einer Machbarkeitsstudie gehe es um realisierbare Konzepte, für die sich auch Investoren finden ließen. Auf der anderen Seite könne an einer großen Bausünde im sensiblen Bereich am Marktplatz niemand gelegen sein. Geiß: „Wir wollen uns hier nicht negative Denkmäler errichten.“

Nach dem Dafürhalten der Eigentümer zeichnet sich für das ehemalige Schmidtbräu-Gelände eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe ab, „wobei das Gewerbe wahrscheinlich nicht überwiegt“. Die Wohnformen könnten dabei bunt gemischt sein, „für Jung und Alt“, so Geiß. Die Stadtverwaltung trägt sich schon länger mit ähnlichen Gedanken. Denkbar wären hochwertige Eigentumswohnungen in Kombination mit Stadthäusern, hieß es beispielsweise vor zwei Jahren auf Anfrage der MZ. Doch dieser Vorschlag muss nicht unbedingt Eingang in die Überlegungen der Planer gefunden haben, die am Donnerstag ihre Studie vorstellen.

Oberbürgermeister Helmut Hey erläuterte auf Anfrage der MZ, dass das Gelände bisher ein sogenannter innerstädtischer Bereich ohne geltenden Bebauungsplan sei. Wenn sich der Planungsausschuss mit dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie anfreunden könne, sei es aber durchaus denkbar, dass die Stadt für die weitere Entwicklung Vorgaben mit Hilfe eines Bebauungsplans machen werde.

Die Fraktionen im Stadtrat warten zunächst einmal ab, welche Ideen im Planungsausschuss präsentiert werden. CSU-Fraktionssprecher Andreas Wopperer weist aber schon vorab darauf hin, dass alle Pläne Makulatur seien, wenn sich niemand bereiterkläre, sie auch zu realisieren. „Das Hauptproblem wird sein, jemanden zu finden, der da etwas machen will“, so Wopperer. Schon allein die Zufahrtssituation könne durchaus problematisch werden.

Auch Franz Schindler, Fraktionsvorsitzender der SPD, ist nicht ganz frei von Skepsis. Die gemischte Nutzung, wie sie die Studie wohl vorsehen werde, „haut mich nicht um“, sagte er der MZ. Wenn es nach ihm ginge, wäre ein Hotel die attraktivste Perspektive, „aber das Problem ist wie immer die Realisierung“.

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