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Schwandorfer Bildungs-Profi plant um

Nach dem Kauf des Netzcenters will Hubert Döpfer im Neubau am Vereinshaus-Standort auch gewerbliche Mieter unterbringen.
Von Hubert Heinzl

An den Grundzügen des Neubaus mit der markanten Gestaltung wird sich nichts ändern. Allerdings soll das Gebäude laut Hubert Döpfer etwas schlanker werden. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt. Bild: Büro Knipl + Pracht
An den Grundzügen des Neubaus mit der markanten Gestaltung wird sich nichts ändern. Allerdings soll das Gebäude laut Hubert Döpfer etwas schlanker werden. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt. Bild: Büro Knipl + Pracht

Schwandorf.Mit einem Rohrbruch fing alles an: Ende Januar 2017 setzte eine geplatzte Feuersteigleitung im Obergeschoss das Katholische Vereinshaus unter Wasser. Mit der Leitung platzten auch alle Zukunftspläne für die Immobilie: Das Gebäude an der Klosterstraße 25, das der Schwandorfer Unternehmer Hubert Döpfer 1999 von der Katholischen Pfarrpfründestiftung gekauft hatte, war durch den Schaden für pädagogische Zwecke nur noch eingeschränkt verwendbar. Der 64-Jährige plante deshalb einen Neubau an gleicher Stelle. Doch als sich das Projekt verzögerte, musste Ersatz her – und zwar schnell.

Zuerwerb: Ende 2017 hat Hubert Döpfer das ehemalige Netzcenter des Bayernwerks an der Regensburger Straße gekauft. Foto: Archiv/szd
Zuerwerb: Ende 2017 hat Hubert Döpfer das ehemalige Netzcenter des Bayernwerks an der Regensburger Straße gekauft. Foto: Archiv/szd

Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt. Im November des vergangenen Jahres kaufte Döpfer das ehemalige Netzcenter des Bayernwerks an der Regensburger Straße, in dem inzwischen wieder sämtliche Altenpflege- und Physiotherapie-Schüler aus dem Schwandorfer Verbund unterrichtet werden. Noch wird zum Teil auf Container zurückgegriffen, doch voraussichtlich bis zum Spätherbst, verspricht Döpfer, können im ehemaligen Netzcenter neben dem Erdgeschoss auch die Klassenräume im zweiten Stock bezogen werden. Dann kann der Unternehmer diese Baustelle im wesentlichen abhaken.

„Eigentlich reicht das Parterre“

Die Private Grundschule Döpfer bleibt bis auf weiteres an der Klosterstraße 19. Foto: hh
Die Private Grundschule Döpfer bleibt bis auf weiteres an der Klosterstraße 19. Foto: hh

Doch der Neuerwerb an der Regensburger Straße hat einen Domino-Effekt auch auf die anderen großen Standorte: An der Klosterstraße 19, wo neben der Verwaltung auch die Private Grundschule untergebracht ist, haben die Physiotherapeuten durch den Umzug ins Netzcenter Platz gemacht. Genutzt wird er jetzt von der Fachakademie für Sozialpädagogik, die früher wie die Altenpflegeschule im ehemaligen Vereinshaus untergebracht war. Hier wiederum, am Standort Klosterstraße 25, braucht der 64-Jährige für sein Bildungs-Imperium jetzt deutlich weniger Platz: „Eigentlich reicht das Parterre“, sagt Döpfer, „benötigt werden für die Fachakademie noch Funktionsräume für die Bereiche Kunst, Werken, Bewegung und Musik“.

Was also tun? Ad acta legen will der Unternehmer seine Neubau-Pläne nicht. Und auch der Entwurf, den das Architekturbüro Knipl + Partner erstellt und der Schwandorfer Bauausschuss bereits wohlwollend zur Kenntnis genommen hat, soll laut Döpfer in den Grundzügen beibehalten werden: Geplant ist ein viergeschossiger Baukörper mit einem markanten Erker, der fast wie ein Schiffsbug in Kloster- und Höflingerstraße hineinweist. „Das Gebäude wird allerdings wohl ein wenig schlanker werden, die Nutzfläche von rund 2500 auf 2200 bis 2300 Quadratmeter reduziert“, sagt Döpfer. Denn er will die oberen Etagen an Gewerbebetriebe vermieten, die natürlich einen anderen Flächenbedarf haben als ein Schulbetrieb. Für die Anwohner habe dies unter anderem den Vorteil, „dass sich die Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken vergrößern“.

Döpfer-Standorte in Schwandorf

  • Vereinshaus:

    Der Standort an der Klosterstraße 25 soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Nach einem Wasserschaden wird er nur eingeschränkt genutzt.

  • Private Grundschule:

    An der Klosterstraße 19 sind zurzeit neben der Privaten Grundschule Döpfer auch die Fachakademie für Sozialpädagogik und die Verwaltung untergebracht.

  • Ehemaliges Netzcenter:

    2017 hat Döpfer das ehemalige Bayernwerk-Netzcenter an der Regensburger Straße erworben. Hier wird Altenpflege und Physiotherapie unterrichtet.

Ein Immobilienmakler sondiert seit kurzem den Markt für den Bildungs-Unternehmer. Ganz so einfach, das weiß auch Hubert Döpfer, dürfte die Akquise in Schwandorf nicht werden, denn just in diesen Tagen ziehen im Dienstleistungszentrum beim Finanzamt die ersten Mieter ein. Doch der 63-Jährige nennt durchaus auch mögliche Pluspunkte für seinen Standort: „Drei Minuten zum Bahnhof und drei Minuten zum Marktplatz“, lautet nur eines seiner Argumente. Und schließlich sei für den Neubau auch eine Tiefgarage mit rund 35 Stellplätzen vorgesehen.

Das ehemalige Vereinshaus an der Klosterstraße 25 soll dem Neubau weichen. Foto: fu
Das ehemalige Vereinshaus an der Klosterstraße 25 soll dem Neubau weichen. Foto: fu

Für den Fall, „dass die gewerblichen Vermietungen bis zum Jahresende nicht funktionieren“ hat der 64-Jährige bereits einen Plan B in der Tasche. Dann müsste das Konzept für den Neubau noch einmal auf den Tisch, um an der Klosterstraße 25 möglicherweise Miet- oder Eigentumswohnungen zu realisieren. Wenn alles glatt läuft, könnte im kommenden Jahr bereits der Abriss erfolgen und mit dem Neubau begonnen werden.

Keine Förderprogramme in Sicht

Eine Auslagerung der Privaten Grundschule Döpfer, die früher einmal im Gespräch war, ist für den Schwandorfer Unternehmer übrigens vorerst kein Thema mehr. „Solange keine Förderprogramme dafür in Sicht sind, ist das Ganze einfach unbezahlbar“, sagt Hubert Döpfer.

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