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Literatur

Schwandorfer Geschichten zum Schmunzeln

Das Stadtarchiv bringt bereits den dritten Band der „Oberpfälzer Schmankerln“ heraus. Das Buch enthält 120 Anekdoten.
Von Rudolf Hirsch

Stadtarchivar Josef Fischer (links) stellt den dritten Band der „Oberpfälzer Schmankerln“ vor. Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) blätterte im Band der „Mittelbayerischen Zeitung“ und fand das Original der Kolumne „Wenn man eine Reise tut“.  Foto: Rudolf Hirsch
Stadtarchivar Josef Fischer (links) stellt den dritten Band der „Oberpfälzer Schmankerln“ vor. Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) blätterte im Band der „Mittelbayerischen Zeitung“ und fand das Original der Kolumne „Wenn man eine Reise tut“. Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Das Stadtarchiv führt die Serie der „Oberpfälzer Schmankerln“ fort und bringt in dritter Auflage ein Buch heraus, das auf 140 Seiten humorvolle Geschichten und Episoden aus der Zeit zwischen 1959 und 1961 erzählt. Geschrieben wurde es von unterschiedlichen Autoren und karikiert von Elisabeth Stich.

„Sei vorsichtig, sonst kommst du in die Schmankerln“, war einmal ein geflügeltes Wort an den Schwandorfer Stammtischen. In amüsanten Episoden berichtete die Tagespresse regelmäßig über mehr oder weniger wahre Begebenheiten. Auch wenn keine Namen fielen, konnte der Leser erahnen, wer gemeint war. Unbekannt geblieben sind bis heute aber die Autoren.

Alle drei Bände gibt es im Paket

Stadtarchivar Josef Fischer fasste in den vergangenen Jahren die „Oberpfälzer Schmankerln“ von 1953 bis 1955 und von 1956 bis 1958 zusammen und lässt nun einen dritten Band folgen. Das Buch ist zum Preis von 13.90 Euro im Tourismusbüro und in der Buchhandlung „Rupprecht“ erhältlich. Weil von den ersten beiden Auflagen noch Restbestände vorhanden sind, hat der Archivar ein Paket geschnürt und bietet alle drei Werke zusammen für 29.50 Euro an.

Schmerzhafte Reise

  • Geschichte:

    Die Anekdote „Wenn man eine Reise tut“ ist am 5. November 1960 im „Schwandorfer Tagblatt“ erschienen und handelt von einem Schwandorfer Eisenbahner, der mit seinen beiden Buben eine Zugreise unternimmt.

  • Brunnen:

    Beim Aussteigen rennt einer der Buben gegen einen „Kandelaber“ (Lichtmasten) und holt sich eine Beule. Der Vater versucht, sie mit einem Tuch zu behandeln, und stürzt beim Anfeuchten kopfüber in einen Brunnen. „Wenn ein Schwandorfer eine Reise tut ...“

Der 145 Seiten umfassende dritte Band erscheint in einer Auflage von 320 Stück. In 120 Kurzgeschichten erfährt der Leser, was sich in und um Schwandorf Kurioses zugetragen hat. Die Glossen erschienen bis in die 1970er Jahre hinein. „Im Archiv lagert also noch genügend Stoff für weitere Bände“, lässt Josef Fischer anklingen.

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Das Besondere an den Geschichten sind die dazu gehörigen Karikaturen von Elisabeth Stich, die nach dem Krieg an der Oberrealschule Kunstunterricht erteilte, später ein Maleratelier führte und Bücher illustrierte. Sie entwarf zu den Texten passende Karikaturen zur Veranschaulichung. Die Künstlerin starb am 1. Januar 2000 im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim in Neustadt an der Aisch. Ihre Ehe mit Walter Nitsch war kinderlos geblieben. Das Erbe traten die beiden Neffen Dr. August Stich und Dr. Klaus Stich an. Sie erteilten die Freigabe zur Veröffentlichung der Karikaturen in Buchform.

Anekdoten mit Zeichnungen illustriert

Auch die Anekdote vom „Fernseh-Regen“ veranschaulichte „Lisl“ Stich mit einer Zeichnung. Eine junge Dame ist bei einer Freundin zu einem Fernsehabend eingeladen. Als es im Film zu regnen beginnt, springt sie auf und schreit: „Jessas, mei Radl…“ Sie stürzt die Treppe hinunter, um das Fahrrad unter das Dach zu stellen. Doch draußen herrscht schönstes Wetter.

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Was bewegte die Bürger der Stadt vor 60 Jahren? Archivar Josef Fischer hat zur Veröffentlichung des dritten Bandes einige Ereignisse herausgesucht. Am 4. Juli 1960 nahm Weihbischof Josef Hiltl, ein gebürtiger Schwandorfer, die feierliche Konsekration des Marienmünsters auf dem Kreuzberg vor. Am 24. September des gleichen Jahres besiegte der FC Schwandorf die Amateure des FC Bayern München mit 1:0.

„Wer die Oberpfälzer Lebensart liebt, der wird auch den dritten Band der Buchreihe gerne lesen.“

Oberbürgermeister Andreas Feller

„Wer die Oberpfälzer Lebensart liebt, der wird auch den dritten Band der Buchreihe gerne lesen“, ist Oberbürgermeister Andreas Feller überzeugt. Auf die Kolumne habe der Zeitungsleser jeden Samstag gespannt gewartet. Er habe gewusst, wer gemeint war, „auch wenn die Gechichten oft überspitzt dargestellt worden sind“.

„Bücher mit Bezug zur Heimat werden gerne gelesen“, findet Landrat Thomas Ebeling, „vor allem, wenn sie lustig und heiter aufgemacht sind“. Für ihn ist es kein Gegensatz, sondern verständlich, wenn sich die Menschen in der digitalisierten Welt „nach Heimat und Geborgenheit sehnen“.

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