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Schwandorfer ignorieren Bitte des BRKs

Das BRK ächzt unter der Altkleiderflut. Denn statt weniger auszumisten geben die Menschen im Landkreis sogar mehr Gas.
Von Bettina Mehltretter

Schwandorfs Altkleidercontainer sind übervoll. Mit nach Hause wollen die Anlieferer ihre Fracht aber nicht mehr nehmen. Foto: Matthias Eichinger
Schwandorfs Altkleidercontainer sind übervoll. Mit nach Hause wollen die Anlieferer ihre Fracht aber nicht mehr nehmen. Foto: Matthias Eichinger

Schwandorf.Mitte April hatten sich die Ortsgruppen des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreis Schwandorf über die Mittelbayerische an die Bevölkerung gewandt. Kreisbereitschaftsleiter Wilhelm Klein bat, keine Altkleider mehr anzuliefern, weil wegen der Coronakrise die Lager des BRKs längst voll seien. Denn die üblichen Abnehmer kaufen derzeit keine Altkleider mehr an. Doch geändert haben die Menschen ihr Verhalten nach diesem Appell nicht – im Gegenteil. Das zeigen Bilder, die Matthias Eichinger, ehrenamtlicher BRK-Bereitschaftsleiter in Schwandorf, jetzt veröffentlicht hat.

Mit den aufgerissenen Kleidersäcken können die ehrenamtlichen BRK-Helfern oft nichts mehr anfangen. Foto: Matthias Eichinger
Mit den aufgerissenen Kleidersäcken können die ehrenamtlichen BRK-Helfern oft nichts mehr anfangen. Foto: Matthias Eichinger

Er war diesen Montag wie die Montage zuvor mit seinen Kollegen auf Tour, um Container zu leeren. Insgesamt elf davon gibt es im Stadtgebiet, die meisten stehen auf dem Globus-Gelände. Was Eichingers Team dort erlebt hat, macht ihn grantig: Rund um die übervollen Container lagen unzählige weitere Säcke am Boden, teils aufgerissen und durchwühlt. „Muss so etwas sein?“, kritisiert Eichinger. „Jeder sucht sich den einfachsten Weg.“ Freilich verstehe er, dass die Menschen in Zeiten der Ausgangsbeschränkung mehr Zeit haben, um Kleiderschränke auszumisten. Aber wieso nehmen sie ihre Säcke nicht wieder mit nach Hause, wenn ein Container schon voll sei? Ihr Verhalten „erschwert uns die Arbeit in den ohnehin schwierigen Zeiten noch mehr“, sagt Eichinger.

Solch ein Chaos erlebte Eichinger nur während der Flüchtlingskrise

Solch eine Anlieferflut hat er in den vergangenen 17 Jahren, seitdem er Altkleider sammelt, nur einmal erlebt: als viele Landkreis-Bürger für die ankommenden Flüchtlinge spenden wollten. Jetzt schaden sie den Ehrenamtlichen allerdings mehr, als dass sie helfen. Und Eichinger ist nicht der einzige ehrenamtliche BRKler im Landkreis, der derzeit mit einer Altkleiderflut kämpfen muss. Vielerorts klagten seine Kollegen, so Eichinger.

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