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Schwandorf wird zur Kulturhauptstadt

Das Kulturfest Bayern-Böhmen bildete am Samstag den Auftakt zu den Feierlichkeiten 2020. Im Mai ist die „Woche der Nachbarn“.
Von Rudolf Hirsch

Die Gruppe „Beat Generation Sokolov“ begeisterte beim Kulturfest mit akrobatischen Einlagen. Foto: Rudolf Hirsch
Die Gruppe „Beat Generation Sokolov“ begeisterte beim Kulturfest mit akrobatischen Einlagen. Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Mit einem Fest feierten die Schwandorfer am Samstag auf dem Marktplatz den frisch verliehenen Titel „Kulturstadt Bayern-Böhmen 2020“. Die Teilnehmer bekamen einen Vorgeschmack auf das, was sie im kommenden Jahr erwartet. Das grenzübergreifende Programm bietet ein breites Spektrum an bayerisch-tschechischen Kulturveranstaltungen und gipfelt in der „Woche der Nachbarn“ vom 20. bis 24. Mai 2020 in Schwandorf. Vom 9. bis 12. Juli findet an gleicher Stelle der 43. Bayerische Nordgautag als „Kulturfest der Oberpfälzer“ statt.

„Aus Nachbarn werden Freunde“. Unter dieses Motto stellt der bayerische Heimatminister Albert Füracker das Projekt „Kulturstadt Bayern – Böhmen“. Er beauftragte das „Centrum Bavaria Bohemia“ in Schönsee mit der Koordinierung des Programms. Das bayerische Heimatministerium hat das Kulturstadtprojekt zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Nach Schwandorf im kommenden Jahr darf sich 2021 dann das oberfränkische Wunsiedel Kulturstadt nennen. Finanzminister Albert Füracker macht dafür Fördergelder von 600 000 Euro locker und betonte in seiner Rede am Samstag: „Hier setzen wir Steuergelder sinnvoll ein und unterstützen die ehrenamtliche Arbeit vor Ort, ohne die ein solches Fest nicht möglich wäre“. Der Minister erwartet von diesem „Leuchtturmprojekt einen Imagegewinn für den gesamten Grenzraum im Herzen Europas“. Den guten Besuch des Auftaktfestes wertete Füracker als Signal, „dass Schwandorf die Idee mittragen will“. CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger kündigte für die Kulturtage in Schwandorf Theater-, Konzert-, Musik- und Literaturveranstaltungen an, die weitgehend von örtlichen Vereinen getragen werden. Den Organisatoren liegen mittlerweile 40 Programmvorschläge vor.

Auch Bezirkstagspräsident Franz Löffler ist überzeugt: „Die Kultur führt die Menschen zusammen“. Die Bündelung der Kräfte auf bayerischer und böhmischer Seite habe den wirtschaftlichen Aufschwung verstärkt. „200 Oberpfälzer Betriebe haben sich in Tschechien angesiedelt“, so der Chamer Landrat. Von den Kulturtagen versprechen sich auch Landrat Thomas Ebeling, Oberbürgermeister Andreas Feller und der stellvertretende Bürgermeister der Partnerstadt Sokolov, Jan Picka, neue Impulse. Der Landrat hielt seine Rede auf Deutsch und Tschechisch, ansonsten übersetzte ein Dolmetscher.

1970 war Schwandorf schon einmal Ausrichter des Bayerischen Nordgautages. 50 Jahre später ist die Große Kreisstadt erneut Schauplatz dieses Großereignisses, das sich inzwischen „Kulturfest der Oberpfälzer“ nennt. Vom 9. bis 12. Juli 2020 ist der Oberpfälzer Kulturbund zu Gast in Schwandorf. OKB-Präsident Volker Liedtke informierte am Samstag über das Kunst-, Musik- und Literaturprogramm, das am Schlusstag mit einem Festzug durch die Innenstadt endet, zu dem 2000 Teilnehmer erwartet werden. Trachtenvereine und Musikapellen ziehen durch die Straßen, begleitet von Vertretern der Kommunen, die mit ihren Motivwägen an die vergangenen Kulturfeste erinnern. Voraus geht Festakt, bei dem verdiente Kunst- und Kulturschaffende der Region mit Preisen ausgezeichnet werden.

Auch die tschechischen Gäste leisteten am Samstag ihren Beitrag zum Gelingen des Kulturfestes. Die „Brass-Band Rakovnik“ und die „Svejk-Band Pilsen“ spielten mit flotter Musik zur Unterhaltung auf. Es gab Bier und Schmankerln aus Böhmen, und die Gruppe „Beat Generation Sokolov“ begeisterte mit akrobatischen Einlagen.

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