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Konzert

„Schöne Zeiten“ in Böhmen begeisterten

Böhmische Blasmusik auf höchstem Niveau bekam das Publikum in der nahezu ausverkauften Schwarzachtalhalle zu hören.
Von Ralf Gohlke

Gemeinsam spielten „Wauxl Böhmische“ und „Mission Böhmisch“ den von Daniel Käsbauer zum Stadtjubiläum 2017 komponierten Marsch „Die Neunburger Jahrtausendgrüße“. Damit wurde auch der Name offiziell bekannt gegeben. Foto: R, Gohlke
Gemeinsam spielten „Wauxl Böhmische“ und „Mission Böhmisch“ den von Daniel Käsbauer zum Stadtjubiläum 2017 komponierten Marsch „Die Neunburger Jahrtausendgrüße“. Damit wurde auch der Name offiziell bekannt gegeben. Foto: R, Gohlke

Neunburg. . Bereits zum dritten Mal traten am Samstag die 2017 frisch gebackenen Europameister der böhmischen und mährischen Blasmusik Mission Böhmisch, in der Schwarzachtalhalle auch als Veranstalter auf. Unterstützung holten sich die Lokalmatadoren, unter der Leitung des Seebarner Komponisten und Dirigenten Daniel Käsbauer, heuer aus Österreich.

Dabei handelte es sich um die „Wauxl Böhmischen“, eine noch relativ junge Formation aus dem österreichischen Mostviertel. Beide Ensembles hatten sich anlässlich der Europameisterschaft in Bamberg kennengelernt und sofort Sympathien entwickelt, die nun, bei ihrem ersten, gemeinsamen Auftreten ihren Ausdruck fanden.

Eine Musikantenfreundschaft

Dementsprechend waren es auch die Gäste, die den besonderen Konzertabend eröffnen durften. „Wir freuen uns narrisch, dass hier so viel los ist und es macht uns auch stolz, vom Europameister dazu eingeladen worden zu sein“, stellte Michael Weitz fest, der das Programm für die „Wauxl Böhmischen“ moderierte. Er schilderte kurz, wie die Musikfreundschaft am Rande der Meisterschaft entstanden war. Dies sei eher „beim gemütlichen Teil“ passiert, bei dem sich Österreich und Bayern sogar als „echte Weltmeister“ erwiesen hätten. Und so sei die Zuneigung zwischen beiden zustande gekommen.

Scherzhaft räumte Weitz noch ein, dass die Bayern Europameister in der Höchststufe geworden seien und es für die „Wauxl Böhmischen“ in der Oberstufe immerhin zum „Europameister der Herzen“ gereicht habe.

Von der Besetzung her ähneln die Gäste aus Aschbach, in der Nähe von Linz, der Besetzung von Mission Böhmisch. Gleich zu Beginn stellten sie beim Lied „Auf der Vogelwiese“ auch ihre Fähigkeiten im Chorgesang heraus. Und dass sie auch andere Genres als Böhmisch/Mährisch beherrschen, bewiesen sie mit dem spanischen „Fandango“ von Juan Carlos Calderon. Die Solotrompete spielten Mario Hagenhuber und Martin Mühlberger. Der musikalische Leiter Leopold Hagenhuber zeigte beim „Böhmischen Traum“ ebenfalls eine herausragende Sololeistung, diesmal am Tenorhorn.

Am Ende des ersten Teils des Abends traten dann beide Orchester gemeinsam auf. Daniel Käsbauer nutzte die Gelegenheit, das Ergebnis der Umfrage bekannt zu geben, bei der das Publikum einen Titel für den Marsch finden sollte, den er aus Anlass der 1000-Jahrfeier der Stadt komponiert und ihr gewidmet hatte. Gleich drauf erklangen „Die Neunburger Jahrtausendgrüße“, die viel Applaus erhielten.

„In Böhmischer Mission“ lautete passend nach einer kurzen Umbaupause der erste Titel des Konzertteils von „Mission Böhmisch“ und das Gesangsduo Diana Ferenz und Patrick Oroudji stellten überzeugend fest: „Es ist schön, bei euch zu sein“. Tubist Florian Forster übernahm im Weiteren die Moderation und blickte zurück auf ein erfolgreiches aber auch forderndes Konzertjahr 2018. Dazu gehörten die Auftritte beim „Woodstock der Blasmusik“ in Österreich und des „Brass Wiesn Festivals“ in München.

Viele Eigenkompositionen

„Aber schön ist es auch, wann man dann wieder heimkommt“, stellte er fest und leitete damit über zu dem Lied „Ohne Heimat ist die Welt nicht schön“. Dem schloss sich ein Solostück der Extraklasse an. Stefan Neger begeisterte das Publikum mit dem Stück „galoppierende Klarinette“, das eine Zugabe geradezu herausforderte.

Mission Böhmisch begeisterte sein Publikum in bewährter Weise sowohl mit bekannten Titeln, in erster Linie aber auch mit Arrangements und Eigenkompositionen von Autoren aus den eigenen Reihen wie zu Beispiel von Schlagzeuger Daniel Fischinger und natürlich vom musikalischen Aushängeschild des Orchesters, Daniel Käsbauer. Viele der Titel stammten auch von der ersten eigenen CD, die unter dem Titel „Schöne Zeiten“ erschienen ist.

Beim großen Schlussakkord war dann auch noch einmal das Publikum gefragt, das die Titel wie „Zwei weiße Birken“, „Fliege mit mir in den Himmel“, die „Herz-Schmerz-Polka“, „Tief drin im Böhmerwald“ und zu guter Letzt, „Rosamunde“ gerne mitsang. „Die Kapelle hat gewonnen, hieß es dann noch einmal, bevor nach verdient großem Applaus die Zugaben angestimmt wurden

Schlaglichter aus dem Konzertabend

  • Gesang:

    Viele böhmische Lieder haben durch ihre Texte einen großen Bekanntheitsgrad. Als Beispiele seien nur „Rosamunde“ oder „Tief drin im Böhmerwald“ genannt. Diana Ferenz und Patrick Oroudji sind die Stimmen von „Mission Böhmisch“.

  • Solisten:

    Jedes Ensemble verfügt in der Regel über herausragende Solisten an den verschiedensten Instrumenten. So begeisterte unter anderem Stefan Neger (rechts) das Publikum mit dem Stück „galoppierende Klarinette“, was sofort den Ruf nach einer Zugabe ergab, der erfüllt wurde.

  • Freundschaft:

    Die beiden Kapellen hatten sich 2017 bei den Europameisterschaften der böhmischen Blasmusik in Bamberg kennengelernt und sofort Freundschaft geschlossen. Mit kleinen Gastgeschenken wurde sie jetzt neu besiegelt.

  • Musikalischer Leiter:

    Was Daniel Käsbauer für Mission Böhmisch verkörpert, ist Leopold Hagenhuber bei den Wauxl Böhmischen. Er erwies sich zudem im Rahmen des Konzertes als hervorragender Solist am Tenorhorn mit dem Titel „Böhmischer Traum“ von Norbert Gälle.

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