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Umstrukturierung

Schrumpfkur in Oberviechtach

Der Asklepios-Konzern streicht am Standort im Landkreis Schwandorf 25 von 50 Vollzeitplätzen. Die Mitarbeiter kommen wohl in anderen Kliniken unter.
Von Hubert Heinzl

In der Asklepios-Klinik in Oberviechtach stehen Veränderungen an. Foto: Ralf Gohlke

Oberviechtach.Noch im Februar versicherte Asklepios, das Krankenhaus in Oberviechtach sei auf einem guten Weg. Von den 70 Planbetten waren zu diesem Zeitpunkt 41 belegt. Es sei gelungen, versicherte Regionalmanager Dr. Boris Rapp, „das Vertrauen der Bevölkerung in die Klinik in Oberviechtach zu stärken“.

Heute hört sich die Diagnose wieder ganz anders an. Laut einer Presseerklärung des Asklepios-Konzerns ist die durchschnittliche Belegungszahl auf 20 Betten gesunken. Dem stünden 50 Vollzeitkräfte gegenüber, „die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten“, wie es weiter heißt. Konkret will man deshalb das komplette OP-Team an den Standort Lindenlohe abziehen und nur an bestimmten Tagen in Oberviechtach einsetzen. OP nach Dienstplan, lautet offenbar jetzt die Devise.

Für die Patienten soll sich durch diese Verlagerung und Strukturveränderung nichts Wesentliches ändern, sagt Dr. Rapp. Im Gegenteil: „Das OP-Team ist in Lindenlohe viel häufiger im Einsatz und kann somit noch mehr Erfahrungen sammeln – das kommt auch den Patienten in Oberviechtach zu Gute“, so der Asklepios-Regionalmanager. Angst, dass er im Notfall in Oberviechtach nicht behandelt wird, müsse niemand haben; die Notfallversorgung bleibe gesichert.

Veränderungen gibt es auch in anderen Bereichen. So wird nach Angaben von Asklepios unter anderem das Labor sowie der Schreibdienst am Standort Oberviechtach nicht mehr vorgehalten und der Hol- und Bringedienst aufgelöst. Insgesamt möchte man im neuen Jahr nur noch mit 25 Vollzeitkräften in Oberviechtach arbeiten.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir stellen einfach zu viele Leistungen bereit, die nicht oder kaum mehr benötigt werden“, so der Regionalgeschäftsführer. Im vergangenen Jahr seien zudem immer weniger Betten belegt gewesen. Durch ein neu eingeführtes Kooperationsmodell mit den Kliniken in Burglengenfeld und Lindenlohe kamen zwar noch genauso viele Patienten. Gleichzeitig sei es aber gelungen, deren Verweildauer zu senken. Dadurch seien im Schnitt jetzt weniger Betten belegt.

Steht damit jetzt der Standort Oberviechtach auf der Kippe? Dr. Rapp wehrt sich gegen Vergleiche mit Nabburg, wo die Asklepios-Klinik bekanntlich geschlossen wurde. Hier seien zuletzt nur noch „zwei bis drei Patienten versorgt worden, wovon in Oberviechtach keine Rede sein könne. Asklepios stehe zu seiner Standortgarantie, „solange der Standort Oberviechtach als bedarfsnotwendig anerkannt ist“.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen im übrigen Plätze in einer anderen Asklepios-Klinik in der Region angeboten werden. „Wir möchten für alle eine gute Lösung finden“, sagt Dr. Rapp und versichert der Bevölkerung: „Die medizinische Versorgung bleibt gewährleistet. Jeder kann sich sicher sein, in der Klinik bestmöglich behandelt zu werden.“

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