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Agrarwirtschaft

Schwandorfs Landfrauen halten zusammen

In der Oberpfalzhalle trafen sich mehrere hundert Bäuerinnen. Hinter ihnen liegt ein „ganz schön bewegtes“ Jahr.
Von Johannes Hartl

Auf dem Podium diskutierten Landrat Thomas Ebeling (von links), Marlena Mortler, Ehrenkreisbäuerin Barbara Hanauer, Moderatorin Anna-Maria Ascherl und die beiden Junglandwirte Eva-Maria Bäuml und Matthias Dirmeier.  Foto: Johannes Hartl
Auf dem Podium diskutierten Landrat Thomas Ebeling (von links), Marlena Mortler, Ehrenkreisbäuerin Barbara Hanauer, Moderatorin Anna-Maria Ascherl und die beiden Junglandwirte Eva-Maria Bäuml und Matthias Dirmeier. Foto: Johannes Hartl

Schwandorf.Die Oberpfalzhalle war mehr als gut gefüllt, als Kreisbäuerin Sabine Schindler den Landfrauentag eröffnete. Mehrere hundert Menschen waren am Freitag nach Schwandorf gekommen, darunter auch Ehrengäste aus Lokal-, Landes- und Bundespolitik. Hinter den „Landfrauen und ihren Familien“ lägen „ganz schön bewegte“ zwölf Monate, sagte Schindler und verwies auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“.

Dieses habe „gesellschaftliche Veränderungen“ ausgelöst, „die längst auf allerhöchster politischer Ebene angekommen“ seien. Es habe einiges an Kraft gekostet, „uns täglich mit den Forderungen der sogenannten Verbraucher“ auseinanderzusetzen, sagte Schindler. Viele von ihnen seien „über ihre Grenzen gegangen, um dem Druck von außen irgendwie standzuhalten.“ Und: Noch immer befinde man sich „in stürmischen Zeiten“. Umso wichtiger sei es deshalb, „dass wir zusammenhalten“. Alle gemeinsam besäßen sie die Kraft, etwas zugunsten der Landwirte zu verändern. „Solange wir geschlossen auftreten, sind wir jetzt in einer Position, in der man uns Bauern ernst nimmt und uns wirklich zuhört“, betonte Schindler. „Diese Chance lasst uns nutzen.“

Landwirtschaft

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Auch vonseiten der Politik bekamen die Landfrauen an diesem Freitag Unterstützung. Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller lobte vor allem deren große Leistung am Beispiel seiner dritten Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf (beide CSU), die neben ihrem Beruf als Lehrerin eine Landwirtschaft betreibt, eine Familie hat und ehrenamtlich in der Lokalpolitik engagiert ist. Für den Landkreis wiederum versprach Landrat Thomas Ebeling, dass das Landratsamt die gute Zusammenarbeit sowohl mit den Landfrauen als auch dem Bauernverband auch in Zukunft fortführen werde.

Alexander Flierl und Joachim Hanisch, die beiden Landtagsabgeordneten der CSU und der Freien Wähler, sprachen den Landwirten ebenfalls ihre Unterstützung aus. Im Landtag sei das Thema so oft vertreten wie selten zuvor, sagte Hanisch. Nach dem Volksbegehren, das für ihn auf dem „Rücken der Landwirtschaft ausgetragen“ wurde, sei man gerade dabei, „vieles zu heilen und besser zu gestalten“.

Das Podium

  • Teilnehmer:

    Unter Moderation von MZ-Redakteurin Anna-Maria Ascherl diskutierten Ehrenkreisbäuerin Barbara Hanauer, Marlene Mortler, die Junglandwirte Matthias Dirmeier und Eva Bäuml sowie Landrat Thomas Ebeling.

  • Landrat:

    Ebeling sieht keine größere Konkurrenz zwischen Landwirtschaft und Industrie im Landkreis. Landwirtschaft und Wirtschaft ließen sich gut ausbalancieren.

Landwirte seien eben nicht die „Buhmänner und Sündenböcke“, wie es „manche in der Gesellschaft immer darstellen wollen“, ergänzte sein CSU-Kollege Alexander Flierl. Vielmehr „sind sie der Schlüssel zur Lösung der größten Herausforderungen im Umwelt- und Artenschutz“. „Unberechtigte Angriffe gegen unsere Landwirte weisen wir immer wieder ganz klar zurück“, so Flierl in seiner Rede.

Marlene Mortler (CSU) sprach beim Landfrauentag in der Schwandorfer Oberpfalzhalle.   Foto: Johannes Hartl
Marlene Mortler (CSU) sprach beim Landfrauentag in der Schwandorfer Oberpfalzhalle. Foto: Johannes Hartl

Als eigentlicher Stargast des Tages sollte die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sprechen, sie musste wegen einer Erkrankung jedoch absagen. Ihre Vertretung übernahm kurzfristig Marlene Mortler, lange Jahre agrarpolitische Sprecherin der CSU im Bundestag, die heute Mitglied des Europaparlaments ist. Mortler, einst selbst als Landwirtin tätig, erklärte sich solidarisch mit den Teilnehmern am Landfrauentag.

Viele Baustellen

Die Bauern und Bäuerinnen würden „erst wieder Ruhe geben, wenn sie das Gefühl und die Sicherheit haben, dass es fair zugeht und sie die Beschlüsse nachvollziehen und verstehen können“, sagte Mortler. Denn die Stimmung sei nicht nur wegen der Düngeverordnung schlecht, es gebe aus ihrer Sicht auch viele andere Baustellen, die „das Fass zum Überlaufen gebracht haben“.

Auf einem abschließenden Podium zum Thema „Region gestalten“, moderiert von MZ-Redakteurin Anna-Maria Ascherl, wurden die Erkenntnisse schließlich zusammengefasst. Dabei richteten die beiden Junglandwirte Matthias Dirmeier und Eva-Maria Bäuml eine klare Forderung an die Politik. Es brauche ein „Stück weit Zuverlässigkeit“ und „Planungssicherheit“, waren sich die beiden einig. Letztlich müsse auf einer Faktenbasis Politik gemacht werden. „Wenn eine Politik gemacht wird, um die Massen zu beruhige, ist das der falsche Weg“, stellte Dirmeier klar.

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